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Auto: Daimler: Milliardenkosten trüben Gewinnausblick

Die Dieselkrise konnte Daimler bisher nichts anhaben – aber die Milliardenkosten des Umschwungs zu den elektrischen, selbstfahrenden Autos der Zukunft bremsen den Rekordkurs.
„Daimler gehört an die Spitze“, sagt Vorstandschef Zetsche. Foto: Sebastian Gollnow (dpa) „Daimler gehört an die Spitze“, sagt Vorstandschef Zetsche.
Stuttgart. 

Nach dem Gewinnsprung auf einen neuen Bestwert von fast 15 Milliarden Euro traut sich der Dax-Konzern 2018 kein neues Ergebnisplus zu. Der operative Gewinn (Ebit) soll auf dem Niveau von 2017 verharren, wie Vorstandschef Dieter Zetsche sagte. Den Absatz wollen die Schwaben mit mehr als einem Dutzend neuer Pkw-Modelle zwar leicht steigern. Doch die Investitionen und Entwicklungskosten wachsen um eine auf 16 Milliarden Euro, hinzu kommen Währungsbelastungen von einer Milliarde. Nach Erobern der Marktführerschaft bei Premiumautos sei der Konzern jetzt in der „Gestaltungsphase für die Zukunft“, sagte Zetsche. „Und wir agieren aus einer Position der Stärke.“

Um auch in Zukunft profitabel zu wachsen, muss Daimler wie alle anderen Autobauer viel Geld in elektrische, autonome, vernetzte Autos und Lastwagen investieren, Mobilitätsdienste und andere neue Geschäftsmodelle aufbauen. All die Belastungen seien bekannt, meinte Arndt Ellinghorst, Autoexperte vom Investmentberater Evercore ISI. „Aber es dann schwarz auf weiß zu sehen, ist schon schockierend.“

Aktienkurs gibt nach

Zetsches Vorsicht ließ Daimler-Aktien einknicken. Nach Einschätzung von Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler muss sich Daimler auch über die drohenden Diesel-Fahrverbote und die laufenden Ermittlungen gegen den Konzern in Sachen Abgasbetrug und Kartell Sorgen machen. „Das alles schafft Planungsunsicherheit“, sagte er. Zu den Rechtsrisiken ebenso wie zum jüngsten Skandal um Abgasversuche an Affen und Menschen durch eine Forschungsgruppe, die auch Daimler finanzierte, hüllt sich Zetsche in Schweigen. Zum Thema Diesel sprach er sich gegen eine Nachrüstung der Motoren aus, die zu lange dauere und von den Kunden gar nicht erwünscht sei. Das Abschaffen des Steuervorteils beim Dieselkraftstoff, von VW-Chef Matthias Müller befürwortet, hält Zetsche für „nicht empfehlenswert“.

Barclays-Analystin Ellie Austin ist „nervös“, dass den Schwaben die Puste bei den Modellneuheiten ausgeht und zugleich die Ausgaben für Motorentechnik steigen, um in der EU den Grenzwert für das Klimagas Kohlendioxid (CO2) einzuhalten. Hier muss der Autobauer Zetsche zufolge in der Tat noch tief in die Tasche greifen. „Wir werden alle Stellhebel einsetzen mit der klaren Zielsetzung, und das ist auch die Erwartung, dass wir die Limits, die 2021 gesetzt sind, auch erreichen“, so der Daimler-Chef.

Der Konzern verkaufte im Vorjahr 3,27 Millionen Pkw und Nutzfahrzeuge, plus neun Prozent. Vor allem neue SUV-Modelle von Mercedes waren gefragt, und das Lkw-Geschäft erholte sich in Nordamerika nach der Schwächephase 2016.

BMW-Chef Harald Krüger will Zetsche 2020 die Krone des größten Premiumherstellers wieder abjagen. Dieser konterte: „Daimler gehört an die Spitze.“ Unter dem Strich verdiente der Fahrzeughersteller 10,9 Milliarden Euro und damit 24 Prozent mehr, wozu auch eine Milliarde Buchgewinn durch die Steuerreform in den USA beitrug. Die Dividende soll von 3,25 auf 3,65 Euro je Aktie steigen.

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