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Blue Origin Rakete: Amazon-Gründer Bezos macht Druck

Schneller als geplant will Jeff Bezos das US-amerikanische Raumfahrtunternehmen Blue Origin vom Start-Up- in den Produktionsmodus bringen. Angesichts der Konkurrenz drückt der Amazon-Gründer aufs Tempo.
Amazon-Gründer Jeff Bezos bei der Inspektion der Startrampe vor dem Jungfernflug seines Raumfahrzeuges „New Shepard“. „New Glenn“ soll in zwei Jahren folgen. Foto: Blue Origin (Blue Origin) Amazon-Gründer Jeff Bezos bei der Inspektion der Startrampe vor dem Jungfernflug seines Raumfahrzeuges „New Shepard“. „New Glenn“ soll in zwei Jahren folgen.
Seattle. 

Amazon-Gründer Jeff Bezos drückt Insidern zufolge bei seiner privaten Raketenfirma aufs Tempo angesichts zunehmender Konkurrenz und Hinweisen auf Probleme beim Zeitplan. Der reichste Mann der Welt wolle Blue Origin nun schnell vom Startup- in den Produktionsmodus bringen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von drei Mitarbeitern, die namentlich nicht genannt werden wollten.

Demnach hat sich die Belegschaft seit Anfang 2016 auf 1500 mehr als verdoppelt. Yohann Leroy, Vize-Chef des wichtigen Blue-Origin-Kunden Eutelsat, sagte, die Zahl solle sich nun in den kommenden zwei bis drei Jahren erneut verdoppeln. Ein Mitarbeiter von Blue Origin beschrieb den beschleunigten Ausbau als „hyperbolisch“.

Testflug in zwei Jahren

Bezos gründete Blue Origin vor 18 Jahren und steckt jährlich eine Milliarde Dollar seines Vermögens in die Firma. Im Zentrum der neuen Offensive steht die Rakete „New Glenn“. Der erste Testflug soll in zwei Jahren stattfinden, erster Kunde soll Eutelsat sein. Allerdings haben die Amerikaner einem Insider zufolge gegenüber den Franzosen eingeräumt, das Zieldatum 2020 sei „sehr aggressiv“ gewählt. Den Kreisen zufolge arbeiten die Ingenieure von Blue Origin immer noch an Details der Rakete und haben gerade damit angefangen, erste Komponenten zu bauen, die dann erst getestet werden müssten. Eine Blue-Origin-Sprecherin nahm dazu nicht Stellung.

Rivale SpaceX droht

Leroy zeigte sich optimistisch, dass eine „New Glenn“-Rakete bis Ende 2022 einen Eutelsat-Satelliten in den Weltraum bringen werde. „Natürlich kann ich nicht garantieren, dass sie ihre ursprüngliche Zeitlinie einhalten werden“, sagte er. „Aber wir sind zuversichtlich, dass sie nicht sehr davon abweichen werden.“ Dem Insider zufolge haben die Unternehmen vereinbart, von 2021 bis 2022 einen Satelliten in die Umlaufbau zu bringen. Bei einer Verzögerung entstünden keine zusätzlichen Kosten für Blue Origin.

Für Bezos drängt die Zeit. Neben etablierten Rivalen wie die United Launch Alliance von Boeing und Lockheed Martin oder die Ariane-Group aus Airbus und Safran macht insbesondere ein einheimischer Rivale Druck: Das Unternehmen SpaceX des Tesla-Gründers Elon Musk hat mehr als 50 erfolgreiche Starts der Raketen-Reihe „Falcon“ hingelegt. Im Februar hob erstmals die „Falcon Heavy“ ab, die derzeit leistungsstärkste Rakete. Musk hatte zuvor erklärt, bei einem erfolgreichen Test heiße es in dieser Raketenklasse „game over“ für die Konkurrenz. Die Aufträge in den Büchern von SpaceX summieren sich zu Milliarden und stammen unter anderem von der US-Raumfahrtbehörde Nasa und dem US-Militär. Die Firma hat 6000 Angestellte. Trösten kann sich Bezos damit, dass Experten für die kommenden Jahre einen dramatischen Anstieg der Nachfrage erwarten. Einer Schätzung des Raumfahrt-Analysten Marco Caceres von der Teal Group zufolge dürften ab 2020 jährlich etwa 800 kleine Satelliten ins All gebracht werden – mehr als doppelt so viele wie durchschnittlich in den vergangenen zehn Jahren.

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