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"Wo bist Du, Feigling?": Stark durch Trauer

Von Die auf den ersten Blick wenig glaubhafte Geschichte basiert auf einem authentischen Fall: dem Isar-Mord von 2013.
Das verliebte Paar Niklas Bernhard (André Kaczmarczyk) und Nina Kurth (Karoline Teska) wird durch einen vermummten Jogger aus seinen Träumen gerissen. Bild: ZDF und Hendrik Heiden Foto: Hendrik Heiden Das verliebte Paar Niklas Bernhard (André Kaczmarczyk) und Nina Kurth (Karoline Teska) wird durch einen vermummten Jogger aus seinen Träumen gerissen. Bild: ZDF und Hendrik Heiden

 Eins hat der vierte Krimi aus der Reihe "München Mord" mit seinen Ermittlern Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Ludwig Schaller (Alexander Held) gemeinsam: Er ist sehr ungewöhnlich. Die Geschichte fällt völlig aus dem Rahmen der Handlungsmotive herkömmlicher TV-Thriller. Während es sonst für die Kommissare vor allem darum geht, das Beziehungsgeflecht des Opfers nach möglichen Mordmotiven zu durchleuchten, bleiben Handlungsstränge dieser Art diesmal außen vor. Es gibt schlicht kein nachvollziehbares Motiv - ein Alptraum für jeden echten Polizisten.
 
Das erinnert einerseits an den Mörder Gastmann in Friedrich Dürrematts Klassiker "Der Richter und sein Henker", aber auch an den sogenannten Isar-Mord von 2013, dessen Täter nie gefasst wurde und nach dem heute noch gefahndet wird. Auch im "Tatort" hat man so was so ähnlich aber schon gesehen: In "Die Geschichte vom bösen Friederich" ermordet Alexander Nolte (Nicholas Ofczarek) sein Opfer ebenfalls ohne persönlichen Bezug zu ihm. In "Wo bist Du, Feigling?"  beginnt die Geschichte in einem Münchner Park, als ein Jogger mit voller Absicht eine Frau (Karoline Teska) anrempelt.
 

Ein Mord ohne Motiv

 
Als sie ihn deswegen beschimpft, spuckt er sie an und tötet ihren Verlobten, der sie beschützen will. Flierl ist zwar gerade vor Ort und nimmt sofort die Verfolgung auf, kann den Täter aber dennoch nicht fassen. Die Polizei tappt im Dunkeln, und Schallers ausgefallene Ermittlungsmethoden sorgen für jede Menge Zoff zwischen ihm, dem Vorgesetzten und Staatsanwalt Holzmann (Simon Schwarz). Es gibt zwar einige Männer, die sich durch ihr Verhalten suspekt machen, aber selbst der Fluchtversuch eines Verdächtigen reicht am Ende nicht, um eine Anklage zu erheben.
 
Die DNA-Proben lassen sich nicht ausreichend verwerten. Am Ende steht darum vor allem Frust und Resignation auf der Seite der Polizei.
Helds selbstbewusste Äußerungen vor der Presse erscheinen deswegen nur als ein Pfeifen im Wald und seine Einfälle während der Fahndung lassen kaum mehr als einen Hauch von Humor zu. Zum Anfang des Films gibt es sogar einige philosophische Überlegungen über Ursache und Wirkung, über den Schlag eines Schmetterlingsflügels, der einen Sturm auslöst.
 

Ein Film voller Frust und Trauer

 
Stark wird der Film aber besonders durch seine immer dichtere Stimmung von Frust und Wut über ausbleibenden Erfolg bei der Polizei. Es ist eine Stimmung, die massiv im Kontrast zu den anfangs gezeigten einladend touristischen Seiten von München steht und auch stark zu der Dynamik in anderen gelungenen Kriminalfilmen steht. Ihren Höhepunkt findet diese Stimmung in der Verzweiflung und Trauer der von Karoline Teska ungeheuer packend verkörperten Verlobten des Mordopfers. Solche Folgen einer Tat sieht man in anderen Kriminalfilmen sonst nur selten.
 
Von den anderen Darstellern kann sich besonders wieder Alexander Held als schräger, aber ungemein trotzig-selbstbewusster Kommissar Schaller in die Erinnerung der Zuschauer spielen.  Ansonsten gefällt auch Simon Schwarz, der auch in weiteren Folgen der ZDF-Reihe in seiner Rolle als Staatsanwalt Holzmann bleiben sollte.

 

Der Film in der Mediathek
 
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