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Büroimmobilien: Brexit: Banken aus London sondieren den Markt in Frankfurt

Viel Bewegung ist derzeit im Markt für Büroimmobilien in Frankfurt drin. Und es soll noch besser kommen, denn wegen des Brexits sondieren derzeit viele Banken und Finanzinstitute den hiesigen Markt als alternativen Standort zu London.
Das Hochhaus „Marieninsel“ in der Frankfurter City soll Ende 2019 fertig sein. Grundsteinlegung war im Februar 2017. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Das Hochhaus „Marieninsel“ in der Frankfurter City soll Ende 2019 fertig sein. Grundsteinlegung war im Februar 2017.
Frankfurt. 

Der Brexit, der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte sich für den Immobilienstandort Frankfurt als Glücksfall erweisen. „Es gibt viele Banken, die derzeit den hiesigen Markt prüfen“, sagt Oliver Barth, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH. Konkrete Vertragsabschlüsse gäbe es noch nicht, dazu sondierten die Finanzinstitute derzeit noch alternative Standorte wie Paris oder Dublin. Unter den Interessenten seien so bekannte Namen wie Goldman Sachs, die Deutsche Bank (siehe Kasten), Morgan Stanley oder JP Morgan. Bei den amerikanischen Unternehmen gehe es um Büroflächen für zum Teil bis zu 1000 Mitarbeiter. „Wir erwarten zwei Wellen, die ersten großen Abschlüsse werden wir dieses Jahr erleben.“ sagt Barth. In einer zweiten Welle erwarte man dann die kleineren Verlagerungen von jeweils 30 bis 50 Mitarbeitern.

Vier mal Messeturm

Insgesamt sieht es für Frankfurts Büromarkt derzeit gut aus. Die Neuvermietungen haben im ersten Halbjahr 2017 im Innenstadtbereich mit Eschborn und dem Flughafen um 20 Prozent auf 254 000 Quadratmeter zugelegt. Das entspricht einer vermieteten Fläche von vier mal der Bürofläche des Frankfurter Messeturms. Im Großraum Frankfurt mit Neu-Isenburg und Offenbach ging es sogar um 36 Prozent auf 305 000 Quadratmeter nach oben. Das ist laut BNP Paribas Real Estate das beste Ergebnis seit dem Jahr 2001.

Geschuldet ist das Wachstum in den Außenbereichen auch Großvermietungen. So zog die Firma Design Offices in ein 14 000 Quadratmeter großes Gebäude auf der Hafeninsel in Offenbach. Im Innenstadtbereich mieteten sich die Anwaltskanzlei Clifford Change in den zuvor länger sanierungsbedingt leergestandenen Junghof Plaza ein, die Zurich Versicherung zog zum Jahreswechsel an die Messe.

Die Nachfrage der Banken, die im Zuge des Brexits überlegen, ihren europäischen Standort nach Frankfurt zu verlagern, beziehe sich auf die teuren Lagen in der Frankfurter Innenstadt, so der Immobilienexperte von BNP Paribas. Die Spitzenmiete liegt hier bei 38,50 Euro pro Quadratmeter. Frankfurt ist damit im Vergleich mit Berlin (30 Euro) oder München (36,50 Euro) jetzt schon deutschlandweiter Spitzenreiter. „Wir gehen davon aus, dass die Mietpreise weiter steigen werden, so Barth.

Auch Deutsche Bank erwägt Verlagerungen

clearing

Auch die Entwicklung und der Bau neuer Büroflächen konzentriert sich auf dieses Segment. So sind neue Projekte in diesem Bereich der Omniturm in der Neuen Mainzer Landstraße oder die Marieninsel. Hier werden bis 2020 insgesamt 110 000 Quadratmeter neue Bürofläche für Banken und Finanzinstitute entstehen.

Leerstand schrumpft

Ganz anders schaut im Moment die Nachfrage aus. Denn der Anteil der Banken bei den Neuvermietungen sei noch sehr niedrig. 70 Prozent der Nachfrage drehe sich um Mieten zwischen 10 und 20 Euro. „Es gibt aktuell relativ wenig Bautätigkeit, so dass die Unternehmen sich jetzt Gedanken über ihre Immobiliensituation machen und sich frühzeitig Flächen sichern. Das beflügelt im Moment die Nachfrage“, sagt Barth.

Große zusammenhängende Flächen würden zunehmend knapper. Das wirkt sich auch auf den Leerstand aus, der seit langem wieder unter die zehn Prozentmarke rutschte. 1,52 Millionen Quadratmeter Bürofläche stehen derzeit leer. Aber: Vieles sei nicht vermittelbar, weil entweder zu dezentral oder schlecht ausgestattet, beispielsweise fehle oft die Klimatisierung.

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