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Opel schaltet in Angriffsmodus: 210-Millionen-Euro-Investment stärkt den Stammsitz Rüsselsheim

Von Mit dem neuen Entwicklungszentrum für Antriebssysteme stärkt der Autohersteller Opel seinen Stammsitz in Rüsselsheim. Ministerpräsident Bouffier war Gast der kleinen Einweihungsfeier.
Opel-Chef Kart-Thomas Neumann (l.) zeigt Ministerpräsident Volker Bouffier im neuen Testzentrum den Prüfstand eines 1,6 Liter Benzinmotors. Foto: Opel (Andreas Liebschner/Opell) Opel-Chef Kart-Thomas Neumann (l.) zeigt Ministerpräsident Volker Bouffier im neuen Testzentrum den Prüfstand eines 1,6 Liter Benzinmotors.
Rüsselsheim. 

Die Opelaner im Stammwerk Rüsselsheim haben wieder gelernt, das Wort „ZUKUNFT“ zu buchstabieren. Der stellvertretende Betriebsratschef Uwe Baum bezeichnete die 210-Millionen-Investition in ein neues Entwicklungszentrum für Antriebssysteme als „Zeichen des Aufbruchs“. Im Gespräch mit Opel-Mitarbeitern ist deutlich zu spüren: Die Zeit der Depression ist vorüber, durch die Mannschaft geht ein Ruck. Der Glaube an eine erfolgreiche Zukunft ist wieder da. Es ist das größte Investment am Standort Rüsselsheim seit dem Bau des neuen Produktionswerkes im Jahr 2002.

Gerade einmal zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich steht der siebengeschossige Gebäudekomplex auf dem Firmengelände. Schritt für Schritt werden insgesamt 45 Motor-Prüfstände aufgebaut und eingerichtet. Mehr als 800 Ingenieure und Techniker sollen dort die Antriebe der Zukunft entwickeln und testen. Zusammen mit dem vor wenigen Wochen beendeten Ausbau der Teststrecke in Rodgau-Dudenhofen hat der hessische Autobauer damit seine Infrastruktur rund um das technologische Herzstück Opels, das Internationale Technische Entwicklungszentrum mit seine 7300 Mitarbeitern, modernisiert und ist für die kommenden Herausforderungen – Elektromobilität, autonomes Fahren, Vernetzung – gerüstet.

Modern: 45 Motorenprüfstände kann das neue Testzentrum vorweisen. Sie werden auf Knopfdruck in die für sie vorgesehenen Kammern gefahren.
Opel in Rüsselsheim Forschungs- und Entwicklungsstandort wird aufgewertet

Mit großem Medienrummel wurde gestern das neue Motorentestzentrum bei Opel eingeweiht.

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Mit Ministerpräsident Volker Bouffier hatte sich hoher Besuch aus der Landeshauptstadt eingefunden. Diese Investition zeige, dass das Unternehmen Vertrauen in die Zukunft habe, sagte der Landesvater. Es sei ein Bekenntnis zum Standort Rüsselsheim, der zu einem internationalen Kompetenzzentrum für Mobilität geworden sei. „Hier werden Produkte, Konzepte und Lösungen entwickelt, die weltweit zum Einsatz kommen“, erklärte Bouffier bei dem Festakt.

Werk Rüsselsheim

Im Stammwerk beschäftigt Opel über 14 000 Mitarbeiter, davon 7300 im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ), 4000 im Werk, der Rest in der Verwaltung.

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„Opel ist ein starkes Stück Hessen und ein Stück hessischer Identität.“ Als Gastgeschenk hatte der Ministerpräsident einen Porzellan-Teller der Höchster Manufaktur im Gepäck, den er dem Gastgeber, Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann, mit den Worten überreichte: Die erhobene Pranke des Löwen sei keine Drohgebärde, sondern der Gruß der Hessen.

Schneller und effizienter

Neumann unterstrich die Bedeutung der Investition: „Das neue Entwicklungszentrum wird unsere Arbeit noch schneller und effizienter machen. Es stärkt nicht nur Opel, sondern auch Rüsselsheim und den gesamten GM-Entwicklungsverbund.“ Seit vier Jahren wachse das Unternehmen wieder. Im ersten Halbjahr ist es seit etlichen Jahren erstmals wieder gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben. Die Ertragswende hat Neumann damit eindrucksvoll vollzogen. Daran werden auch neue Währungsrisiken durch das Brexit-Votum der Briten im Grundsatz nichts ändern.

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Opel: Aus Fehlern lernen

Die Einweihung des neuen Entwicklungs- und Testzentrums für Antriebssysteme am Opel-Stammsitz ist ein weiterer Meilenstein auf dem langen Marsch aus der schwersten Krise der Unternehmensgeschichte.

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Bei Zukunftsthemen wie dem Elektroantrieb oder der Brennstoffzelle soll es eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Entwicklungszentren des Konzerns geben – etwa mit der Dieseleinheit in Turin und dem GM-Technikcenter in Warren im US-Staat Michigan. Besonders große Hoffnung setzt der Opel-Chef auf das neue Elektroauto Ampera-e, das im Frühjahr kommenden Jahres auf den Markt kommt und mit einer Normreichweite von 500 Kilometern je Stromladung Klassenbester sei. Der Automanager betonte: „Opel und seine Muttergesellschaft General Motors wollen künftig Vorreiter beim Thema saubere Antriebe sein.“ Bis zum Jahr 2020 sollen 29 Modellneuheiten die größte Modelloffensive in der Geschichte der Marke mit dem Blitz fortsetzen. „Opel ist wieder da. Wir greifen an“, gab sich Neumann kämpferisch.

US-Manager auf deutsch

Der aus Detroit angereiste Chef der weltweiten GM-Antriebsentwicklung, Dan Nicholson, würdigte den Neubau als strategische Investition, die als „Anerkennung für die Leistungen und das Know-how der hochqualifizierten Opel-Ingenieure“ zu verstehen sei. „Die globale Vernetzung ist es, die Opel und GM besonders stark macht.“ Bemerkenswert: Der US-Manager sprach deutsch. Das kommt bei den Opel-Mitarbeitern besonders gut an, weil die Amerikaner damit zeigen, dass Opel als Tochterunternehmen auf Augenhöhe respektieren. Dieeinst an den Tag gelegte Arroganz sei einer partnerschaftlichen Verbindung gewichen, hieß es am Buffet.

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