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Von Bilderbergern, Hauptversammlungen und Absatzminus: Ausblick auf die Woche

In dieser Woche kommen Verschwörungstheoretiker auf ihre Kosten. Außerdem stehen zahlreiche Hauptversammlungen an und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gibt Auskunft über die Branche.
Eine große Auswahl englischsprachiger Bücher im "English Bookshop". Bilder > Foto: Jens Kalaene/Archiv Eine große Auswahl englischsprachiger Bücher im "English Bookshop".
Frankfurt. 

Auch in dieser Woche werden sich die Augen von Börsianern und Politikbeobachtern wieder Richtung Italien wenden. Jede Dummheit der dortigen populistischen Neu-Regierung könnte ein Wiederaufflammen der Eurokrise auslösen. Wenn EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu beruhigen versucht, es drohe keine Rückkehr der Krise, sollte uns das erst recht beunruhigen – denn gäbe es die Gefahr nicht, wären ja auch keine Statements dieser Art nötig. Es sei denn, der Luxemburger möchte sich nach dem Muster des sprichwörtlichen „Pfeifens im Walde“ selbst Mut zusprechen. Schwere Börsenturbulenzen haben die Irrungen und Wirrungen in Rom bereits ausgelöst – aber die Reaktionen der Finanzmärkte sind nach Junckers Aussage ja „irrational“, zu oft hätten sich die Investoren getäuscht. Das stimmt wohl, sonst stünden Dax und EuroStoxx kaum auf derart hohem Niveau – immer noch. Einen besseren Gradmesser der Aussichten für die Wirtschaft kenne ich übrigens nicht, auch Juncker hat ihn bisher seinen Zuhörern nicht verraten. Offizielle Stellungnahmen aus Brüssel vielleicht?

Aktionärstreffen

Am Mittwoch stehen wieder Hauptversammlungen an. Nachdem beim Bad Vilbeler Arzneimittelhersteller Stada die außerordentliche Hauptversammlung schon im Februar mit einer Mehrheit von 99 Prozent dem Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Nidda Healthcare GmbH zugestimmt hat, hält sich die Spannung beim nun folgenden, regulären Aktionärstreffen in Grenzen. Die angelsächsischen Finanzinvestoren Bain und Cinven hatten für die Mehrheit an Stada vier Milliarden Dollar bezahlt. Turbulenter könnte die Hauptversammlung beim Energieerzeuger Uniper am selben Tag werden: Vor dem Einstieg des finnischen Fortum-Konzerns hat der amerikanische Hedgefonds-Manager Paul Singer eine Sonderprüfung beantragt, die mögliche Verfehlungen des Vorstands um Paul Schäfer durchleuchten soll. Der hatte den Vorstoß von Fortum von Anfang an als feindlich bezeichnet, die Finnen konnten sich daher nur rund 47 Prozent der Anteile sichern. Durch jüngste Entscheidungen wurde auch die Chance auf ein höheres Gebot durch Fortum verbaut – auf das Hedgefonds spekuliert hatten.

Die Bilderberger

Ab Donnerstag kommen die Verschwörungstheoretiker wieder voll auf ihre Kosten: Im italienischen Turin beginnt die diesjährige „Bilderberg“-Konferenz, immer wieder als heimliche Weltregierung geschmäht. Es diskutieren Politiker und auch viele Manager, etwa Eric Schmidt von Google/Alphabet, der Investor Peter Thiel oder der Fiat-Erbe John Elkann. Als Schatzmeister des Clubs, der nach der ersten Tagungsadresse (dem „Hotel De Bilderberg“ in Oosterbeek in den Niederlanden) benannt ist, fungiert übrigens Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Der dürfte aber ganz andere Probleme haben als die großen Zukunftsthemen – denn aktuell brennt seine Hütte lichterloh, wie sich am Aktienkurs ablesen lässt. Aber die Reaktionen der Finanzmärkte sind ja – siehe oben ...

Zögerliche Buchkäufer

Ebenfalls am Donnerstag wird der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, Auskunft geben über die wirtschaftliche Lage der Branche. Bereits bekannt ist, dass der Absatz von Januar bis Dezember 2017 in den wichtigsten Vertriebswegen um 3,6 Prozent unter dem Stand von 2016 lag. Da die Preise um 1,7 Prozent stiegen, sank der nominale Umsatz letztlich um 2,0 Prozent. In den klassischen Sortimentsbuchhandlungen betrug das Absatzminus sogar 5,1 Prozent. Besonders schlecht verkauften sich Hörbücher und Karten.

Sechs gegen Trump

Im Streit um Strafzölle wollen die EU und Kanada US-Präsident Donald Trump von Freitag an geschlossen die Stirn bieten. Ob ein Handelskrieg doch noch verhindert werden kann, wird sich beim G7-Gipfel in einem Hotel nahe der Ortschaft La Malbaie in der kanadischen Provinz Quebec zeigen.

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