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Leitindex schießt auf Rekordhoch: Anleger feiern: Vive la France

Anleger sind in Partylaune: Das Ergebnis der ersten Runde bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich sorgt für ein Stimmungshoch an den Aktienmärkten.
Bangemachen gilt nicht. Das rote Teufelchen muss zurück in die Schublade: Die Ängste vor einem Zerfall der EU sind weggewischt. Die Anleger haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und den Dax auf ein Allzeithoch getrieben. So steht es an der großen Dax-Tafel im Frankfurter Börsensaal geschrieben. Foto: Arne Dedert (dpa) Bangemachen gilt nicht. Das rote Teufelchen muss zurück in die Schublade: Die Ängste vor einem Zerfall der EU sind weggewischt. Die Anleger haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und den Dax auf ein Allzeithoch getrieben. So steht es an der großen Dax-Tafel im Frankfurter Börsensaal geschrieben.
Frankfurt. 

Allez l’Europe! Die Erleichterung über den Sieg des Pro-Europäers Emmanuel Macron bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl hat die Finanzmärkte weltweit beflügelt. Der Dax markierte ebenso wie der Index für die weltweit größten Börsenwerte einen neuen Bestwert. Der Pariser Auswahlindex CAC40 erreichte zeitweise ein Neun-Jahres-Hoch. Der Euro war mit 1,0935 Dollar so teuer wie zuletzt vor fünfeinhalb Monaten.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) zeigt die Wertentwicklung der größten deutschen Unternehmen. Foto: Frank Rumpenhorst/Illustration
Dax im Höhenflug Kommentar: Die Luft wird dünner

In den nächsten Tagen starten die Dax-Konzerne ihre Berichterstattung über die Ergebnisse des ersten Quartals 2017. Dann müssen sie liefern, sonst ziehen sich enttäuschte Anleger schnell wieder zurück. Ein Kommentar von Michael Balk.

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„Nun deutet vieles darauf, dass nach der Stichwahl am 7. Mai ein französischer Präsident namens Emmanuel Macron die europäische Idee nicht nur unterstützt, sondern mit wirtschaftlichem Sachverstand zu reformieren in der Lage ist“, sagte Thomas Böckelmann, Chef-Portfoliomanager des Vermögensverwalters Euro-Switch. Darauf setzte auch Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Möglicherweise kann Macron tatsächlich der streikfreudigen französischen Bevölkerung einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs schmackhaft machen.“ Die Experten der BayernLB verwiesen auf einen weiteren Aspekt: „Dass die Umfragen zur ersten Runde am Ende recht genau waren, stützt das Vertrauen der Anleger in die Stichwahl-Umfragen, die einen etwa 20 Prozentpunkte-Vorsprung von Macron sehen.“

Vor diesem Hintergrund ging der Pariser Auswahlindex CAC40 4,1 Prozent fester bei 5268,85 Zählern aus dem Handel. Das ist der größte Tagesgewinn seit fünf Jahren. Bei französischen Staatsanleihen griffen Investoren ebenfalls zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel zeitweise auf ein Drei-Monats-Tief von 0,756 Prozent. Der Dax stieg in der Spitze auf 12 456,18 Punkte und schloss 3,4 Prozent im Plus bei 12 454,98 Zählern. Der Euro-Stoxx50 verabschiedete sich 3,9 Prozent höher bei 3574,46 Stellen in den Feierabend. An der Wall Street legten Dow Jones und S&P 500 jeweils ein Prozent zu. Der Nasdaq stieg um bis zu 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 5983,43 Punkten. Der MSCI-Weltindex erreichte zeitweise 453,38 Zähler.

Renditen steigen

Die als sicher geltenden Bundesanleihen warfen Anleger dagegen aus ihren Depots. Der Bund-Future, der auf diesen Papieren basiert, büßte 129 Ticks auf 161,45 Punkte ein. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 1273,86 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Banken legen zu

Angeführt wurde die Rally an den Aktienmärkten von den Finanzwerten. Mit der Wahl gebe es kein Risiko eines massiven Kapitalabflusses aus Europa mehr, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. „Die Anleger sorgen sich nicht länger um die Zukunft des Euro.“ Kandidatin Marine Le Pen wollte über einen Austritt ihres Landes aus der EU und der Eurozone abstimmen lassen. Vor diesem Hintergrund stieg der Index für die Banken der Eurozone um 7,2 Prozent – so stark wie zuletzt vor viereinhalb Jahren. Neben französischen Geldhäusern wie Société Générale oder Crédit Agricole waren die krisengeplagten italienischen Institute gefragt, allen voran die HVB-Mutter UniCredit. Banken aus diesen Ländern verbuchten zeitweise zweistellige prozentuale Kursgewinne. Commerzbank und Deutsche Bank lagen mit jeweils mehr als neun Prozent nur knapp dahinter.

Die positive Branchenstimmung schwappte auch über den Ärmelkanal und den Atlantik: In London gewannen Barclays und Standard Chartered bis zu 5,4 Prozent. An der New Yorker Börse legten Goldman Sachs und JPMorgan je gut drei Prozent zu.

Experten warnten allerdings vor allzu großer Euphorie. „Die Umsetzung der Wahlversprechen ist wohl schwieriger als erwartet“, schreibt Helaba-Analyst Markus Reinwand mit Blick auf die USA. Die DZ-Bank verweist dagegen auf ein für Aktienmärkte grundsätzlich positives Umfeld. „Neben der weltwirtschaftlichen Beschleunigung, die sich erstmalig seit einigen Jahren in deutlich steigenden Unternehmensgewinnen niederschlagen sollte, erwarten wir auch nur einen moderaten Anstieg von Zinsen und Inflation.“ Jens Wilhelm von der Fondsgesellschaft Union Investment sieht es so: „Das Börsenjahr droht unruhig zu werden, da vieles im Umbruch ist.“

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