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Erstnotiz der RWE-Ökotochter am Freitag: Börsengang Innogy: Hohe Nachfrage treibt den Preis

RWE-Chef Peter Terium rückt an die Spitze von Innogy. Foto: Rolf Vennenbernd (dpa) RWE-Chef Peter Terium rückt an die Spitze von Innogy.
Frankfurt. 

Die starke Nachfrage nach Aktien der RWE-Ökostromtochter Innogy treibt den Ausgabekurs. Die Preisspanne sei auf 35 bis 36 Euro am oberen Rand eingegrenzt worden, sagte eine Innogy-Sprecherin. RWE hatte die Spanne im Börsenprospekt mit 32 bis 36 Euro angegeben. Die Bücher werden heute geschlossen. Die Erstnotiz an der Frankfurter Börse ist am Freitag geplant.

Der krisengeschüttelte Energiekonzern RWE versucht mit dem Börsengang der Ökostromtochter den Befreiungsschlag. Bis zu fünf Milliarden Euro könnten in die klammen Kassen des von der Energiewende gebeutelten Versorgers fließen. Zwar verschafft sich der von Investoren zuletzt verschmähte Konzern mit dem Börsengang am Freitag Zugang zu frischem Kapital. Dies wird aber angesichts hoher Schulden, milliardenschwerer Lasten aus dem Atom- und Kohlezeitalter und nötiger Investitionen auch dringend gebraucht. Denn RWE steckt wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise weiter in der Krise.

Und auch bei der Tochter Innogy herrscht keineswegs Goldgräberstimmung. „Es ist der Rettungsring für RWE. Der Konzern braucht Geld“, sagt Thomas Deser, Portfoliomanager bei Union Investment. Der mit 28 Milliarden Euro verschuldete Versorger müsse handlungsfähig in das Jahr 2017 kommen und verkaufe mehr Innogy-Anteile als zunächst geplant. Je nach Ausnutzung der Optionen wird RWE nach dem Börsengang 75 bis 82 Prozent an der Tochter halten. „RWE wollte noch im Frühjahr möglichst wenig von Innogy abgeben, da dies die Wachstumsgeschäfte seien.“

Dividende in Aussicht

In Innogy hat RWE die lukrativen Geschäfte mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen und dem Vertrieb gebündelt. Diese versprechen wegen der staatlichen Regulierung stabile Einnahmen. Zudem lockt die Tochter bereits für 2016 mit einer Dividende. Bei RWE bleiben die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke und der Energiehandel. Vor allem für die Kraftwerke wird es wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise schwer.

Frisches Geld für RWE

Und auch durch den Börsengang von Innogy würden die Probleme von RWE nicht gelöst, betont der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer. „RWE muss ein Geschäftsmodell entwickeln, das nicht in eine Abwicklung mündet.“ RWE bekomme aber neue Mittel. „Zuvor hat keiner mehr RWE einen Cent gegeben, da unklar war, wie viel davon in die Atomrückstellungen fließen.“ Entscheidend sei aber, wie viel von den Einnahmen von Innogy bei der Tochter bleiben und für Investitionen genutzt würden.

Für Innogy wachsen die Bäume allerdings nicht in den Himmel. Größter Gewinnbringer der Tochter ist auch nicht das Ökostromgeschäft, in das RWE erst spät eingestiegen war. Ertragsperlen sind die staatlich regulierten Strom- und Gasnetze. Doch dieses Geschäft wird bald schwieriger, da die Rahmenbedingungen neu geregelt werden.

Innogy setzt zudem auf das Vertriebsgeschäft mit seinen 23 Millionen Strom- und Gaskunden. Die Margen sind dort aber schmal und die Konkurrenz ist groß. Das Geschäft mit Ökostrom aus Wind und Sonne macht bislang den kleinsten Gewinnanteil der drei Innogy-Säulen aus. „Im Ökostromgeschäft mit einem Ebitda-Anteil von rund zehn Prozent gehen die Margen etwa bei der Windenergie an Land durch die neue Förderung zurück“, erläutert Deser. Bei der Windenergie auf hoher See müsse sehr viel Kapital eingesetzt werden.

(rtr)
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