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Wirtschaft: Ausblick auf die Woche

Foto: Hendrik Schmidt Bilder > Foto: Hendrik Schmidt

Da nützen auch die besten Unternehmenszahlen nichts: Für Anleger, die auf Aktien setzen, gab es vergangene Woche keinen Grund zur Freude. Der starke Euro setzte ihnen arg zu. So gab der Dax weiter nach, um 0,8 Prozent auf 12 143 Punkte. Die Woche davor hatte es die Börsianer noch heftiger erwischt: Da verlor der Dax rund drei Prozent. Nicht nur, weil viele Anleger Kursgewinne mitnahmen, allen voran bei der Lufthansa und der Commerzbank – auch weil es für die Autobauer wegen der Diesel-Turbulenzen und Kartellabsprachen kräftig bergab ging.

Diesel-Gipfel

Ob die Auto-Aktien ihre Talfahrt fortsetzen werden, hängt maßgeblich vom Ergebnis des am Mittwoch stattfindenden „Nationalen Forum Diesel“ ab, zu dem Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingeladen haben. Die Größe der Runde entspricht der Bedeutung der Branche: So gut wie alle Bundesländer sind vertreten, selbstverständlich die Autohersteller und die IG Metall, der Deutsche Städtetag und die Autoverbände VDA und VDIK sowie Vertreter diverser Ministerien. Das Ziel aller Beteiligten: Weniger schmutzige Diesel und keine Fahrverbote für die Mehrzahl der Autos. Dass Hendricks und Dobrindt verbindliche Nachbesserungszusagen der Industrie erhalten werden, ist klar. Fragt sich nur, wie weit diese gehen werden. Geht es nach den Autobauern, sollen schlichte Updates der Software reichen. Halbe Stunde Arbeit pro Pkw – fertig! Dass sie mit der „schnellen Nummer“ durchkommen werden, ist spätestens nach dem Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts –, das Fahrverbote schon ab Januar 2018 möglich macht – aber unwahrscheinlich. Heißt aber auch: Es könnte richtig teuer werden. Und da stellt sich die Frage, wer soll’s bezahlen? Allein die Hersteller, oder gibt’s direkte staatliche Unterstützung bei der Nachrüstung?

Lufthansa

Der Autogipfel dürfte diese Woche auch das Gros der Bilanzvorlagen überschatten – allein im Dax 30 wird fast die Hälfte der Unternehmen ihre Bücher öffnen, darunter die Lufthansa am Mittwoch. Im ersten Halbjahr hat die Fluggesellschaft viele neue Passagiere, mehr Luftfracht und Erfolge beim Aufbau der Billigtochter-Gesellschaft Eurowings verzeichnet. Und bei den Kostensenkungen kommt der deutsche Branchenprimus offenbar auch voran. Verunsichert sind die Börsianer aber mit Blick auf die weitere Entwicklung der Ticketpreise. Die werden – zur Freude der Kunden – wohl wieder zurückgehen.

Fraport

Die Fraport AG hat ihren Streit mit der Lufthansa weitestgehend beigelegt. Aber die LH-Tochter Eurowings will nicht nach Frankfurt kommen. Werden stattdessen andere Low-Coster Frankfurt ansteuern? Auskunft darüber erhoffen sich Beobachter vom Vorstand des Frankfurter Flughafen-Betreibers am Donnerstag. Da wird der M-Dax-Konzern über die derzeitige Geschäftslage informieren. Und die hängt auch davon ab, ob die asiatischen Passagiere in großer Zahl nach Europa zurückkehren, die am hiesigen Flughafen so viel Geld ausgeben. Ebenfalls von Bedeutung ist, wie sich das Geschäft in der krisengeschüttelten Türkei entwickelt hat und wie sich die griechischen Flughäfen schlagen, deren Betrieb Fraport übernommen hat.

Commerzbank

Wenn die Commerzbank diese Woche auf die Geschäftsmonate April bis Juni zurückblickt, wird sie wohl über einen Verlust von etwa einer halben Milliarde Euro berichten. Dazu trägt nicht nur das offenbar schleppende Tagesgeschäft bei. Zu Buche schlagen dabei vor allem die 810 Millionen Euro, die der Konzernumbau im Zuge der neuen Strategie kosten soll und die komplett im zweiten Quartal verbucht werden sollten. Mal sehen, ob sich die bezahlt machen: Im Zuge der Strategie „Commerzbank 4.0“ will sich das Institut auf Privat- und Unternehmerkunden konzentrieren und damit bis 2020 zwei Millionen neue Kunden gewinnen. Günstige Girokonten und Begrüßungsprämien sollen dabei helfen.

Öl-Krieg

Auch hierzulande profitieren die Verbraucher von moderaten Ölpreisen, beim Sprit oder beim Heizen. Für die Opec-Staaten, die auf hohe Öl-Einnahmen zur Finanzierung ihrer Haushalte angewiesen sind, sind die niedrigen Preise jedoch ein Desaster. Verzweifelt versuchen sie deshalb, den Preis fürs schwarze Gold in die Höhe zu treiben. Aber die klein- und mittelständischen Schieferöl-Produzenten in den USA machen ihnen bislang einen Strich durch die Rechnung. Wer setzt sich durch: Planwirtschaft oder Marktwirtschaft?

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