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Aktienhandel: Börse will durch Umbau mehr Gäste anlocken

Von Die Deutsche Börse will ihren historischen Stammsitz in der Frankfurter Innenstadt attraktiver für Besucher und Börsenkandidaten machen. Der Konzern investiert fast 20 Millionen Euro.
Diese Computer-Illustration zeigt das künftige Untergeschoss der „IPO-Lobby“ der Frankfurter Börse. Ein IPO ist der Börsengang eines Unternehmens. Foto: Kontext Architektur (Kontext Architektur) Diese Computer-Illustration zeigt das künftige Untergeschoss der „IPO-Lobby“ der Frankfurter Börse. Ein IPO ist der Börsengang eines Unternehmens.
Frankfurt. 

Die Deutsche Börse will das historische Börsengebäude in der Frankfurter Innenstadt zu einer attraktiven Anlaufstelle für den Finanzplatz und einem Werbeträger für die Aktienkultur ausbauen. Der Dax-Konzern investiert in den nächsten zwei Jahren 18,5 Millionen Euro in den Umbau. Der aus dem Fernsehen bekannte und schon vor zehn Jahren grunderneuerte Börsensaal samt der analogen Dax-Tafel mit ihrem typischen Rattern bleibt dabei unverändert erhalten. Der Mietvertrag mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt, die Eigentümerin des Gebäudes ist, wurde bis zum Jahr 2048 verlängert.

„Das historische Gebäude ist das Herzstück der Deutschen Börse“, sagte Vorstandschef Theodor Weimer. „Mit dem Umbau lenken wir die Aufmerksamkeit von Emittenten, institutionellen Investoren, Privatanlegern und der Öffentlichkeit noch stärker auf den Standort Frankfurt.“ Das steigere die Attraktivität des Finanzplatzes und gleichzeitig des Wirtschaftsstandorts Deutschland. IHK-Präsident Mathias Müller: „Der Frankfurter Börsenplatz bleibt der Platz der Frankfurter Börse! Wir begrüßen das Bekenntnis zum angestammten Standort.“ Dessen Rolle als europäischer Finanzplatz werde nach dem Brexit noch wichtiger.

Rascher Baubeginn

Die Bauarbeiten sollen möglichst noch im Frühjahr starten und vor allem nachts und am Wochenende laufen, um den Handel nicht zu stören. Es entsteht ein neugestaltetes Besucherzentrum. Der bisher recht beengte Eingang wird großzügig geöffnet, interaktive Elemente werden integriert. Dadurch sollen sich künftig – statt wie bislang 35 000 Gäste jährlich – drei- bis viermal so viele über das Geschehen an der Börse informieren können. Meist besuchen Schüler- und Studentengruppen die Börse.

Umgebaut wird im Aktienhandelssaal der Bereich, in dem Firmen publikumswirksam ihren Gang aufs Parkett feiern können und beim ersten Kurs ihrer Aktie traditionell die Börsenglocke geläutet wird. Vor der Dax-Tafel, wo sich zu solchen Anlässen die Journalisten und TV-Teams drängeln, soll dadurch künftig mehr Platz sein. Hinter der Dax-Tafel wird eine neue, zweistöckige Empfangs-Lobby eingebaut. Im Januar 2019 sollen Besucherzentrum und „IPO-Lounge“ fertig sein.

Der leerstehende frühere Rentenhandelssaal wird bis Anfang 2020 zu einem öffentlichen Konferenzzentrum mit 900 Quadratmetern Fläche umgestaltet. Der größte Saal soll Platz für bis zu 200 Teilnehmer bieten, dort können in Zukunft beispielsweise Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen oder Pressekonferenzen stattfinden.

Diverse Umzüge

Entgegen einer verbreiteten Annahme handelt es sich bei dem von den Frankfurter Architekten Heinrich Burnitz und Oskar Sommer entworfenen und 1879 fertiggestellten Gebäude nicht um die „Alte Börse“. Die war der Vorgängerbau, 1840 bis 1843 am Paulsplatz errichtet und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Deutsche Börse zog aus der „Neuen Börse“ später nach Frankfurt-Hausen und zuletzt nach Eschborn um. Der Parketthandel ist heute in erster Linie Kulisse für die deutschen und internationalen Fernsehsender, deren Korrespondenten aus der Börse über Finanzmärkte und Wirtschaft berichten. Nur noch ein verschwindend kleiner Teil des Börsenhandels wird von einigen Händlern auf dem Parkett hinter den sogenannten Schranken abgewickelt, der Hauptteil der Geschäfte in Frankfurter und an allen anderen wichtigen Handelsplätzen wird über Computer getätigt.

Die bekannte ratternde Dax-Tafel ist selbst bereits ein museales Stück – und schon vor zehn Jahren hatte die Börse gewarnt, sie könne nur so lange in Betrieb bleiben, wie Ersatzteile vorrätig seien. Ein Sprecher gibt nun Entwarnung: „Es sind noch jede Menge Ersatzteile da – das Rattern bleibt.“

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