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Weihnachts-Einkäufe: Bundesbürger greifen für Geschenke wieder tief in die Tasche

Von Die Verbraucher in Deutschland sind zum Jahresende in allerbester Konsumlaune. Zu Weihnachten werden sie wieder tief in die Tasche greifen. Fast 18 Milliarden Euro lassen sich die Bundesbürger das Weihnachtsfest kosten.
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Frankfurt. 

Gutscheine, Spielwaren, Bekleidung – das sind die drei Top-Geschenke in diesem Jahr auf dem Gabentisch. Dabei hat es einen Wechsel an der Spitze gegeben: Erstmals geben die Konsumenten mehr Geld für Gutscheine als für Puppen, Lego oder Playmobil-Figuren aus. Das hat die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in einer aktuellen Umfrage ermittelt. Den Trend hin zum Gutschein erklären die Konsumforscher so: „Man will vor allem Emotionen verschenken. Die Kinder etwa ein Dinner für die Eltern, die wiederum einen Wochenend-Kulturtrip für die Großeltern.“ Außerdem spiele auch das Argument, „möglichst Fehleinkäufe vermeiden“, eine Rolle, meinte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth gestern in Frankfurt.

Das Budget für Weihnachtsgeschenke bleibt auch im dritten Jahr in Folge auf hohem Niveau. Mit durchschnittlich 278 Euro liegen die geplanten Ausgaben nur minimal unter dem Vorjahreswert. „Wie in den vergangenen Jahren ist auch Bargeld wieder ein beliebtes Präsent. Davon werden die Händler nach dem Fest ebenfalls profitieren. Insgesamt werden die Deutschen Bargeld im Wert von 3,5 Milliarden Euro verschenken“, heißt es in der GfK-Studie.

Erwartungsgemäß geben die Verbraucher je nach Alter und Einkommen sehr unterschiedliche Summen für Geschenke aus. Junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren planen mit 140 Euro zwar deutlich mehr ein als im vergangenen Jahr (plus 15 Euro). Im Vergleich mit den über 54-Jährigen fällt ihr Budget dennoch eher bescheiden aus. Die ältere Generation will im Durchschnitt 344 Euro für die Liebsten ausgeben.

Insgesamt bestätige die Umfrage die Entwicklung der zurückliegenden Jahre, wonach die Verbraucher hierzulande beim Geschenkekauf in erster Linie auf „Qualität, Genuss und Wertigkeit“ achten. Bis vor zwei Jahren waren Kleidung und Accessoires die Nummer eins unterm Weihnachtsbaum. Inzwischen sind das Hemd mit Krawatte für den Partner, Dessous für die Herzdame oder Socken und Unterwäsche von Oma in der Hitliste zurückgefallen. Doch für den Handel bedeute das nicht unbedingt ein Umsatzminus, weiß Adlwarth. Denn gerade für Kleidung würden sehr viele Gutscheine verschenkt, so dass der Handel nachträglich noch auf seine Kosten komme.

Bücher sind der Dauerbrenner. Jeder Dritte möchte mindestens ein Buch unter den geschmückten Baum legen. Im Schnitt werden für Buch- und Kalendergeschenke 41 Euro ausgegeben. Knapp eine Milliarde werde dafür ausgegeben. Das entspricht ziemlich genau dem Volumen, das auch Uhren und Schmuck dem Handel einbringen werden. Getreu dem Motto: Ein bisschen Luxus kann nicht schaden. Schließlich verdient unser Geld kaum mehr Zinsen...

Wildlachs und Grand Crus

Nicht fehlen dürfen natürlich auch Kosmetika. Vor allem teure Parfums für sie und ihn sowie attraktiv gepackte Geschenksets internationaler Luxusmarken mit Duschgel, Seife, Eau de Toilette sind dabei gefragt. Last, but not least spielen Lebensmittel und Getränke eine bedeutende Rolle im Sortiment der Weihnachtsüberraschungen. Doch auch dabei gilt, dass die besonders edlen Produkte wie kanadischer Wildlachs oder der prämierte Grand Cru Bordeaux-Rotwein ausgesucht werden.

Dass immer mehr Menschen online einkaufen, ist keine Überraschung. Mehr als die Hälfte der von der GfK Befragten gab an, mindestens ein Geschenk im Internet erwerben zu wollen. Doch die Zuwachsraten im Online-Handel flachen nach Beobachtung der Konsumexperten schon wieder ab. Spitzenreiter beim Internetverkauf sind demnach nach wie vor Abos und Veranstaltungstickets. Den größten Zuwachs verzeichneten Smartphones und Smartwatches.

Phänomen „Black Friday“

Die in Deutschland noch recht neuen Einkaufsevents wie „Black Friday“ oder „Cyber Monday“, die in den USA einen großen Teil des Weihnachtsgeschäftes schon absaugen, haben auch hierzulande nach Ansicht der GfK-Forscher einen Achtungserfolg erzielt. „Doch mit den Rabattschlachten schneiden sich die Händler ein Stück weit ins eigene Fleisch. Denn sie verschenken Umsatzerlöse der Vorweihnachtszeit, in der die Verbraucher erfahrungsgemäß nicht sehr preissensibel sind.“ Die GfK hat Zweifel, dass diese Shopping-Tage bei uns einen ähnlichen Stellenwert wie in den USA erreichen können.

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