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Führungswechsel bei KfW: Bräunig: Ein Manager für heikle Missionen

Von Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Ulrich Schröder hat der Verwaltungsrat der Förderbank KfW erwartungsgemäß Günther Bräunig zum Nachfolger an die Spitze der Staatsbank gestellt. Der bisherige Vorstandsvize tritt sein Amt am 1. Januar an. Er hat schwierige Aufgaben zu lösen.
Der Jurist Günther Bräunig (62) übernimmt den Vorstandsvorsitz bei der KfW. Der Jurist Günther Bräunig (62) übernimmt den Vorstandsvorsitz bei der KfW.
Frankfurt. 

Jetzt ist es offiziell: Günther Bräunig wird neuer Chef der KfW. Der Verwaltungsrat ist damit der Empfehlung von Ulrich Schröder gefolgt, der seinen bisherigen Stellvertreter als Nachfolger vorgeschlagen hatte. Bräunig (62) ist seit 2006 Mitglied des Vorstands und seit September 2017 Schröders Stellvertreter. Er wird die Funktion als Vorstandsvorsitzender zum 1. Januar 2018 übernehmen. Sein Vertrag laufe unverändert bis zum 30. Juni 2021, teilte die KfW gestern in Frankfurt mit. Das gebe dem Kontrollgremium ausreichend Zeit, um einen jüngeren Kandidaten für Bräunings Nachfolge auszusuchen und einen Generationswechsel einzuleiten.

Schröder stand seit Anfang September 2008 an der Spitze des staatlichen Förderinstituts. Vor zwei Jahren hatte der heute 65-Jährige seine Mitarbeiter über eine Krebserkrankung informiert, während der Behandlung zunächst aber weiter gearbeitet. Schröder schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter, die KfW stehe trotz großer Erfolge bei der Umsetzung ihres Auftrags und ihrer Modernisierung auch künftig vor erheblichen Herausforderungen. „Mein aktueller Gesundheitszustand erlaubt es mir aber nicht, das Amt verantwortungsvoll und meinen hohen Ansprüchen gemäß weiterzuführen.“

Weise Entscheidung

Am Finanzplatz Frankfurt gilt die Wahl Bräunigs als weise Entscheidung der Verwaltungsräte, an deren Spitze Bundesfinanzminister Peter Altmaier steht. Sie machten damit offiziell, was in der Förderbank seit der Krebserkrankung des scheidenden Vorstandschefs längst gelebte Praxis war.

Der neue KfW-Chef genießt sowohl in der Finanzbranche als auch in der Bundespolitik ein hohes Ansehen. Der Jurist und Vater zweier Kinder gilt als überparteilich und erfahrener Krisenmanager. In den Büros der KfW in Frankfurt dürfte seine Berufung für Erleichterung gesorgt haben. Nicht wenige hatten befürchtet, dass im Zuge der Regierungsbildung ein Postengeschacher einsetzten und einen verdienten Politiker auf den Stuhl hieven könnte. Doch diesmal haben Kompetenz und Erfahrung triumphiert.

Rettung und Sanierung

Bräunig ist also bestens eingearbeitet. Das ist auch vonnöten, denn vor ihm liegen schwierige Aufgaben. Die Digitalisierung, die umfassende Regulierung der Banken und neue Aufgabenfelder der künftigen Bundesregierung gilt es für den Vorstandsvorsitzenden abzuarbeiten. Dass Bräunig vor heiklen Missionen nicht zurückschreckt, hat er bei der Rettung der in Schieflage geratenen Mittelstandsbank IKB 2007 bereits bewiesen. Dort hatte er für ein halbes Jahr den Vorstandsvorsitz übernommen, um das Düsseldorfer Institut zu stabilisieren und für einen Verkauf vorzubereiten. Auch bei der Deutschen Pfandbriefbank (pbb), dem Nachfolgeinstitut der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) ließ er sich in die Pflicht nehmen und hatte am Ende mit seiner Sanierungsstrategie Erfolg.

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