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Aus unserer Wirtschaftsredaktion: Ausblick auf die Woche

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Das Logo der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Das Logo der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

Sie haben es auf unserer Titelseite sicherlich gelesen: Rund 348 000 Menschen pendeln inzwischen werktäglich nach Frankfurt, um in der Mainmetropole ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dass sie diese Strapazen auf sich nehmen, hat nicht nur damit zu tun, dass das Umland dieser Großstadt so schön ist. Es ist auch und vor allem dem Umstand geschuldet, dass Durchschnittsverdiener in Frankfurt kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden. Zu groß ist auf dem Wohnungsmarkt die Konkurrenz von nach wie vor üppig entlohnten Bankern, Juristen oder Unternehmensberatern. Insofern werden viele Bewohner der Region mit gemischten Gefühlen reagieren, wenn Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) nach seiner Rückkehr aus London heute berichtet, wie erfolgreich er dort bei Unternehmenschefs, die mit Unbehagen auf den Brexit schauen, für den Finanzplatz Frankfurt geworben hat. Frankfurt erlebt schon seit Jahren einen starken Zuzug: Jährlich kommen rund 15 000 Menschen hinzu. Braucht Frankfurt da wirklich noch mehr Banker und damit noch höhere Mieten? Klar, Menschen mit überdurchschnittlichen Einkommen geben mehr Geld aus, stärken die Wirtschaftskraft der Stadt, deren Kasse und Renommee. Aber wenn dafür Bezieher geringer Einkommen immer mehr aus der Innenstadt und den innenstadtnahen Stadtvierteln verdrängt werden, ist der Preis vielleicht zu hoch. Es wäre an der Zeit, dass sich unsere gewählten Volksvertreter mal ernsthaft Gedanken darüber machen, wem Ihre Fürsorge gelten sollte.

Musikmesse

„Wo man singt, da lasse Dich ruhig nieder. Böse Leute haben keine Lieder“, sagt der Volksmund – in Abwandlung einer Strophe des Gedichtes „Die Gesänge“ von Johann Gottfried Seume. Insofern ist anzunehmen, dass in dieser Woche besonders viele gute Menschen zum Verbleib in Frankfurt einladen. Denn am Mittwoch eröffnet die alljährliche Musikmesse – und mit ihr das zweite Musikmesse-Festival mit über 50 Konzerten auf mehr als 30 Bühnen. 20 000 Besucher lockte das Festival im vergangenen Jahr an; mehr als 100 000 Besucher aus aller Herren Länder zählte die Messe.

DekaBank

Am Dienstag wird das Wertpapier-Haus der Sparkassen seine Bilanz vorlegen. Die DekaBank ist zurzeit auf mehreren Baustellen aktiv: Vor einem Umbau befindet sich die Tochter LBB Invest, die ehemalige Fondsschmiede der geschrumpften Landesbank Berlin, die vor dem Umzug nach Frankfurt und einer Stellenkürzung sowie einer Umbenennung steht. Ein Ausbau könnte im Vertrieb geplant sein, nachdem die DekaBank 2016 den Online-Wertpapierhändler S Broker vollständig übernommen hatte. Und ein Abbau dürfte das Segment der Bonitätsanleihen derzeit erleben, nachdem die Finanzaufsicht BaFin zwischenzeitig ein Vertriebsverbot ins Auge gefasst hatte und sich die Branche anschließend auf eine umfassende Selbstverpflichtung einließ.

Der Geschäftsverlauf selbst hat sich schon abgezeichnet: Das Neugeschäft, so deuten die Zahlen bis Ende September an, fiel 2016 solide aus und liegt vermutlich im zweistelligen Milliardenbereich. Die Prognose für das wirtschaftliche Ergebnis aber hatte die Bank von zuvor 500 Millionen auf „leicht über 400 Millionen Euro“ korrigiert, weil Schiffskredite und Pensionsrückstellungen belasten. Einen Umbau der Führungsspitze, der eine Trennung zwischen Bankgeschäft und Asset-Management vorsah, hat die Deka bereits hinter sich. Nun sollen offenbar auch die Kosten verstärkt in den Blick geraten.

Boehringer

Am Mittwoch präsentiert der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim seine Zahlen fürs vergangene Jahr. Neben Bayer ist Boehringer der größte Branchenvertreter in Deutschland – 1885 gegründet von Albert Boehringer am Rande der alten Kaiserpfalz Ingelheim am Rhein. Das Familienunternehmen steckt mitten im größten Umbau seiner Geschichte. Eine von der Familie finanzierte Stiftung, mit deren Geld die Uni Mainz ein Institut für Molekularbiologie aufgebaut hat, wurde unlängst durch einen unvorsichtig formulierten Vertrag in Verruf gebracht: Den Boehringers wird vorgeworfen, sie wollten sich in die Freiheit der Forschung einmischen. Und der Stiftungsvorsitzende, auch er ein Mitglied der Familie, hat einen Gerichtsprozess am Hals, weil er beim privaten Aktienhandel Insider-Informationen genutzt haben soll.

Deutsche Bank

Am Donnerstag läuft die Zeichnungsfrist für die rund acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung der Deutschen Bank aus. Börsianer interessieren sich unter anderem dafür, ob alle Großanleger mitziehen. Seit Beginn der Zeichnungsfrist haben die Aktien des Geldhauses etwa vier Prozent zugelegt – mehr als doppelt so stark wie der Dax.

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