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TV-Kritik: "Zeugenmord": Dranbleiben lohnt

Noch mehr Tote in Salzburg: Der Mix aus Lokalkrimi und Politthriller kommt erst spät auf Touren, überrascht dann aber mit schönen Ideen.
Major Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) versucht den abweisenden Hubert Mur (Michael Fitz) zur Rückkehr zu überreden. Bild: ZDF und Toni Muhr Foto: Toni Muhr Major Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) versucht den abweisenden Hubert Mur (Michael Fitz) zur Rückkehr zu überreden. Bild: ZDF und Toni Muhr
Frankfurt. 

Ein hysterischer Schrei aus dem Krankenzimmer schreckt den bayrischen Kommissar Hubert Mur (Michael Fitz) auf: Er stammt von einer Krankenschwester, die zwei Tote vorfindet. Jemand hat Schläuche durchgeschnitten, das Blut ist bis auf den Boden gelaufen. Einer der Toten war der Fahrer eines wichtigen deutschen Politikers, der bei dem Unfall, der seinen Fahrer ins Krankenhaus brachte, getötet wurde.

"Zeugenmord" verpasst? HIer gibt es den Krimi in der ZDF-Mediathek

Dem zweiten Toten wurde offensichtlich nur zum Verhängnis, dass er zufällig als Zeuge hätte aussagen können. Kameraaufnahmen zeigen eine Frau als mögliche Täterin. Es bestehen mögliche Verbindungen zum internationalen Waffenhandel. Zusammen mit seinen österreichischen Kollegen Major Peter Palfinger (Florian Teichtmeister), Bezirksinspektorin Irene Russmeyer (Fanny Krausz) und Hofrat Alfons Seywald Erwin Steinhauer) macht sich Mur auf die Suche.

Anfangs lahme Fortsetzung

"Die Toten von Salzburg" hieß der von ORF und ZDF produzierte TV-Film, den das ZDF im letzten Jahr mit bemerkenswertem Erfolg über den Bildschirm laufen ließ. Der Krimi profitierte dabei von einem gut durchdachten Konzept, das sich freizügig bei anderen Reihen bediente: Von den Donnerstagskrimis  der ARD kamen die Schauwerte von Landschaften und der Stadt Salzburg, vom Hollywoods Buddy-Filmen das auf Gegensätzlichkeit angelegte Ermittlerpaar.

 

Der stets cholerische Hubert Mur und der im Rollstuhl sitzende und der meistens freundliche und gelassene Palfinger zeigen sich auf diesmal immer wieder zu kleinen Wortgefechten aufgelegt. Ein Witzpotential, das sich freilich erst im Laufe der Handlung so richtig entfaltet. Am Anfang bekommt der Zuschauer nämlich leicht den Eindruck, einen nur mäßig unterhaltsamen Mix aus Krimi und Komödie zu sehen. So recht will dabei keines der beiden Genres funktionieren.

Optisch stark durch Postkartenlandschaft

Wenn etwa am Anfang Palfinger mit seinem Rollstuhl wie ein Trottel in eine Absperrung knallt und herausgeschleudert wird, kommt nicht mehr als arg müder Klamauk dabei heraus. Auch ein heftiger Streit Palfingers mit seinem Bruder Sebastian (Simon Hatzl), einem Priester, wirkt reichlich überzogen. Aber es lohnt sich, dranzubleiben. Je mehr die Geschichte fortschreitet, desto besser entwickelt das Drehbuch  den Humor.

Eine besonders schöne Szene: die Begegnung Murs mit der geheimnisvollen Frau aus dem Krankenhaus in der Festungsbahn. Die Anleihen aus dem Agententhriller bleiben allerdings auf mehr oder weniger ironische Zitate beschränkt, was nicht allen Krimifreunden gefallen dürfte. Ein wenig mehr Pfeffer hätte der Geschichte in dieser Hinsicht nicht geschadet. Die schönen Aufnahmen eines schimmernden Sees vor prächtigem Bergpanorama entschädigen aber halbwegs dafür.

Gut ausgedacht präsentieren sich auch die Nebenfiguren: Wenn der Familienname Russmeyer der Bezirksinspektorin mal nicht an Filmemacher und Oberweiten-Fan Russ Meyer erinnern soll. Und dass der Hofrat in einer markanten Szene sich loyal zu seinen Mitarbeitern zeigt, macht ihn auch zu einer interessanten Figur.

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