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Frankfurter Automobilmesse: Absagen für die IAA

Von Geht der große Aufbruch in der Automobilindustrie an der IAA in Frankfurt vorbei? Die Autowelt blickt derzeit nach Shanghai. Für die IAA im September hat es bereits jetzt Absagen in nie gekanntem Ausmaß gegeben. Der Messeveranstalter ergreift Gegenmaßnahmen und setzt auf neue Konzepte.
Blick in die proppenvolle Ausstellungshalle von Audi während der 2015er IAA. Die VW-Tochter wird in diesem Jahr die zentral gelegene Agora neben der Festhalle nicht mehr nutzen. Die Audi-Modelle werden vielmehr in der Halle der Konzernmutter Unterschlupf finden. Blick in die proppenvolle Ausstellungshalle von Audi während der 2015er IAA. Die VW-Tochter wird in diesem Jahr die zentral gelegene Agora neben der Festhalle nicht mehr nutzen. Die Audi-Modelle werden vielmehr in der Halle der Konzernmutter Unterschlupf finden.
Frankfurt. 

„Die Vorbereitungen zur weltweit wichtigsten Mobilitätsmesse, der 67. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Pkw, laufen auf Hochtouren“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), mit Blick auf die IAA, die im September in Frankfurt stattfindet und vom VDA veranstaltet wird.

Info: Tickets sind ab sofort im IAA-Onlineshop erhältlich

Die 67. IAA Pkw findet vom 14. September bis 24. September 2017 auf dem Messegelände in Frankfurt statt. Vorgeschaltet sind zwei Pressetage (12. und 13. September). Am 14.

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Doch die Vorfreude ist getrübt. Denn die Zahl der Absagen hat sich im Vergleich zur 2015er IAA vervielfacht. Insgesamt neun namhafte Automarken haben dem VDA als Messeveranstalter einen Korb gegeben. Das sei sehr bedauerlich sagt eine VDA-Sprecherin gegenüber dieser Zeitung. Doch es liefen derzeit noch Gespräche mit etlichen Herstellern. Ob das unterm Strich noch weitere Rückzieher bedeuten könnte, wollte die VDA-Vertreterin so nicht bestätigen. Definitiv nicht dabei sein werden: Alfa Romeo, Fiat, Jeep, Peugeot, DS, Nissan, Infiniti, Mitsubishi und wie schon 2015 Volvo.

Sinkt das Interesse an Großmessen wie der IAA? Konzerne nutzen vermehrt neue Möglichkeiten der Präsentation. Eigene Veranstaltungen oder digitale Kampagnen seien preiswerter und individueller gestaltbar, meint etwa Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Von einem generellen Abwanderungstrend könne aber keine Rede sein, sagt VDA-Sprecherin Sandra Courant. Die Gründe für einen Verzicht seien je nach Hersteller unterschiedlich. Manche hätten wirtschaftliche, andere unternehmensstrategische Argumente vorgebracht.

„Bisher haben sich über 50 Pkw-Marken angemeldet, darunter die größten Automobilhersteller aus Europa, den USA und Asien. Zudem haben wir auch Anmeldungen junger asiatischer Hersteller, die neu auf der IAA präsent sein werden“, lautet die Zwischenbilanz des VDA-Präsidenten. Das unterstreiche die internationale Reputation der IAA. Viele hunderte Zulieferer kämen hinzu. „Die aktuelle Anmeldebilanz ist sehr erfreulich“, so Wissmann. Die Besucher könnten sich erneut auf die interessantesten Marken und Modelle freuen. Neun von zehn der beliebtesten und wertvollsten Marken seien auf dem Frankfurter Messegelände vertreten.

Wie reagieren die Aussteller? Doch nicht allein mit Absagen sieht sich der VDA konfrontiert. Offenbar sortieren die Autohersteller ihre Messe-Budgets neu. Besonders auffällig ist das bei Audi: Die Ingolstädter hatten in den vergangenen Jahren stets eine großzügige Halle auf der Agora, dem zentralen Platz neben der Festhalle, gebucht und dort spektakuläre Messeauftritte hingelegt. Diesmal verkleinert sich der bayerische Oberklassen-Hersteller deutlich, zieht in die benachbarte Halle und schlüpft dort bei der Konzernmutter VW unter. Zum jetzigen Zeitpunkt stünde die genaue Hallenbelegung noch nicht endgültig fest, relativierte die VDA-Sprecherin. Bis zum Sommer werde noch akquiriert. Dennoch macht das Beispiel Audi deutlich, wohin die Reise gehen dürfte. Für die Agora deutete Courant bereits neue Pläne an: Gedacht werde an einen Fahr-Parcour, der neue Technologien wie selbstfahrende Autos erlebbar mache.

Die Automobilindustrie befindet sich in einem großen Umbruch. Das wirkt sich auch auf die Automessen aus, wie Matthias Wissmann erklärt: „Die Welt der Mobilität verändert sich, die IAA ist dabei Treiber der Innovation.“ Das müsse sich auch in den Messe-Events widerspiegeln. Mit der „New Mobility World“ sei 2015 ein neues Format gestartet worden, das den Dialog und die Interaktion in den Mittelpunkt gerückt habe. Dieser Teil der IAA werde konsequent weiterentwickelt und ausgebaut. „Die New Mobility World 2017 ist der Ort für die Zukunft der Mobilität. Hier treffen Innovatoren aus Tech- und IT-Unternehmen und Start-ups auf etablierte Player. Dazu gehören zum Beispiel BlaBlaCar, Harman, IBM, International Industries, Kaspersky, Merck, NXP, Qualcomm, Siemens, Sony, TomTom und T-Systems“, erläutert Wissmann.

Sind die Chinesen auf der Überholspur? In diesen Tagen trifft sich die Autobranche in Shanghai. Die „Shanghai Auto“ sei eine einzige Machtdemonstration der Chinesen, meint Prof. Dudenhöffer. Auf dem größten Absatzmarkt der Welt sei alles vertreten, was international Rang und Namen habe. Dort würden die Zukunftsthemen der Branche diskutiert. Im Brennpunkt stehe der Aufbruch in die Zeit der Elektroautos und Vernetzung. Shanghai sei daher inzwischen die wichtigste Automesse der Welt und habe Frankfurt den Rang abgelaufen.

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