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Importzölle: Außenhandel: Neue Trump-Drohungen

Schon mit seinen Plänen, Strafzölle auf Stahl und Aluminium zu verhängen, hat Donald Trump weltweit Empörung hervorgerufen. Nun knüpft sich der US-Präsident einen der wichtigsten deutschen Industriezweige vor.
Donald Trump. Foto: Evan Vucci/Archiv Donald Trump.
Washington. 

Mit angedrohten Strafzöllen auf Importe europäischer Autos hat Donald Trump den transatlantischen Handelsstreit weiter angeheizt. Zuvor hatte der US-Präsident bereits hohe Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium angekündigt. US-Medien werteten die neue Attacke als „direkte Drohung“ gegen Deutschland. Der deutsche Branchenverband VDA warnte vor einer Zuspitzung des Konflikts. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries rief zur Mäßigung auf. „Präsident Trump will ein Spiel spielen, das niemand gewinnen kann“, sagte die SPD-Politikerin.

Nach Berechnungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer wären vor allem die VW-Töchter Audi und Porsche von Strafzöllen betroffen, die anders als die VW-Kernmarke, BMW oder Daimler keine eigenen Werke in den USA unterhalten. Für Volkswagen rechnet Dudenhöffer im Fall von Strafzöllen mit Gewinneinbußen von rund fünf Prozent, falls die Exporte aus den USA nicht – wie eigentlich üblich – gegengerechnet würden. Bei Daimler und BMW errechnete der Leiter des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen in diesem Fall einen Rückgang von „weniger als zehn Prozent“. Stärker getroffen würden der britische Hersteller Jaguar Land Rover oder die schwedische Marke Volvo.

Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) exportierten deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr 494 000 Autos in die USA, mehr als ein Viertel weniger als noch 2013. Die Verkäufe deutscher Marken legten 2017 um ein Prozent auf 1,35 Millionen Neuwagen zu. Der Marktanteil lag bei 7,9 Prozent, etwas höher als noch 2016. VDA-Präsident Bernhard Mattes warnte: „Ein Handelskrieg zwischen den USA und Europa muss auf jeden Fall vermieden werden. In einem solchen Handelskrieg gibt es nur Verlierer, auf allen Seiten.“

Die deutschen Konzerne beschäftigen in den USA 36 500 Mitarbeiter, hinzu kommen Zehntausende Beschäftigte in der Zulieferindustrie. Zudem leisten sie einen erheblichen Beitrag zur US-Handelsbilanz: „Gut jedes zweite Auto, das unsere Hersteller in den USA produzieren, geht als Export nach Europa, Asien und den Rest der Welt“, sagte Mattes, insgesamt seien das rund 430 000 Fahrzeuge.

Sowohl die „Washington Post“ als auch die „New York Times“ titelten nach dem Tweet des US-Präsidenten mit „Trump eskaliert den Handelskrieg“. Trump habe schon seit langem beklagt, dass mehr Mercedes-Autos in New York zu sehen seien als Chevrolets in Deutschland, schrieb die „Washington Post“. Einer von Trumps Topberatern, Peter Navarro, sei der Auffassung, dass die Deutschen Marktanteile in den USA „gestohlen“ hätten.

Trump hatte in der vergangenen Woche bereits Strafzölle auf alle Stahlimporte in Höhe von 25 Prozent angekündigt. Damit will er die heimische Industrie abschirmen. Auf Aluminium-Einfuhren sollen 10 Prozent erhoben werden. Damit werden Importe in die USA teurer. Als Reaktion kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Einfuhrzölle auf Whisky, Jeans und Motorräder aus den USA an. Am Samstag reagierte wiederum Trump: Wenn die Europäer als Antwort auf die von ihm angekündigten Strafzölle nun auch ihre „schon massiven“ Zölle für US-Unternehmen weiter anheben würden, dann „werden wir einfach eine Steuer auf ihre Fahrzeuge erheben, die frei in unser Land strömen“.

International hatte bereits Trumps Zoll-Ankündigung für Stahl und Aluminium schwere Kritik hervorgerufen. Die Nachbarländer und wichtigen Stahllieferanten Kanada und Mexiko drohten Vergeltungsmaßnahmen an. Experten warnten, Stahl-Zölle gefährdeten die Verhandlungen der beiden Länder mit den USA über eine von Trump geforderte Neuauflage des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta. Auch China kündigte eine Reaktion an. Wenn die USA chinesischen Interessen schadeten, „werden wir nicht tatenlos zusehen, sondern notwendige Maßnahmen ergreifen“, sagte Vizeaußenminister Zhang Yesui.

Schaden befürchtet

Zugleich meldeten sich auch Volkswirte und Wirtschaftsführer in den USA zu Wort und warnten, die Zölle könnten zum Bumerang für die „America-First“-Agenda des Präsidenten werden. „Dies ist eine völlig fehlgeleitete Idee, die für uns nach hinten losgehen wird – und auch unseren Verbündeten und der Weltwirtschaft Schaden zufügen wird“, sagte der US-Milliardär Michael Bloomberg, früher Bürgermeister von New York. Zypries betonte: „Ich hoffe, dass der US-Präsident auf die vielen vernünftigen Stimmen auch aus seinem Land hört und umdenkt.“

Der US-Präsident warf der EU zugleich vor, den Verkauf amerikanischer Autos in Europa unmöglich zu machen: „Großes Handelsungleichgewicht!“, schrieb er. In einem weiteren Tweet beklagte der Republikaner das jährliche US-Handelsdefizit von 800 Milliarden Dollar, das die USA ihren „sehr dummen“ Handelsverträgen und ihrer Handelspolitik verdankten.

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