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Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosenzahl sinkt wegen mildem Wetter

Von Das milde Wetter im Januar macht sich in der Arbeitsmarktstatistik positiv bemerkbar. Sogar die Zahl arbeitsloser Ausländer sinkt binnen Jahresfrist.
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Frankfurt. 

Dank der guten Konjunktur und des milden Winters ist der saisonübliche Anstieg der Arbeitslosigkeit in Hessen im Januar geringer ausgefallen als üblich. 167 610 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur für Arbeit gestern in Frankfurt mitteilte. Das war der niedrigste Stand in einem Januar seit über einem Vierteljahrhundert. Die Zahl lag zwar um 11 257 höher als noch im Dezember, binnen Jahresfrist sank sie jedoch um 11 514 oder 5,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag mit 5,0 Prozent um 0,4 Punkte unter dem Vorjahreswert.

Wegen des milden Wetters und des drohenden Fachkräftemangels haben besonders Bau und Handel auch im eigentlich schwierigen Monat Januar an ihren Mitarbeitern festgehalten, wie der Leiter der Regionaldirektion, Frank Martin, erläuterte. Die positive Tendenz werde sich fortsetzen, weil die Besetzung offener Stellen schwieriger werde. Die Kehrseite: Es wächst der Anteil der Langzeitarbeitslosen und Älteren, bei denen man mehr Zeit für Qualifizierung und Weiterbildung einkalkulieren müsse.

Weniger stark als die Arbeitslosenzahl sank die Unterbeschäftigung, und zwar binnen Jahresfrist um 2,6 Prozent auf 229 449. Diese erfasst auch diejenigen, die in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Umschulungen oder Sprachkursen geparkt oder kurzfristig arbeitsunfähig sind. Auf der anderen Seite die Zahl der offenen Stellen.

Mehr Beschäftigte

Entgegen vieler öffentlicher Debatten ist auch die Zahl arbeitsloser Ausländer in den vergangenen zwölf Monaten keineswegs gestiegen, sondern leicht gesunken. Speziell unter den Flüchtlingen sind in Hessen mittlerweile 15 441 arbeitslos gemeldet, ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Demgegenüber stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Migranten aus den wichtigsten außereuropäischen Asylherkunftsländern (unter anderem Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea) um fast die Hälfte auf 19 400. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt stieg zuletzt (Stand November) um 2,5 Prozent und damit etwas stärker als im Bundesdurchschnitt. Vor allem in den Bereichen Dienstleistungen und Logistik entstanden neue Stellen.

Am höchsten liegt die Arbeitslosenquote weiterhin in der Stadt Offenbach (9,9 Prozent, kaum niedriger als im Vorjahr), beim Vorletzten – der Stadt Kassel – ist immerhin ein deutlicher Rückgang zu Anfang 2017 zu verzeichnen. Dagegen erreicht die Quote im Kreis Fulda nur 3,0 Prozent, kaum höher liegt sie im Main-Taunus-Kreis und im Hochtaunuskreis. Am stärksten gestiegen im Kreis Bergstraße, am deutlichsten zurückgegangen im Kreis Schwalm-Eder.

Reformen gefordert

Nach Einschätzung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) ist die Chance, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, so gut wie schon lange nicht mehr. „Die Zahl der offenen Stellen in Hessen ist auf einem Rekordhoch“, sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Arbeitslose, die über ihren Wohnort hinaus eine Beschäftigung suchten, fänden häufiger und schneller wieder einen Job. Diese Chance sollten sie nutzen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte die Abschaffung der Befristung ohne sachlichen Grund sowie eine Reform der Minijobs. „Sowohl die sachgrundlose Befristung eines Arbeitsverhältnisses als auch Minijobs erübrigen sich bei einer solchen Arbeitsmarktlage“, sagte der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph. „Einerseits suchen Betriebe händeringend nach Personal, andererseits verhindern sie durch befristete Arbeitsangebote eine enge Betriebsanbindung. Diejenigen, die ihren Beschäftigten keine berufliche Perspektive bieten, werden bei der Fachkräftesicherung erfolglos sein.“

Bei den Minijobs müsse vom ersten Euro eine Sozialversicherungspflicht gelten; die pauschale Besteuerung gehöre abgeschafft. Zudem müssten für Minijobs dieselben Arbeitsbedingungen gelten wie für Vollzeitarbeit. „Die meisten Menschen, die in Minijobs arbeiten, würden lieber einer regulären Arbeit nachgehen. Es ist schwer zu begreifen, dass die Wirtschaft auf dieses Arbeitskräftepotenzial verzichtet“, sagte Rudolph.

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