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TV-Kritik: "Xenia – Eine neue griechische Odyssee": Preisgekrönter Reisefilm

Von Das Road Movie aus Griechenland bietet einen faszinierenden Einblick in Subkulturen und die Psyche staatenloser Jugendlicher.
Dany (Kostas Nikouli), ein verträumter Gelegenheitsstricher, sucht zusammen mit seinem Bruder Odysseas den gemeinsamen Vater. Foto: Pyramide Films Dany (Kostas Nikouli), ein verträumter Gelegenheitsstricher, sucht zusammen mit seinem Bruder Odysseas den gemeinsamen Vater.
Dany (Kostas Nikouli) ist sechzehn Jahre alt, emotional, homosexuell und Gelegenheitsstricher. Seine alkoholkranke Mutter aus Albanien arbeitete als Sängerin. Jetzt ist sie an ihrer Sucht gestorben. Dany reist nach Athen, um dort seinem zwei Jahre älteren Bruder Odysseas (Nikos Gelia) vom Tod der Mutter zu berichten. Die beiden Brüder beschließen, in Thessaloniki ihren leiblichen Vater zu suchen. Sie haben keinen griechischen Pass und wollen mit Hilfe ihres Vaters die griechische Staatsangehörigkeit beantragen.

Zudem soll Odysseas, wenn es nach Dany geht, sein Können als Sänger, das er von seiner Mutter geerbt hat, bei einer Castingshow beweisen. Bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung auf der Straße, bei der Dany zur Schusswaffe greift, müssen die beiden Brüder aus Athen fliehen. "Xenia", der vierte Spielfilm des griechischen Regisseurs Panos H. Koutras, verbindet Elemente eines Road Movies mit Sozialdrama und Komödie.

Anleihen bei Lewis Carroll

Wie die Genres verschwimmen in der Handlung auch Fantasie und Realität immer stärker. Dany reist mit einem weißen Kaninchen, einem aus "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll geborgten Handlungselement, das sich mal als lebendes Tier zeigt, dann wieder als bloßes Stofftier entpuppt. Das weiße Kaninchen steht hier wie in "Alice im Wunderland" oder dem TV-Krimi "Das weiße Kaninchen" auch als Metapher für das Erwachsenwerden und seine Gefahren.

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Daneben hat Koutras , der zusammen mit Panagiotis Evangelidis auch das Drehbuch für den Film schrieb, einige Anleihen aus "My private Idaho - Das Ende der Unschuld" von Gus van Sant mit River Phoenix und Keanu Reeves genommen: Auch darin geht es um Stricher, die Suche nach Wurzeln, nach einem Elternteil und der eigenen Identität. Mit seinen blondierten Haaren hat Koutras sogar optisch eine wenn auch nur sehr entfernte Ähnlichkeit zu Phoenix erhalten.

Anfangs ein Freier als Ersatzvater

Gemacht hat Koutras, der sein Filmhandwerk in London und Paris erlernte, seine Arbeit hier ziemlich gut. „Xenia“ bedeutet auf Griechisch "Die Fremde" als auch "Die Gastfreundliche". Auf der Reise von Dany und Odysseas übernimmt der ältere Bruder immer mehr die Vaterrolle, die anfangs sogar ein Freier Danys eingenommen hat. Neben der bewegenden und glaubwürdigen Psychologie der Figuren besticht "Xenia" durch seinen fast schon intimen Einblick in die schwule Subkultur und die sehr gute Kamera.

Dazu überzeugen die beiden Jungschauspieler Kostas Nikouli und Nikos Gelia wie auch der Rest der Besetzung. "Xenia – Eine neue griechische Odyssee" wurde auf vielen Filmfestivals für Preise nominiert und ausgezeichnet. Auf der Hellenic Film Academy Awards 2015 bekam der Film fünfzehn Nominierungen und den Preis unter anderem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Aggelos Papadimitriou) und Bestes Drehbuch.
 
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