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11 100 Arbeitslose aus Asylstaaten: Bundesagentur für Arbeit: Große Chancen für Flüchtlinge

Von Ausbildung und arbeitsmarktpolitische Instrumente bieten Flüchtlingen nach Aussage der Bundesagentur für Arbeit (BA) große Chancen auf einen Job.
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Frankfurt. 

Die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Eritrea, die sich arbeitslos melden, steigt allmählich auch in Hessen. Von rund 80 000 Flüchtlingen, die jüngst ins Bundesland gekommen sind, haben sich bisher rund 27 000 als arbeitssuchend gemeldet. Bei den übrigen wurde entweder der Asylantrag abgelehnt, sie lernen noch Deutsch oder sind nicht im erwerbsfähigen Alter. Davon tauchen bis einschließlich Dezember 11 100 – davon 9617 aus nichteuropäischen Asylländern – in der Arbeitslosenstatistik auf. Das sind 6,7 (Bund 6,8) Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Doch waren es zum Beispiel im Juni erst 4,8 Prozent; dadurch stieg die Zahl arbeitsloser Ausländer insgesamt binnen zwölf Monaten um 7,8 Prozent. Auch bundesweit sank im Vorjahr die Zahl der arbeitslosen Deutschen um 8,8 Prozent, während die der Ausländer in der Statistik um 12,2 Prozent wuchs.

„Wir versuchen, zu einer Berufsausbildung zu ...

Wir haben nachgefragt bei Frank Martin, Leiter der BA-Regionaldirektion Hessen.

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„Wenn es uns gelingt, diese Menschen mit einem verstärkten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zu unterstützen, bieten sich langfristig große Chancen, auch wenn sich dies zunächst negativ in der Arbeitsmarktstatistik niederschlagen wird“, sagte der Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank Martin.

Insgesamt sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2016 um 1,2 Prozent. Damit war der Rückgang aber nur halb so stark wie im westdeutschen Durchschnitt, nur zwei Bundesländer schnitten schlechter ab. Im Osten ging die Erwerbslosenzahl sogar um 9,1 Prozent zurück. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs um 1,4 Prozent.

Anstieg im Dezember

Zwar stieg die hessische Arbeitslosenzahl zum Jahresende 2016 wie üblich in dieser Jahreszeit leicht um 2328 auf 166 119, wie die Regionaldirektion in Frankfurt mitteilte, auch weil die Kälteperiode früher einsetzte als im Vorjahr. Es war dennoch der beste Wert für einen Dezember seit 24 Jahren. In den Wintermonaten steigen die Zahlen regelmäßig, weil witterungsbedingt Beschäftigte in Außenberufen (Bau oder Gärtnereien) sich vorübergehend arbeitslos melden. Die Arbeitslosenquote blieb im dritten Monat in Folge stabil bei 5,0 Prozent. Im Dezember 2015 hatte sie bei 5,1 Prozent gelegen. „Nachdem wir 2016 erneut Rekordwerte verbuchen konnten, ist zum Jahresende eine leicht abgeschwächte Dynamik zu beobachten“, sagte Martin. Er sieht trotzdem „eine gute Basis für das neue Jahr“. Allerdings werde es „umso herausfordernder, als eine wachsende Zahl von Menschen mit Fluchthintergrund nun ihre ersten Schritte in Richtung Integration in den Arbeitsmarkt gehen kann“.

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In Deutschland haben so viele Menschen einen Arbeitsplatz wie nie zuvor – weit über 43 Millionen. Im vergangenen Jahr sind erneut 400 000 neue Jobs dazu gekommen.

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Trotz eines Rückgangs um 0,4 Punkte zum Vorjahr auf nun 9,7 Prozent blieb die Stadt Offenbach die Region mit der höchsten Arbeitslosenquote im Land, gefolgt von Kassel mit 8,8 Prozent (plus 0,3 Punkte) und Wiesbaden mit 7,2 Prozent (minus 0,1 Punkte). Am besten ist die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin im Kreis Fulda mit einer Quote von 3,0 Prozent (minus 0,1 Punkte binnen Jahresfrist), im Hochtaunuskreis mit stabil 3,5 Prozent und im Kreis Bergstraße mit nun ebenfalls 3,5 Prozent (minus 0,2 Punkte). Im Main-Taunus-Kreis ging die Quote um 0,1 Punkte auf 3,7 Prozent zurück, in Frankfurt um 0,2 Punkte auf 6,2 Prozent.

2016 starkes Arbeitsmarkt-Jahr

Mit einer historisch niedrigen Arbeitslosigkeit hat sich 2016 als starkes Jahr erwiesen. Für 2017 dämpft Bundesagentur-Chef Weise allerdings die Erwartungen.

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