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Wegen Investoren: Clariant bläst Fusion mit Huntsman ab

Die Fusion ist vom Tisch: Der Chemiekonzern Clariant und der US-Konkurrent Huntsman beugen sich dem Druck von Investoren. Eine nicht ganz unerwartete Kehrtwende.
Trotz des Rückschlags will Hariolf Kottmann an der Spitze von Clariant bleiben. Foto: Patrick B. Kraemer (KEYSTONE) Trotz des Rückschlags will Hariolf Kottmann an der Spitze von Clariant bleiben.
Zürich. 

Wie geht es nun mit Clariant weiter? Bleibt unser Unternehmen doch eigenständig, droht uns eine Übernahme oder die Zerschlagung? Diese Fragen stellen auch die rund 2350 Clariant-Beschäftigten in Frankfurt-Höchst und Sulzbach. Wie der Schweizer Spezialchemiekonzern gestern mitteilte, sieht er sich gezwungen, die geplante 20-Milliarden-Dollar-Fusion mit dem US-Rivalen Huntsman abzublasen. Angesichts der Opposition des Clariant-Großaktionärs White Tale gegen die Transaktion sei ungewiss, ob genügend Aktionäre dem Zusammenschluss zugestimmt hätten, hieß es. „Unter diesen Umständen und angesichts des hohen Maßes an Beeinträchtigung und Unsicherheit, das dadurch für beide Unternehmen entstanden ist, haben wir gemeinsam beschlossen, den Fusionsvertrag aufzuheben“, sagten die beiden Firmenlenker Hariolf Kottmann und Peter Huntsman. An der Schweizer Börse reagierten die Anleger verschnupft, die Clariant-Aktien brachen um sechs Prozent ein.

White Tale hat aufgestockt

Auslöser der Entscheidung war die weitere Aufstockung der Beteiligung von White Tale an Clariant. Clariant meldete gestern Morgen, dass der aktivistische Investor neu 20 Prozent halte. Der Basler Konzern hätte die Zustimmung von zwei Dritteln der Clariant-Aktionäre benötigt, um die Transaktion in trockene Tücher zu bringen. Diese Hürde erwies sich nun als zu hoch.

Clariant-Großaktionär White Tale hatte kritisiert, dass der Schweizer Konzern bei einem Zusammenschluss mit Huntsman zu niedrig bewertet werde. Zudem stellte er die industrielle Logik der Fusion in Frage. Der aktivistische Investor hatte stattdessen gefordert, dass die Sparte Plastics& Coatings verkauft werde. White Tale war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Clariant hat drei Optionen

Die beiden Konzerne wollen nun vorerst alleine weitermachen. Clariant sei auf eine Zukunft als eigenständiges Unternehmen gut vorbereitet, erklärte Kottmann. Trotzdem sollen auch Alternativen geprüft werden. „Clariant hatte und hat noch immer mehrere Optionen, um den Wert für die Aktionäre und die Stakeholder zu erhöhen“, sagte er. „Eine Fusion unter gleichen ist eine Option, eine große transformative Transaktion ist eine andere Option, alleine weiterzumachen ist eine dritte Option.“

Baader-Helvea-Analyst Markus Mayer: „Jetzt ist Clariant wieder das Übernahmeziel Nummer eins unter den europäischen Chemiefirmen.“ Bankern zufolge ist auch eine Aufspaltung des Unternehmens möglich. Sollte Clariant zerschlagen werden, dürften sich die deutschen Konzerne BASF und Evonik Teile davon anschauen.

Trotz des Scheiterns des Plans will Clariant mit dem bestehenden Management und Verwaltungsrat weitermachen. Kottmann, der als Architekt der Fusion gilt, will an der Spitze des Konzerns bleiben. Wie lange er sich dort halten kann, scheint indes ungewiss. Der Druck auf ihn dürfte in den nächsten Wochen und Monaten zunehmen. Ein Wechsel werde deshalb nicht ausgeschlossen, hieß es am Markt.

(rtr,pan)
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