Ägypten und Griechenland bei Touristen wenig gefragt

Die Krisenstaaten Ägypten und Griechenland stehen bei deutschen Touristen derzeit nicht hoch im Kurs. Unmittelbar vor der Reisemesse ITB sorgt zudem eine kritische Äußerung des CDU-Tourismuspolitikers Klaus Brähmig zu Ferien am Nil in der Branche für heftigen Unmut.
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Frankfurt/Berlin. 

Die Krisenstaaten Ägypten und Griechenland stehen bei deutschen Touristen derzeit nicht hoch im Kurs. Unmittelbar vor der Reisemesse ITB sorgt zudem eine kritische Äußerung des CDU-Tourismuspolitikers Klaus Brähmig zu Ferien am Nil in der Branche für heftigen Unmut.

Ägypten ist in diesem Jahr Partnerland der Messe, die am Mittwoch in Berlin beginnt. "Die deutschen Touristen sollten sich fragen, ob ein Urlaub in einem Land sinnvoll ist, in dem Menschenrechte missachtet und Minderheiten drangsaliert werden", sagte der Politiker dem "Hamburger Abendblatt" (Montag). Vom demokratischen Aufbruch dort sei nicht viel übrig geblieben.

Der DeutscheReiseverband (DRV) wies die Äußerung mit harschen Worten zurück: "Es ist nicht nur schlechter Stil, sondern geradezu unverantwortlich, zum Auftakt der weltgrößten Tourismusmesse ITB Berlin von Reisen nach Ägypten abzuraten", erklärte DRV-Präsident Jürgen Büchy. Gerade jetzt brauche das Land die Unterstützung aus dem Ausland. Der Tourismus sei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in in Ägypten, die Menschen seien auf die Einnahmen angewiesen.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook berichtete am Montag, dass sich die Gäste sowohl in Ägypten wie auch in Griechenland auffällig zurückhielten. Tunesien, das im vorigen Jahr nach den politischen Unruhen ebenso wie Ägypten einen Einbruch bei den Urlauberzahlen verkraften musste, habe dagegen ein echtes Comeback geschafft. Die Türkei setze ihr Wachstum ungebrochen fort. "Griechenland hat im vergangenen Jahr von der Situation in Nordafrika profitiert. In diesem Jahr schlagen die Ereignisse in Athen auf das Image des Landes durch", erklärte Deutschland-Chef Peter Fankhauser.

Auch der Duisburger Reiseveranstalter Alltours hatte berichtet, Griechenland werde von den Deutschen gemieden. Viele Urlauber verwechselten Rhodos mit Athen. "Sie glauben, überall gibt es Demonstrationen und Aversionen gegen Deutsche wegen der harten Sparpolitik, welche die Griechen (Kanzlerin) Angela Merkel anlasten", sagte Alltours-Chef, Willi Verhuven, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der Veranstalter FTI Touristik stellte dagegen eine sehr gute Entwicklung der Buchungszahlen für Ägypten und Tunesien fest. "Sowohl die Zahlen für den Winter 2011/12 als auch die Vorausbuchungen für den Sommer 2012 sind mehr als zufriedenstellend", erklärte Geschäftsführer Dietmar Gunz. Wenn die Entwicklung anhalte, werde FTI im Geschäftsjahr 2011/12 mehr Gäste in diesen Ländern verzeichnen können als vor dem Arabischen Frühling.

Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann ist insgesamt mit dem Geschäft in Deutschland zufrieden. Man liege beim Umsatz auf dem Niveau des sehr starken Vorjahres, erklärte Fankhauser. Zwar seien die Buchungszahlen für die Sommersaison im Vergleich um ein Prozent zurückgegangen, was aber durch die höheren Preise wieder ausgeglichen worden sei. Beliebtestes Ziel der Thomas-Cook-Kunden bleibe Spanien vor der Türkei und Deutschland. Tunesien präsentiere sich wieder politisch stabil und könne das Niveau aus dem Sommer 2010 wieder erreichen, wenn sich die Buchungen wie bislang fortsetzten.

(dpa)
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