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Gesundheit: Dank EU stehen mehr Medikamente zur Behandlung von Kindern zur Verfügung

In der Vergangenheit standen in der Kinderheilkunde viele Medikamente nicht zur Verfügung, weil sie für Kinder nicht zugelassen waren. Das hat sich geändert – dank der EU und eines besonders engagierten Abgeordneten.
Früher gab es einen eklatanten Mangel an für Kinder zugelassenen Medikamenten. Der Zustand hat sich gebessert. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) Früher gab es einen eklatanten Mangel an für Kinder zugelassenen Medikamenten. Der Zustand hat sich gebessert.
Brüssel. 

Das Kind litt schon seit langem an einer Infektion der Atemwege, die immer schlimmer wurde. Die verfügbaren Medikamente für Minderjährige bewirkten nichts mehr. Es blieben nur Infusionen. „Die Ärmchen waren schon völlig zerstochen.“ Es gab ein Präparat. Aber das war für Kinder nicht zugelassen. Mediziner und Chefarzt der Klinik berieten sich und gingen das Risiko ein: Sie verabreichten das Arzneimittel für Erwachsene, das Kind wurde letztlich gerettet.

Peter Liese war Kinderarzt an einer Klinik, bevor er für die CDU ins Europäische Parlament wechselte. Die Geschichte geht ihm bis heute nach. 2007 betrieb er deshalb neue Regelungen, damit mehr Medikamente auch für Kinder zur Verfügung stehen. Ein solches Zulassungsverfahren ist aufwendig und teuer – bei einer nur geringen Zahl von Patienten.

Die EU-Kommission griff das Thema auf, entwickelte ein umfangreiches Maßnahmenpaket – vom Versprechen eines längeren Patentschutzes bis hin zu Fördermitteln, wenn die Pharma-Hersteller ihre Präparate auch für kleine Patienten zuließen. Das war vor zehn Jahren. Vor wenigen Tagen zog die EU-Behörde Bilanz. Und die hatte es in sich: Die Zahl der gebilligten Prüfungen (die erste Phase auf dem Weg zur Zulassung) für Kinder-Arzneimittel übertraf 2017 die Marke von 1000. Abgeschlossen sind die Tests inzwischen für 131 Präparate. Und: Die Zulassung geht immer schneller. Ob Immunologie und Rheumatologie, Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Impfstoffe – überall wurden gewaltige Fortschritte gemacht.

Vor 2007 gab es nur wenige Behandlungskonzepte für rheumatische Erkrankungen bei Minderjährigen, heute steht eine ganze Palette zur Verfügung. Immer noch zu wenige Behandlungsmöglichkeiten sind es dagegen bei Krebs im Kindesalter. Die Forschung der Firmen konnte um 50 Prozent gesteigert werden.

Gute Ergebnisse, über die man reden darf. Das ist wahr. Aber auch eine Verpflichtung, um weiterzumachen. Ein befragter Kinderarzt sagte vor wenigen Tagen: „So etwas kann nur die EU. Die einzelnen Staaten haben gar nicht das Gewicht, um eine solche Entwicklung auszulösen.“

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