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Ärger um Massen-Krankmeldungen bei Tuifly belastet Tui

Kreuzfahrten werden immer beliebter - davon profitiert auch der weltgrößte Reisekonzern Tui. Neue Schiffe sollen dafür sorgen, dass das Wachstum weitergeht. Aber Tui muss sich auch mit einer Altlast vom Herbst herumschlagen.
Leerer Check-In-Schalter: Der Ferienflieger Tuifly bekam Anfang Oktober 2016 wegen fehlender Crews kaum noch Flugzeuge in die Luft. Foto: Peter Steffen Bilder > Leerer Check-In-Schalter: Der Ferienflieger Tuifly bekam Anfang Oktober 2016 wegen fehlender Crews kaum noch Flugzeuge in die Luft. Foto: Peter Steffen
Hannover. 

Der weltgrößte Reisekonzern Tui kommt beim Umbau zum Hotel- und Kreuzfahrtkonzern voran. Das Geschäft mit Hotels und Kreuzfahrten liefere starkes Wachstum, sagte Vorstandschef Fritz Joussen in Hannover.

Denn im Gegensatz zum Veranstaltergeschäft warfen die beiden Sparten von Oktober bis März ordentlich Profit ab. Im Winterhalbjahr bremsten allerdings der späte Ostertermin und der Ärger um Tuifly das operative Geschäft: Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust fiel mit 214 Millionen Euro um vier Prozent höher als ein Jahr zuvor aus.

Hintergrund sind massenhafte Krankmeldungen bei der Fluglinie Tuifly, die den Flugbetrieb im Oktober 2016 zeitweise lahmgelegt hatten: Viele Piloten und Flugbegleiter legten die Arbeit nieder, nachdem bekanntgeworden war, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in eine Holding integriert werden soll. Reihenweise Flüge fielen aus. Tui musste rund 3000 Reiseverträge kündigen, die meist mehrere zusammen reisende Menschen betrafen. Die Flugausfälle kosteten den Reisekonzern 24 Millionen Euro.

Die Zusammenführung von Tuifly mit der bisherigen Air-Berlin-Tochter Niki hängt weiter in der Luft. Ob das Bündnis zum Winter oder erst zum Sommerflugplan 2018 zustande kommt, wagte Joussen nicht zu sagen. Die vorbereitenden Gespräche mit der EU-Kommission seien fast abgeschlossen, danach werde die Genehmigung beantragt. Der Tuifly-Niki-Deal ist Teil der Rettungspläne für die hoch verschuldete Air Berlin.

Der Umsatz wuchs dennoch in der gewöhnlich schwachen Wintersaison bis Ende März im fortgeführten Geschäft um 3,3 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Joussen äußerte sich zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu steigern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag dieser bei rund einer Milliarde Euro.

Zugute kam Tui, dass sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd nicht wiederholten, wie ein Konzernsprecher sagte. Unter dem Strich sank der Verlust im ersten Geschäftshalbjahr um 19 Prozent auf 363 Millionen Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen, ihre Gewinne fahren sie im Sommer ein.

Die Buchungen für den Sommer liegen den Angaben zufolge trotz schwieriger Lage in der Türkei und in Ägypten um vier Prozent höher als im Vorjahr. Beim Umsatz betrage das Plus sogar acht Prozent. Die starke Nachfrage nach Griechenland, Spanien, den Kapverden, Zypern sowie Fernreisezielen gleiche niedrigere Buchungszahlen für die Türkei und Ägypten aus. Im Türkei-Geschäft erwartet Joussen nach dem Einbruch von 2016 keinen weiteren Rückgang.

Tui-Chef Joussen verlagert den Schwerpunkt des Konzerns weg vom umkämpften Veranstalter- und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel- und Kreuzfahrtangeboten: Tui Cruises, Thomson Cruises und Hapag-Lloyd-Cruises steigerten das bereinigte operative Ergebnis um mehr als 50 Prozent auf 75 Millionen Euro.

Der Wachstumskurs solle fortgesetzt werden: Im Juni werde die „Mein Schiff 6” auslaufen, 2018 und 2019 sollten zwei weitere neue Kreuzfahrtschiffe der „Mein-Schiff”-Flotte bei Tui Cruises in Dienst gestellt werden. Auch die Flotten der Hapag-Lloyd-Cruises sowie von Thomson Cruises sollten erweitert und modernisiert werden. Die Hotelsparte steigerten das bereinigte operative Ergebnis um 27,9 Prozent auf rund 123 Millionen Euro.

(dpa)
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