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Hohe Kosten: Auch in Hessen: Erste Banken bitten eigene Kunden beim Abheben zur Kasse

Von Hohe Kosten fürs Geldabheben bei fremden Banken sorgen schon lange für Ärger. Aber jetzt kassieren die ersten Institute am Automaten ihre eigenen Kunden ab.
So manche Bank holt sich mittlerweile Geld, wenn ein Kunde Geld holt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) So manche Bank holt sich mittlerweile Geld, wenn ein Kunde Geld holt.
Frankfurt. 

Ende der Umsonstkultur: In der Niedrigzinsphase drehen immer mehr Banken und Sparkassen – meist still und heimlich – an der Gebührenschraube. Zum Beispiel werden auf der Suche nach neuen Einnahmequellen monatliche Kontoführungsgebühren eingeführt oder erhöht; einige Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken verlangen nun auch Geld von Kunden, wenn sie am Automaten Geld abheben. Früher war es gültige Rechtslage, dass jedermann ohne Kosten ans eigene Geld herankommen musste – das gilt heute nicht mehr.

Nach einer Erhebung des Finanzportals biallo.de bitten bereits mehr als 150 der knapp 1000 Volks- und Raiffeisenbanken und 43 der gut 400 Sparkassen ihre Kunden beim Abheben am Geldautomaten zur Kasse; dort fallen je nach Kontomodell Gebühren von 19 Cent bis zu einem Euro an. Manche Institute erlauben ihren Kunden pro Monat nur eine begrenzte Anzahl kostenloser Abhebungen oder beschränken diese auf die Öffnungszeiten der Filiale. Andere kassieren gleich beim ersten Mal. Die Auswertung zu den Genossenschaftsbanken läuft Biallo zufolge noch, so dass sich die Zahl weiter erhöhen könnte. „Bankdienstleistungen sind nicht kostenlos – die Verbraucher verstehen und akzeptieren das auch“, sagt der Präsident des Genossenschaftsverbandes, Michael Bockelmann.

Preistreiber in Hessen

In Hessen bitten nur zwei Sparkassen ihre eigenen Privatkunden zur Kasse: 0,30 Euro je Abhebung (fünf im Monat sind frei) kostet es bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf beim Kontomodell S-Giro-Flex. 0,40 Euro je Vorgang (fünf ebenfalls frei) werden bei der Sparkasse Dillenburg fällig. Die Sparkasse Hanau hat ihre Abhebegebühr nach kritischen Presseberichten diese Woche wieder abgeschafft.

Bei den Volks- und Raiffeisenbanken der Region greift das neue Einnahmemodell ebenfalls schon um sich: Die Frankfurter Volksbank kassiert im Kontomodell „Einzelabrechnung“ 0,35 Euro je Abhebung zwischen 18 und 8 Uhr. Die Volksbank Oberursel verlangt im VR-Privatkonto außerhalb der Filialgeschäftszeiten 0,35 Euro, die Raiffeisenbank Offenbach/Bieber im VR-Privatkonto außerhalb der Öffnungszeiten – also auch in der Mittagspause zwischen 13 und 14 Uhr oder am Freitagnachmittag – sogar 0,40 Euro.

Bundesweit fällt auf, dass vor allem Institute im ländlichen Raum in manchen Kontomodellen Geld fürs Geldholen nehmen – zum Beispiel Genossenschaftsbanken in Erding, Gotha oder Ratzeburg sowie die Sparkassen Rottal-Inn, Anhalt-Bitterfeld oder Elbe-Elster. „Die Absicht ist, die Kunden zu den teuren Kontomodellen zu verleiten“, sagt der Gründer des Vergleichsportals, Horst Biallo. Mit einer höheren Monatspauschale ließen sich die Abhebe-Gebühren zwar umgehen, für viele Kunden lohne sich das aber nicht.

Die Gratis-Variante

Doch gibt es weiterhin Gratis-Alternativen: Bei den privaten Instituten der sogenannten Cash Group – Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Postbank – ist die Bargeldversorgung am Automaten für eigene Kunden nach wie vor kostenlos, auch bei der Sparda-Bank Hessen, der Frankfurter Sparkasse oder den Direktbanken (allerdings mit Einschränkungen bei der flächendeckenden Versorgung) fallen keine Kosten an. u

Für Abhebungen bei anderen Instituten bzw. außerhalb der eigenen Automaten-Verbünde verlangen Banken schon seit Jahren Gebühren. Diese müssen aber vor der Abhebung angezeigt werden. Sparkassen und Volksbanken betreiben die mit Abstand dichtesten Geldautomaten-Netze in Deutschland.

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