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Mehr Geld: Das ist 2018 neu bei der Rente

Die Bundesregierung plant satte Rentenerhöhungen, zugleich werden zahlreiche Veränderungen im Laufe des Jahres wirksam. Die wichtigsten Neuerungen bei Rente und Altersvorsorge.
Die Renten sollen 2018 um mehr als drei Prozent steigen. Foto: Julian Stratenschulte (dpa) Die Renten sollen 2018 um mehr als drei Prozent steigen.
Frankfurt. 

Gute Nachricht für Ruheständler: Die Renten sollen 2018 um mehr als drei Prozent steigen. Das Plus wird in den alten Bundesländern voraussichtlich 3,1 Prozent betragen und in Ostdeutschland 3,2 Prozent. Zugleich möchte die Regierung auch die Beitragszahler entlasten. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung könnte Anfang 2018 um 0,1 Prozent auf 18,6 Prozent sinken, so der vorliegende Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums.

  Verbesserungen bei Betriebsrente: Große Umbrüche bewirkt das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz. Es soll dazu beitragen, die Betriebsrente (bAV) vor allem in kleinen Betrieben attraktiver zu machen. Dazu dient zum Beispiel das neue Sozialpartnermodell. Es ermöglicht Arbeitgebern einen Steuerbonus von 30 Prozent, wenn sie gering verdienenden Beschäftigten mit einem Bruttolohn unter 2200 Euro im Monat eine Betriebsrente anbieten. Der Steuerrabatt wird wirksam, wenn der Arbeitgeber die Einzahlungen in die Betriebsrente jährlich mit 240 Euro bis 480 Euro bezuschusst. Eine Pflicht zum Zuschuss besteht allerdings nicht. Wichtig: Arbeitnehmer, die nicht am Sozialpartnermodell teilhaben möchten, müssen aktiv widersprechen.

  Vor- und Nachteile des Sozialpartnermodells: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass Arbeitgeber bei dieser bAV-Form nicht mehr für die zugesagten Rentenansprüche haften. Der Betrieb muss weder eine bestimmte Rentenhöhe noch andere Leistungen zusagen. Versorgungseinrichtungen, die die betriebliche Altersvorsorge durchführen, dürfen ebenfalls keine Leistungen mehr garantieren. Das gilt für die eingezahlten Beiträge wie für bestimmte Rentenhöhen. Versorgungseinrichtungen erhalten dadurch die Möglichkeit, die Beitragsgelder freier anzulegen, zum Beispiel am Aktienmarkt. Ob dies am Ende zu einer höheren Rendite führt, bleibt abzuwarten. Tipp: Wer eine Betriebsrente mit Renten- oder Beitragsgarantie wünscht, der kann statt des neuen Modells einen der bisherigen Durchführungswege wählen, etwa die Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds.

  Weniger Anrechnung auf Grundsicherung: Positiv ist, dass Ansprüche aus Betriebs- und Riesterrenten künftig nur noch teilweise auf die Grundsicherung angerechnet werden. Das macht staatlich geförderte Renten attraktiver. Wer eine kleine Rente bezieht und daneben Grundsicherung, für den bleiben freiwillige Zusatzrenten bis 202 Euro monatlich anrechnungsfrei. Das gilt für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie bei der ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt in der Kriegsopferfürsorge. Allerdings dürfen die Verträge keine Kapitalauszahlung bei Renteneintritt vorsehen.

  Neuer Arbeitgeberzuschuss: Finanzielle Erleichterung winkt Betriebsrenten-Sparern ab 2019: Sie erhalten dann einen Zuschuss von ihrem Arbeitgeber zu ihren bAV-Einzahlungen. Das Geld stammt aus dem eingesparten Arbeitgeberanteil an die Sozialkassen, den diese im Rahmen der bAV-Gehaltsumwandlung nicht abführen müssen. Das sind zurzeit etwa 19,5 Prozent. Mindestens 15 Prozent der umgewandelten Gehaltsteile fließen künftig als Zuschuss an die jeweilige Versorgungseinrichtung. Dies soll die spätere Rente des Arbeitnehmers erhöhen und die vollständige Sozialversicherungspflicht im Alter ausgleichen. Damit der Zuschuss fließt, darf das Gehalt des Arbeitnehmers die Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung nicht übersteigen. Die Neuregelung gilt ab 2022 auch für bereits bestehende Betriebsrentenverträge.

Ebenfalls positiv ist die Möglichkeit, künftig im Rahmen der Betriebsrente mehr Steuern zu sparen. Arbeitnehmer dürfen künftig acht statt bislang vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung West in ihren bAV-Vertrag steuerfrei einzahlen. Sozialabgabenfrei bleiben aber weiterhin nur vier Prozent der bisherigen Grenze.

  Verbesserungen bei Riester-Rente: Die Riester-Grundzulage steigt ab 2018 von 154 auf 175 Euro. Zugleich wird die sogenannte Doppelverbeitragung im Rahmen der betrieblichen Riester-Rente abgeschafft. Das bedeutet, dass gesetzlich Versicherte im Alter keine Beiträge zur Kranken- und Pflegekasse für ihre Riester-Rente mehr abführen müssen. Wer einen Riester-Vertrag nicht als betriebliche Altersvorsorge, sondern privat abgeschlossen hat, muss diese Abgaben jedoch weiterhin zahlen.

  Einstieg in die Rentenangleichung Ost-West: Ab dem kommenden Jahr werden die Renten in den neuen Bundesländern stärker angehoben. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 eine vollständige Rentenangleichung zwischen Ost und West zu erreichen. Von der Regelung profitieren etwa vier Millionen Rentner in den neuen Bundesländern. Zugleich wird die Höherwertung der Ost-Löhne abgeschmolzen, durch die Arbeitnehmer zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen höhere Rentenansprüche erwerben als Beschäftigte im Westen. Verbesserungen gibt es auch bei der Erwerbsminderungsrente: Neue Versicherungsfälle sollen so gestellt werden, als ob sie bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet hätten, drei Jahre mehr als bislang.

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