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Ausblick auf Die Woche: Rheintal-Bahnstrecke, Deutsche Einheit und Nobelpreis

Zahlreiche Menschen stehen am 01.10.2017 in Berlin auf der Straße des 17. Juni am Brandenburger Tor. Dort findet die Einheitsfeier statt. Bilder > Foto: Paul Zinken (dpa) Zahlreiche Menschen stehen am 01.10.2017 in Berlin auf der Straße des 17. Juni am Brandenburger Tor. Dort findet die Einheitsfeier statt.

Ich war gerade in Bosnien, wo man sich in vielerlei Hinsicht mehr
zu Hause fühlen kann als daheim: Die Menschen sind gastfreundlich, statt AfD zu wählen, viele sprechen akzentfrei Deutsch, und vor allem zahlt man in Mark und Pfennig. Nicht in der „echten“ deutschen Währung von früher natürlich, sondern in einer Art Notgeld – doch rechnet man Marka und Feninga im „richtigen“ Kurs 1,956:1 in Euro und Cent um. Andererseits zeugen die Ruinen kriegszerstörter Häuser und Einschusslöcher in vielen Fassaden noch heute davon, wozu Nationalismus führen kann; das sollte den Brexiteers in England und den Separatisten in Katalonien eigentlich eine Warnung sein.

Bahnstrecke wieder frei

Vor der Wiederaufnahme des Verkehrs auf der wochenlang gesperrten Rheintal-Bahnstrecke liefen gestern die letzten Arbeiten, nach Angaben der Deutschen Bahn nach Plan. Heute kurz nach Mitternacht soll der erste Personenzug den reparierten Abschnitt in Rastatt passieren. Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr wichtige Nord-Süd-Verbindung war seit dem 12. August gesperrt, als sich beim Tunnelbau die Schienen abgesenkt hatten. Gut sieben Wochen lang mussten täglich rund 30 000 Reisende und Pendler in Busse umsteigen – sie waren damit etwa eine Stunde länger unterwegs. Der Güterverkehr musste umgeleitet werden. Denn einen „Plan B“ für den Fall einer baubedingten Streckensperrung hatte die Bahn nicht. Der Logistik-Verband BGL klagte über chaotische Zustände an Containerbahnhöfen, der Gesamtschaden könnte die Milliardengrenze überschreiten.

Die Einheit feiern?

Das Ergebnis der Bundestagswahl, das in West- und Ostdeutschland extrem unterschiedlich ausfiel, überschattet die Einheitsfeiern am 3. Oktober. Zeigt es doch, dass die innere Einheit noch lange nicht erreicht ist, auch wenn die Arbeitslosenzahlen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen seit Jahren sinken. Die Feiern finden in diesem Jahr in Mainz statt, weil Rheinland-Pfalz aktuell den Vorsitz im Bundesrat hat.

Museums-Neueröffnung

Markante Architektur statt hässlicher Betonklotz: Der Neubau des Historischen Museums am Römerberg wird nach mehr als sechs Jahren Bauzeit am 7. und 8. Oktober mit einem großen Bürgerfest eröffnet. Die Ausstellungen „Frankfurt Einst?“ und „Frankfurt Jetzt!“ laden zur Beschäftigung mit Geschichte und Gegenwart der Stadt ein. Übers gesamte Wochenende gibt es kostenlose, halbstündige Führungen durch das neue Ausstellungshaus, der Eintritt kostet regulär 8 Euro.

Nobelpreis-Verkündung

Heute beginnt mit der Medizin die diesjährige Nobelpreis-Saison, deren Höhepunkt die Verkündung des Friedensnobelpreisträgers am Freitag ist. Die steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sorge um die Atomprogramme in Nordkorea und dem Iran und der damit verbundenen wachsenden internationalen Spannungen. Für den Friedensnobelpreis – im vergangenen Jahr erhielt ihn der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos für seine Friedensbemühungen im Konflikt mit der Farc-Guerilla – gab es 2017 insgesamt 318 Nominierungen. Klare Favoriten sind nicht in Sicht, in Betracht kämen die Architekten des Atomabkommens mit dem Iran, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, der inhaftierte saudiarabische Blogger und Menschenrechtler Raif Badawi oder auch „Whistleblower“ Edward Snowden, der geheime Überwachungsprogramme des US-Geheimdienstes NSA an Medien weitergab. Morgen folgt die Auszeichnung für Physik, am Mittwoch für Chemie, am Donnerstag für Literatur.

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