Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Leitindex Dax hat den Anlegern im bisherigen Jahresverlauf Kursgewinne beschert: Aktienmarkt: Lufthansa ist der Überflieger des Jahres

Von „Politische Börsen haben kurze Beine.“ Diese Börsenweisheit hat sich in der ersten Jahreshälfte bewahrheitet. Trotz großer politischer Unsicherheiten ist der deutsche Aktienmarkt kräftig nach oben geklettert. Die Ampeln stehen weiterhin auf grün. Der große Gewinner ist die Lufthansa-Aktie. Enttäuscht haben die Autotitel.
Das Logo der deutschen Lufthansa AG Deutsche Lufthansa AG. Foto: imago stock&people (imago stock&people) Das Logo der deutschen Lufthansa AG Deutsche Lufthansa AG.
Frankfurt. 

Die gute Stimmung am Aktienmarkt hält an. Die Anleger haben sich ihren Optimismus auch nicht durch politische Wirren wie Brexit, Le Pen, Katar-Krise oder das jüngste Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea austreiben lassen. Sie sind im bisherigen Jahresverlauf auf der Käuferseite geblieben. „Angesichts dieser Ereignisse wäre überwiegend von einer Belastung für die Börsen auszugehen gewesen. Dennoch blieben die Aktienbörsen im Wesentlichen stabil und konnten im Jahresverlauf 2017 bis Ende Juni erhebliche Kursgewinne einfahren,“ zieht Achim Stranz, Chief Investment Officer bei Axa Investment Managers, zur Jahresmitte eine Zwischenbilanz.

Doch klar ist auch: Haupttreiber ist neben einer guten Konjunkturentwicklung und steigenden Unternehmensgewinnen weiterhin die Geldflut, die die großen Notenbanken dieser Welt mit ihrer Null- bzw. Niedrigzinspolitik auslösen.

Hendrik König ist Aktienstratege bei Matzler Capital Markets in Frankfurt. Bild-Zoom
Hendrik König ist Aktienstratege bei Matzler Capital Markets in Frankfurt.

Selbst die deutschen Sparer, die seit dem Kurssturz der T-Aktie als ausgesprochene Aktienmuffel gelten, haben sich angesichts des derzeitigen Anlagen-Notstandes bei risikoarmen Finanzprodukten wieder verstärkt dem Aktienmarkt zugewandt und in ihre Depots vor allem Investment- und ETF-Fonds einbuchen lassen. Der deutsche Leitindex Dax hat seit Jahresbeginn 8,3 Prozent zugenommen. Das zweitbeste Ergebnis der vergangenen fünf Jahre.

Quo vadis Dax?

Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte werden von den meisten Aktienexperten positiv gesehen. „Die politisch gelöstere Stimmung mit Blick auf die Zukunft der Eurozone und das positive Wirtschaftsklima in den Ländern der Währungsunion verstärkten sich gegenseitig,“ urteilt Metzler-Analyst Hendrik König. Der Geschäftsklimaindex in Deutschland bewege sich auf Rekordhöhe. Flankiert werde diese freundliche Entwicklung von wieder anziehenden Investitionen. „Das sind günstige Rahmenbedingungen für ein steigendes Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone – und damit auch für das Gewinnwachstum der Unternehmen“, so König.

„Europa first“

Die größten Kurschancen in den kommenden Monaten sieht der Aktienstratege von Metzler Capital Markets für folgende zehn Unternehmen: Allianz, Deutsche Post, Evonik, HeidelbergCement, Infineon, Jungheinrich, K+S, Salzgitter, Volkswagen und W&W Finanzdienstleister. Diese Empfehlungen umfassten vor allem Aktien, die davon profitieren sollten, dass sich allmählich eine Änderung des Niedrigzinsumfelds abzeichne, kommentiert König.

„Europa first“, heißt es etwa bei der Bethmann Bank. Schließlich sei die Bewertung europäischer Aktien immer noch deutlich niedriger als in Amerika, betont Anlagestratege Bernhard Ebert. „Dax-Aktien sind so hoch bewertet wie Anfang der 1990er Jahre“, sagt auch Julius-Bär-Analyst Welge. „Sie sind nicht zu teuer.“

67 Prozent Kursplus

Die höchsten Kursgewinne unter den 30 Dax-Titeln verzeichnet die Lufthansa. Seit Januar befindet sich die Aktie der größten Fluggesellschaft des Landes auf Höhenflug: Das Papier hat 67,1 Prozent an Wert gewonnen und lässt die Anleger jubilieren. Binnen Jahresfrist haben sich die Anteilsscheine der Airline sogar mehr als verdoppelt. Für die meisten Aktienexperten kam dieser Höhenflug überraschend. Doch die Einigung mit den Piloten nach vierjährigem Tarifkonflikt mit vielen Streiks und ein Rekordergebnis haben dem Mitglied der Star Alliance ungeahnte Schubkraft verliehen, schätzt Analyst Michael Kuhn von Société Générale. Auch die erfolgreiche Auslandsexpansion der Tochter Eurowings dürfte eine Anteil daran haben.

<span></span> Bild-Zoom

Dass es die Commerzbank als zweitbeste Aktie mit einem Kursplus von deutlich über 50 Prozent aufs Treppchen geschafft hat, hätten wohl die wenigsten erwartet. Doch die Geschäftsentwicklung ist wieder solide. Der neue Bank-Chef genießt Vertrauen und bekommt auch eine Menge Vorschusslorbeeren von den Anlegern. Zusätzliche Kursfantasie kam zuletzt durch Spekulationen auf, Höllenhund-Hedgefonds Cerberus denke an einen Einstieg bei der Frankfurter Großbank.

Dass die beiden über etliche Jahre in den Keller geprügelten Energiekonzerne RWE und Eon in der Spitzengruppe auftauchen, ist der Milliardenrückzahlung aus der gekippten Brennelementesteuer zu verdanken. Anleger hoffen auf eine Sonderausschüttung oder eine kräftige Dividendenerhöhung.

PS-Branche im Keller

Tief im Dax-Keller finden sich Deutschlands Oberklasse-Autohersteller. Schlusslicht ist der Daimler-Konzern. Obwohl die Verkaufszahlen stimmen, die Gewinnentwicklung ordentlich ist, haben Anleger die PS-Werte von ihrer Favoritenliste gestrichen und verkauft. Dabei mag die emotionsgeladene Diskussion um Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge ebenso eine Rolle gespielt haben wie die schleppenden Fortschritte bei der Elektromobilität. Obwohl BMW wie auch Mercedes Milliarden in die Entwicklung von Elektroautos pumpen, hat sich in den Köpfen der Anleger wohl festgesetzt, dass sie vom US-Pionier Tesla abgehängt wurden. Mag sein, dass die IAA im September in Frankfurt eine Trendwende bringt.

Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse