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Bolivien will in Produktion von Lithium-Batterien einsteigen

Blick auf den größten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni, im bolivianischen Hochland. Unter der Salzkruste lagern die größten Lithiumreserven der Welt. Foto: Georg Ismar Blick auf den größten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni, im bolivianischen Hochland. Unter der Salzkruste lagern die größten Lithiumreserven der Welt.
La Paz. 

Mit vier Pilotprojekten will Bolivien in den Zukunftsmarkt der für Elektro-Autos benötigten Lithium-Batterien einsteigen - auch mit Know-how aus Thüringen.

Bolivien habe in einer ersten Phase rund 20 Millionen US-Dollar in die Pilot-Fabriken investiert, sagte der politische Direktor des nationalen Lithiumprogramms, Juan Carlos Montenegro.

Präsident Evo Morales will zur späteren Produktion von Batterien im großen Stil im Salzsee von Uyuni eine Anlage zum Abbau von Lithium bauen lassen. Damit sollen pro Jahr 30 000 Tonnen Lithiumkarbonat gewonnen werden - geplant wird diese Anlage vom Thüringer Unternehmen K-Utec. „Wir werden eine große Lithium-Industrie aufbauen, über 800 Millionen Dollar stehen dafür bereit”, hatte Präsident Morales der Deutschen Presse-Agentur im Juni gesagt.

Lithium gilt als Rohstoff der Zukunft. Das „weiße Gold” wird für Batterien von Elektro-Autos, Akkus von Mobiltelefonen und auch in der Medizintechnik verwendet. Zuletzt war der Weltmarktpreis für Lithium explodiert, auf bis zu 13 000 Dollar für die Tonne Lithiumkarbonat.

Bisher spielt Bolivien keine Rolle in der Förderung, Weltmarktführer ist Chile mit Reserven von 7,5 Millionen Tonnen. Aber Bolivien hat noch größere Reserven, geschätzt mehr als neun Millionen Tonnen.

Im Salzsee von Uyuni gibt es seit längerem eine Lithium-Pilotanlage - die Anlage zur großindustriellen Lithiumkarbonat-Gewinnung und die Fabriken zur Batterieproduktion sollen mit internationalen Partnern betrieben werden. Auf rund 40 Quadratkilometern entsteht im Salzsee von Uyuni derzeit ein großer Industrie - und Rohstoffabbau-Komplex. Eine Anlage zur Produktion von Kaliumchlorid, das für den Düngemitteleinsatz gebraucht wird, soll Anfang 2018 in Betrieb gehen.

(dpa)
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