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Die Aktie des Jahres 2016: Adidas zündet die Kursrakete

And the winner is: Adidas. Die Aktie des Jahres im deutschen Leitindex Dax hat ihren Titel verteidigt. Schlusslicht 2016 ist die Commerzbank.
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Frankfurt. 

Sportlich, sportlich! Die Lieblingsmarke der Deutschen hat auch im zurückliegenden Jahr für Furore an der Börse gesorgt: Adidas bleibt nicht nur das Maß aller Dinge, wenn es in Deutschland um Fußballschuhe, Trikots der Nationalmannschaft oder Trainingsanzüge geht. Der Sportartikelkonzern aus dem fränkischen Herzogenaurach hat es geschafft, seinen (inoffiziellen) Titel als „Aktie des Jahres“ zu verteidigen. Es kommt höchst selten vor, dass ein Dax-Wert in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit dem höchsten Kursanstieg glänzen kann und seinen Aktionären damit große Freude bereitet. Doch die Marke mit den drei Streifen hat dieses Kunststück fertiggebracht. Mit einem Kursanstieg von über 60 Prozent hat Adidas die Konkurrenten im deutschen Leitindex meilenweit abgehängt. Zum Jahresauftakt waren die Adidas-Papiere mit einem Kurs von 89,91 Euro an den Start gegangen. Gestern überquerten sie als Champion mit einer Bewertung von 150,15 Euro die Ziellinie. Für einen neuerlichen Schub hat dabei der von langer Hand vorbereitete Führungswechsel gesorgt. Mit Kasper Rorsted ist im Herbst ein Manager an die Adidas-Spitze gerückt, dem ein glänzender Ruf vorauseilt. Als Vorstandsvorsitzender des Konsumgüterherstellers Henkel hat er bereits gezeigt, was er kann. Er ist mindestens ein würdiger Nachfolger der Adidas-Legende Herbert Hainer, der sich künftig verstärkt dem FC Bayern widmen will. Auf den Plätzen zwei und drei der Dax-Jahresbesten folgen Siemens und Thyssen-Krupp, die ihren Börsenwert um knapp 28 bzw. 24 Prozent steigern konnten.

Fresenius vor Merck

Zwei hessische Dax-Unternehmen, der Gesundheitskonzern Fresenius aus Bad Homburg und der Pharmakonzern Merck aus Darmstadt, haben im Vergleich zum Leitindex ein überdurchschnittlich gutes Jahr hingelegt und rund elf Prozent hinzugewonnen. Der Dax hat dagegen nur eine Verbesserung um rund sieben Prozent geschafft.

Verlierer des Jahres waren diesmal die Finanzwerte. Allen voran die krisengeplagte Commerzbank, deren Talfahrt sich mit einem dramatischen Kursverlust von fast 26 Prozent fortgesetzt hat. Der Wechsel von Martin Blessing zu Martin Zielke an der Vorstandsspitze konnten den Abwärtstrend nicht stoppen. Auch Deutschlands größtes Geldhaus, die zuletzt als „gefährlichste Bank der Welt“ skizzierte Deutsche Bank, konnte sich dem Abwärtsstrudel nicht entziehen und verlor nach einer abenteuerlichen Achterbahnfahrt am Ende fast ein Viertel ihres Börsenwertes. Selbst das Flaggschiff der Versicherungsbranche, die Münchner Allianz, büßte knapp sechs Prozent ein. Die dauerhafte Niedrigzinsphase liegt der Assekuranzbranche schwer im Magen und stellt sie vor riesige Herausforderungen.

Dass die deutschen Versorger mit der Energiewende weiterhin zu kämpfen haben, zeigt sich an deren Jahres-Performance: Der Energieriese Eon musste kräftig Federn lassen, die Kursverluste summierten sich auf 25 Prozent. Glimpflich davon kam der Konkurrent RWE, dessen Kurs stabil blieb.

Bayer abgestraft

Für den umstrittenen Deal mit dem amerikanischen Gentechnik-Unternehmen Monsanto wurde der Chemie- und Pharmakonzern Bayer gehörig abgestraft. Die Bayer-Aktie notierte zum Jahresende um gut 16 Prozent niedriger.

Überraschend haben sich die Automobilwerte 2016 entwickelt. Nicht die von „Dieselgate“ schwer belastete Volkswagen-Aktie (minus 1,3 Prozent) wurde von den Anlegern am kräftigsten abgestraft, sondern die der beiden Premiumhersteller Daimler und BMW. Beide Hersteller knickten um rund zehn Prozent ein. Die Diskussion um Fahrverbote für Diesel und die mangelnde Konsequenz in der Elektromobilität schlugen bei ihnen negativ zu Buche. Noch heftiger gebeutelt wurde der Autozulieferer Continental, der sogar 19 Prozent seiner Börsenkapitalisierung verlor.

Ein schwarzes Jahr mit etlichen Bildstörungen erlebte zudem ProSieben Sat1. Das Medienhaus wurde vor allem für seine Kapitalerhöhung abgestraft und brach schließlich um über 22 Prozent ein. Allerdings hat die Aktie von ProSieben Sat1 zuletzt eine positive Trendwende eingeleitet. Einige Analysten haben sie daher für 2017 weit oben auf ihrem Zettel.

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