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Von AZs, der Fraport und dem Arbeitsmarkt: Ausblick auf die Woche

Das Bankhaus Metzler in Frankfurt zieht diese Woche Bilanz. Foto: Boris Roessler/Archiv Bilder > Das Bankhaus Metzler in Frankfurt zieht diese Woche Bilanz. Foto: Boris Roessler/Archiv
Frankfurt. 

Wer sich schon immer die Frage gestellt hat, wie in diesem Land Krieg und Massenmord wüten konnten, während wenige Kilometer weiter das Leben scheinbar normal seinen Gang nahm, kann aktuell mit Gewinn Hans Pleschinskis Roman „Wiesenstein“ über die letzten Monate im Leben des Literatur-Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann lesen. Oder den Fernseher einschalten; da bekam man am Wochenende eine gespenstische Darbietung zu gucken, die zeigt, dass Ähnliches auch heute noch möglich ist. In der östlichen Ukraine mag ein mörderischer Krieg toben, aber das scheint für Fußball-Funktionäre noch lange kein Argument zu sein, das sie daran hindern würde, in der Hauptstadt Kiew ein Champions-League-Finale stattfinden zu lassen. Samt Tanzeinlage leichtbekleideter Mädchen zum Auftakt. Und keiner soll behaupten, man unterstütze mit solch einem Spiel das Opfer der russischen Aggression. Schließlich findet der Welt-Fußballverband Fifa nichts dabei, in zwei Wochen in eben jenem Russland seine Weltmeisterschaft auszutragen.

AZs für Flüchtlinge?

Leider ist es auch in Deutschland so, dass die geplanten „Ankerzentren“, im Volksmund bereits „AZs“ getauft, zumindest verbal fatal an „KZs“ erinnern. Jeweils bis zu 1500 Asylbewerber sollen darin zentral untergebracht und möglichst schnell abgeschoben werden. CSU-Innenminister Horst Seehofer will bis September bundesweit sechs dieser Zentren eröffnen, später sind laut Bundesinnenministerium bundesweit 40 solcher „AZs“ geplant. Im bayerischen Vorbild Manching lässt sich schon heute besichtigen, wie es aussieht, wenn eine hohe Zahl teils traumatisierter Menschen ohne Beschäftigung und Perspektive aufeinander hocken. Kein Wunder, dass die meisten Bundesländer bisher nicht mitmachen wollen – hoffentlich bleiben sie bei dieser Haltung

Metzler nimmt Abschied

Eine Frankfurter Institution zieht am Dienstag Bilanz: das Bankhaus Metzler. Für Aufsehen hatte zuletzt gesorgt, dass gleich drei Manager zum 1. Juni neu in den Partnerkreis berufen werden, das Führungsgremium der Metzler-Gruppe. Kim Comperl (52), zuvor in leitenden Positionen bei Dresdner Kleinwort und HSBC, verantwortet künftig das Firmenkundengeschäft (Corporate Finance) – als Nachfolger von Johannes Reich, der Metzler 2017 verlassen hatte. Mario Mattera (41) leitet seit 2014 den Bereich Fixed Income/Währung, Marco Schulmerich (47) ist seit 2013 Geschäftsführer der Metzler Asset Management. Mitte des Jahres wird dann der prominente Privatbankier und Frankfurter Ehrenbürger Friedrich von Metzler aus der Geschäftsleitung des Bankhauses und aus dem Vorstand der Metzler-Holding ausscheiden. Metzler ist Ende April 75 Jahre alt geworden. Er will aber der Bank als persönlich haftender Gesellschafter verbunden bleiben – und Sohn und Tochter arbeiten ohnehin dort.

Aktionärstreffen

Auf der Hauptversammlung des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, ebenfalls am Dienstag, wird es um die Bewältigung des Passagierbooms gehen. Deutschlands größtes Luftdrehkreuz ächzt unter der starken Nachfrage und der gleichzeitigen Dauerkritik des Hauptkunden Lufthansa. Geschäftlich kann Vorstandschef Stefan Schulte auf Erfolge der weltweiten Tochterflughäfen verweisen. Zuletzt kamen 14 Regionalflughäfen in Griechenland sowie zwei brasilianische Airports neu ins Portfolio.

Der Arbeitsmarkt im Mai

Im Mai dürften laut Schätzungen von Experten rund 2,31 Millionen Menschen ohne Job gewesen sein. Das wären 75 000 weniger als im April und 189 000 weniger als vor einem Jahr. Die meisten Ökonomen halten an ihrer optimistischen Prognose fest: Für 2018 rechnen sie mit einem durchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 100 000 bis 150 000 auf 2,3 bis 2,35 Millionen. Die offiziellen Mai-Zahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag bekannt.

Was macht die Inflation?

Das Statistische Bundesamt wird ebenfalls am Mittwoch die Mai-Inflationsrate verkünden. Im April und März hatten die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,6 Prozent höher gelegen als ein Jahr zuvor. Eine anziehende Teuerung würde den Druck auf die EZB erhöhen, ein Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik einzuleiten.

Wieder ein Feiertag!

Für viele wird die Arbeitswoche vorzeitig enden, ist doch Donnerstag Feiertag. Das ist in Hessen schon der vierte arbeitsfreie Tag in diesem Monat – rekordverdächtig! Wer schon den Überblick verloren hat, was es gerade zu feiern gibt: Der katholische Feiertag Fronleichnam, in der Liturgie „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ genannt und mit großen Prozessionen begangen, erinnert an die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus – und holt quasi den Gründonnerstag nach: In der Karwoche konnte schließlich nicht prunkvoll gefeiert werden.

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