Tunnel in Japan wird zur Todesfalle

Eine Tunneldecke stürzt plötzlich ein - dichter Rauch kommt aus der kilometerlangen Röhre. Bei dem Unglück nahe Tokio sind womöglich etliche Autofahrer ums Leben gekommen.
versenden drucken
Tokio. 

Ein Tunnel bei Tokio ist zur Todesfalle für mehrere Autofahrer geworden: Beim Einsturz des Bauwerks auf Dutzenden Metern Länge sind in Japan nach Polizeiangaben vom Sonntag wahrscheinlich mehrere Menschen ums Leben gekommen. Lokale Medien meldeten, zwei Frauen seien bei dem Unglück etwa 80 Kilometer westlich von Tokio mit Verletzungen davongekommen. Sieben Menschen würden vermisst.

In dem 4,7 Kilometer langen Sasago-Tunnel in Otsuki seien zwei Autos zerquetscht worden, nachdem die 20 Zentimeter dicke Tunneldecke auf einem Tunnelabschnitt eingestürzt war, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Eine verletzte Frau sagte den Rettern, sie sei aus einem Fahrzeug entkommen, in dem insgesamt sechs Personen unterwegs gewesen waren.

Die Polizei teilte mit, dass wohl mehrere Insassen eines Kleinbusses getötet wurden. Nach Medienberichten brach in dem Tunnel auch ein Feuer aus. Die Rettungsteams unterbrachen am Sonntagmittag (Ortszeit) die Arbeit, weil die Lage im Tunnel als zu gefährlich eingeschätzt wurde, setzten sie aber drei Stunden später fort.

Keine Mängel bei Inspektion im September

Die Betreibergesellschaft Central Nippon Expressway Co teilte mit, die Decke sei in V-Form eingestürzt. Bei einer Routineinspektion im September seien aber keinerlei Defekte entdeckt worden. Die Tunnelverbindung ist 35 Jahre alt.

Der Präsident der Tunnelgesellschaft, Takekazu Kaneko, entschuldigte sich bei einer Pressekonferenz am Firmensitz in Nagoya für den Unfall. «Es tut mir sehr leid, so einen schweren Unfall verursacht zu haben. Ich setzte nun alles daran, die zu retten, die drinnen zurückgeblieben sind», sagte Kaneko.

Japan rühmt sich seiner robusten Infrastruktur, qualifizierter Arbeitskräfte und strenger Regulierungen, während zugleich Politiker kritisiert werden, fragwürdige Projekte in Auftrag zu geben, die nur den örtlichen Baufirmen nützten. Die Regierung ist auch bestrebt, große Infrastrukturprojekte zu exportieren.

(dpa)
versenden drucken
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
E-Mail:
Kundennummer:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 10 x 2: 



Videos

MEHR AUS Vermischtes

Der US-Boxer und frühere Weltmeister Rubin Carter - genannt "Hurricane" - war in Folge eines Justizirrtums 1967 von einer ausschließlich weißen Jury wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er saß 21 Jahre unschuldig im Gefängnis und kam erst 1988 wieder auf freien Fuß. Foto: dpa
Boxprofi und Justizopfer Rubin "Hurricane" Carter stirbt mit 76

Toronto. Zwei Wochen vor seinem 77. Geburtstag ist der durch einen Justizskandal bekanntgewordene Ex-Profiboxer Rubin Carter gestorben. mehr

clearing
Todesopfer des Busunglücks in Pakistan. Foto: Stringer
Pakistan: Mehr als 40 Tote nach Busunfall

Islamabad. Bei einem Busunfall im Süden Pakistans sind mindestens 42 Menschen gestorben. Der Bus überschlug sich nach einem Zusammenstoß mit einem ... mehr

clearing
clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2014 Frankfurter Neue Presse