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TV Kritik: "Wo die Zitronen blüh’n": Sehnsuchtsreise in den Süden

Von So macht Kultur richtig Spaß: mit wunderschöne Impressionen von Gartenanlagen, alten Städten und einer kräftigen Portion Goethe.
Zitronenbäume Foto: ORF/Gernot Stadler Filmproduktio Zitronenbäume
Goethe kann bei diesem Thema natürlich nicht außen vor bleiben: "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen" ließ er Mignon singen, jenes rätselhaft anziehende Mädchen aus "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Seine berühmte Italienreise von 1786 bis 1788 hatte ihn entsprechend inspiriert. Der Film widmet sich aber nicht nur den Zitronen, sondern auch anderen Sehenswürdigkeiten zwischen den Alpen und Sizilien, wo der Schwerpunkt der Dokumentation liegt.
 
Michael Ceron hat am Faaker See den "Zitrusgarten" aufgebaut: Ein lebendes Museum, in dem sich Besucher über rund 240 verschiedene Zitronenarten informieren können. Die kleinen gelben Früchte sind nicht nur als Vitaminbomben geschätzt, sondern verfügen auch über eine erstaunliche Geschmacksvielfalt. Dass der bundesdeutsche Verbraucher sie vor allem mit extrem saurem Geschmack verbindet, liegt mitunter auch an nicht genügend reifen Früchten. Reife Zitronen nehmen oft eine grünliche Farbe an.

Der Siegeszug nach Norden

Auch in der Toskana bereichern Zitronenbäume die Landschaft, seit die Frucht im Zeitalter der Renaissance ihre Reise nach Norden antrat. Spätestens auf Sizilien wird jedoch klar, wie intensiv sich Zitronenliebhaber wirklich mit dieser Frucht identifizieren. Sie fügen der reichhaltigen Kultur der Insel, in der sich Griechen, Römer, Karthager, Araber und Normannen verewigten, eine neue Facette hinzu. Die natürlich auch kulinarisch zum Tragen kommt.

 

Hier sehen Sie den ganzen Film

Die Familie Freyberg züchtet auf ihrem Landgut Villa Aranjaya auf Sizilien seit vielen Jahrhunderten Zitronen in weiträumigen Gartenanlagen. Der nahe Ätna lieferte dafür mit seiner Asche den besten Dünger. Speziell auf Sizilien stehen die süßsauren Früchte bei vielen Einwohnern täglich auf dem Speisezettel. Sie werden bevorzugt frisch genossen, aber zunehmend auch zu Marmelade verarbeitet. Zunehmend beliebt wird der Limoncello, ein Zitronenlikör, den es von eher süß bis zu stärkerem Alkoholgehalt in vielen Varianten gibt.

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Zu all den verführerischen kulinarischen Einzelheiten lässt die Sendung die Kamera ausgiebig über die bizarren Feldlandschaften fliegen, die Wind und Wetter in Jahrtausenden aus dem Vulkangestein geformt haben. Aufnahmen aus Siziliens alten Städten Syrakus, Taormina, Catania oder Akgrakas mit seinen bemerkenswert gut erhaltenen Tempelruinen, wirkungsvoll untermalt von italienischen Ohrwürmern, machen den Film zu einer Sehnsuchtsreise, nach der mancher Zuschauer am liebsten das nächste Reisebüro ansteuern möchte.
 
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