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Konsumgüter-Messe: Ambiente feiert „Dolce Vita“

Von Die weltgrößte Konsumgüter-Messe zeigt bis Dienstag Neuheiten aus den Bereichen Geschirr, Schmuck oder Kleinelektro. Im Mittelpunkt steht diesmal Italien.
Wieder mehr Porzellan auf der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt: „Swinging Vases“ am Stand von Rosenthal (Selb). Foto: Arne Dedert (dpa) Wieder mehr Porzellan auf der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt: „Swinging Vases“ am Stand von Rosenthal (Selb).
Frankfurt. 

„Bella Italia“ und „Dolce Vita“: Italienische Lebensart steht weltweit für Eleganz und Design, leckere Küche und Freude an schönen Dingen. Das Mittelmeerland zählt traditionell zu unseren wichtigsten Handelspartnern, bei den Importen lag es im Länderranking zuletzt auf Rang fünf, beim Export auf Platz sieben. Bei den Konsumgütern – egal, ob Espressomaschinen, Handtaschen oder Blumentöpfe – spielt es eine noch wichtigere Rolle; seit 2010 besonders stark gewachsen sind die Einfuhren von Wohnraumleuchten, Uhren oder Lederwaren. Dieses Jahr steht Italien als Partnerland im Zentrum der weltgrößten Konsumgütermesse „Ambiente“, die morgen in Frankfurt ihre Tore öffnet.

Auch im Einzelhandel sind italienische Produkte ein Zugpferd: 35 Prozent der vom Institut für Handelsforschung (IFH, Köln) befragten Fachhändler führen sie im Sortiment, noch deutlich wichtiger sind sie in den „Ambiente“-Produktgruppen: 54 Prozent der Haushaltswaren-Geschäfte, 53 Prozent der Gartencenter oder 38 Prozent der Leder-Fachhändler bieten Waren „Made in Italy“ an. Rund ein Viertel ihres Umsatzes machen Leder-Fachhändler mit italienischen Produkten; im Elektrohandel sind es 17,5 Prozent (jede fünfte Kaffeemaschine kommt aus Italien), bei Haushaltswaren immerhin 7,4 Prozent. Noch höher wäre die Bedeutung des Landes wohl, bezöge man auch „Trittbrettfahrer“ wie ECM (früher „Espresso Company Milano“, tatsächlich aus Heidelberg) oder Bruno Banani (Chemnitz) mit ein. Die Kunden verbinden mit „Made in Italy“ vor allem hochwertige Optik (70 Prozent der Befragten) und Design (65 Prozent, weniger Lebensgefühl (56 Prozent) oder Qualität (52 Prozent).

Sonderschau

Auf der „Ambiente“ hat die weltbekannte Designerin Paola Navone aus Mailand im Foyer der Halle 4.1 eine Sonderausstellung zum Partnerland gestaltet, am Montag kommt der Schauspieler Mario Adorf zum Rundgang. Auch die Zahl der Aussteller aus Italien bleibt mit 367 praktisch stabil, darunter sind bekannte Marken wie Alessi, Guzzini oder Millefiori. Dagegen sank die Zahl der Teilnehmer aus Deutschland um 17 Prozent auf 904, der aus China (samt Hongkong) um 18 Prozent auf 576.

Dadurch ging auch die Zahl der Unternehmen insgesamt um neun Prozent auf 4387 zurück, der Messe Frankfurt fehlt Umsatz in Millionenhöhe. Grund sind die Bauarbeiten für die neue Halle 12: Auf dem Baugelände stand in den Vorjahren eine zusätzliche Leichtbauhalle mit asiatischen Ausstellern, die auch noch 2017 weichen müssen. Zusätzlich waren dort Parkplätze untergebracht, für die nun die oberste Ebene der Halle 9 geräumt wurde; dort müssen viele deutsche Kleinstfirmen aus den Bereichen Schmuck und Geschenkartikel weichen.

96 Staaten

Die Veranstalter hoffen auf Rückenwind durch den steigenden Konsum in Deutschland. Dadurch blickt der – auf lange Sicht unter dem Sterben der Fachgeschäfte und dem Trend zum Online-Einkauf leidende – stationäre Handel auf ein erfreuliches Jahr 2015 zurück. Besonders stark gewachsen sind zuletzt die Märkte für Elektrokleingeräte, Luxus-Uhren oder Lederwaren, während das Geschäft mit Bilderrahmen rückläufig war. Messe-Geschäftsführer Detlef Braun: „Ab Freitag ist Showtime. Wer nicht hier ist, hat etwas verpasst.“ Das musste auch die kriselnde Porzellan-Branche einsehen: Nach Wedgwood sind die Porzellan-Manufakturen Meissen und Höchst ebenfalls auf die Messe zurückgekehrt und zeigen neben Seltmann, Villeroy & Boch oder Kahla ihre Neuheiten. Aussteller aus insgesamt 96 Ländern – so vielen wie nie zuvor – sind dabei. Die ausländischen Teilnehmer, erstmals auch aus Myanmar, Armenien, der Mongolei oder Jordanien, stellen 79 Prozent der Firmen, erwartet werden erneut rund 135 000 Fachbesucher.

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