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Ausblick auf die Woche

Sandhügel vor der EZB, aufgenommen am Freitag (15.07.2016) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler Sandhügel vor der EZB, aufgenommen am Freitag (15.07.2016) in Frankfurt am Main.

Liebe Leser, politische Großereignisse werden die Finanzmärkte auch in der neuen Woche auf Trab halten. In Großbritannien muss Premierministerin Theresa May bei der Wahl am Donnerstag um ihre Mehrheit im Unterhaus bangen. Der Ausgang der Wahl wird zweifellos großen Einfluss auf das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen haben. Sollten die Konservativen um Theresa May auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen sein, wird ein „sanfter Brexit“ wahrscheinlicher, bei dem Großbritannien nach einem EU-Austritt den Zugang zum europäischen Binnenmarkt behält. Vor diesem Hintergrund hatte der Kurs des Pfund Sterling in den vergangenen Tagen heftig geschwankt – abhängig von den jeweiligen Umfrage-Ergebnissen. Gleichzeitig erreichten die Wetten auf einen erneuten Kurssturz des Pfund den höchsten Stand seit fast acht Monaten.

Der Dax hat dagegen vergangene Woche um 1,8 Prozent zugelegt und damit den siebten Wochengewinn in Folge erzielt. Das ist die längste Serie seit viereinhalb Jahren. Motor dieser Entwicklung ist vor allem der wachsende Konjunkturoptimismus in Europa. Das Wachstum in der EU könnte dieses Jahr die Zwei-Prozent-Marke erreichen – und die Inflation in der Eurozone entsprechend anheizen.

Europäische Zentralbank

Die gute konjunkturelle Entwicklung in der Währungsunion wird auch der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) berücksichtigen müssen, wenn er am Donnerstag unter der Führung seines Präsidenten Mario Draghi zu seiner turnusgemäßen Sitzung zusammenkommt. Das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone war von Januar bis März um 0,5 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Und nicht nur die weichen Frühindikatoren zeigen auch für die kommende Monate nach oben. Insofern ist davon auszugehen, dass die EZB am Donnerstag die Märkte auf einen langsamen Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik vorbereiten wird – wenn auch nur in ganz kleinen Schritten. Draghi könnte sich zuversichtlicher zur Konjunktur äußern und die entsprechende Risikobilanz auf neutral schalten – bislang überwiegen für Draghi & Co noch die Gefahren. Zudem erscheinen Änderungen beim geldpolitischen Ausblick möglich. Denkbar wäre beispielsweise, dass Draghi in seiner Rede auf die Möglichkeit einer weiteren Zinssenkung verzichtet. Konkrete Ankündigungen zum Abschmelzen der Billionen-schweren Anleihen-Käufe sind allerdings noch nicht zu erwarten. Auch an den historisch niedrigen Leitzinsen wird die EZB noch nicht rütteln. Dazu müsste jemand unsere obersten Währungshüter wohl mit Sieben-Meilen-Stiefeln ausstatten.

DAIMLER

Im Zusammenhang mit Manipulationen bei der Abgasreinigung von Dieselmotoren könnte das Landgericht Stuttgart heute das erste Urteil sprechen – in puncto Werbung. Bei Messungen von Behörden und Umweltschützern hatte sich in vielen Fällen gezeigt, dass die Emissionen von Stickoxiden bei mehreren Mercedes-Modellen mit Dieselmotoren im Alltagsbetrieb auf der Straße um ein Vielfaches über den zulässigen Grenzwerten liegen. Zugleich erreichen die Autos aber bei den offiziellen Abgastests die Vorgaben. Dass die Staatsanwälte dabei wegen strafbarer Werbung ermitteln, hat damit zu tun, dass Mercedes-Modelle mit Thermofenster-Regelung als besonders umweltfreundlich angepriesen wurden. In diesem Zusammenhang hatte die Deutsche Umwelthilfe mehrere Zivilverfahren gegen den Konzern auf den Weg gebracht. Dieser soll dazu gezwungen werden, bestimmte Werbeaussagen zu unterlassen. Zuletzt forderte das Gericht Daimler auf, zur heutigen Sitzung Einzelheiten zu der bisher nur vage beschriebenen Reduzierung der Abgasreinigung offenzulegen. Mal sehen, ob „der Daimler“ heute tatsächlich die Hosen runter lässt und welche Figur er dabei in den Augen der Richter abgibt.

Start-ups

Die Besteuerung von Streubesitz ist vom Tisch. Verlustvorträge können nun doch an neue Investoren weitergereicht werden. Die staatliche Förderbank KfW stellt mit Hilfe eines neuen „Tech Growth Fund“ in den nächsten zehn Jahren zehn Milliarden Euro bereit. Und last but not least, hat die Deutsche Börse mit „Scale“ ein Segment für kleine und mittlere Firmen eingerichtet. Es herrschen hierzulande also ideale Bedingungen für Start-ups. Oder doch nicht? Machen es andere Staaten ihren Existenz-Gründern vielleicht noch viel leichter? Dieser Frage sind die Deutsche Börse und die Unternehmensberatung Ernst & Young nachgegangen. Antworten wollen beide am morgigen Mittwoch liefern. Neue Erkenntnisse sind sehr willkommen, denn bislang sind die Deutschen eher Notgründer: Je weniger Arbeitslose wir haben, desto weniger Menschen gehen das Risiko ein.

Bundesbank

Herzlichen Glückwunsch! Die Deutsche Bundesbank feiert dieses Jahr ihren 60. Geburtstag. Am 1. August 1957 hatte sie ihre Arbeit aufgenommen und mehr als vier Jahrzehnte lang für die Stabilität der D-Mark gesorgt. Aus diesem Anlass lädt sie schon für den 1. und 2. Juli zum Tag der offenen Tür in Frankfurt ein. Führungen durch die Zentrale in der Wilhelm-Epstein-Straße 14 und die Hauptverwaltung Hessen in der Taunusanlage 5 stehen auf dem Programm. „Ungewöhnliche Ausstellungsstücke“ und „Spielstationen“ versprechen die Bundesbanker. Und in Dialog-, Interview- und Quizrunden sollen Besucher sich sogar mit dem Vorstand austauschen können. Ob Interessierte sich auch die tausenden Goldbarren anschauen dürfen, die die Bundesbanker wie ihren Augapfel hüten, wissen wir noch nicht. Erst am Freitag wollen sie Details zu ihrem Programm bekanntgeben.

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