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Gewinn fällt dennoch deutlich niedriger aus – Schiffskrise belastet: Dekabank: Erfolg bei Aktienfonds

Von Aktienfonds sind gefragt in der Niedrigzinsphase. Dennoch kann die Dekabank nicht vom hohen Absatz profitieren, der Gewinn fällt 2016 deutlich geringer aus als noch im Jahr zuvor.
Dekabank-Chef Rüdiger Foto: Nicolas Armer (dpa) Dekabank-Chef Rüdiger
Frankfurt. 

Die Krise in der Schifffahrt hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz der Dekabank. Das Jahresergebnis (vor Steuern) des Wertpapierhauses der Sparkassen brach 2016 um knapp ein Fünftel auf 490 Millionen Euro ein. Der Grund war eine zusätzliche Risikovorsorge für Ausfälle bei Schiffsfinanzierungen – nach 80 Millionen im Jahr zuvor fielen diesmal 210 Millionen Euro an, davon allein für Schiffe 187 Millionen. Damit sind nun 46 Prozent der notleidenden Kredite wertberichtigt, das Portfolio beträgt noch 1,6 Milliarden Euro. Die Geschäfte wurden vor 2010 abgeschlossen, aber im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern hat die Dekabank, die zu 100 Prozent den Sparkassen gehört, ihre Bestände nicht verkauft. „Das war bisher im Vorstand nie auf der Agenda“, sagte Finanzvorstand Matthias Danne lediglich zur Begründung.

Ohne Berücksichtigung dieser erhöhten Risikovorsorge blieben die Erträge konstant, die Kosten stiegen um acht Prozent. Dabei fiel das Plus bei den Personalkosten mit 3,9 Prozent relativ gering aus, wobei die Zahl der Vollzeit-Mitarbeiter um 7,2 Prozent auf 3990 zulegte. Die Boni seien allerdings wegen des niedrigeren Gewinns gesunken, sagte Vorstandschef Michael Rüdiger. Allerdings galt das laut Geschäftsbericht nicht für den Vorstand, dessen Bezüge von 4,3 auf 5,3 Millionen Euro wuchsen. „Ich gehe davon aus, dass die im Geschäftsbericht 2017 für 2016 berichtete Zahl dann niedriger ist“, sagte Rüdiger; bei ihm persönlich werde der Bonus deutlich stärker sinken als im Durchschnitt der Mitarbeiter.

Nettoabsatz sinkt

Den Wachstumstrend im Wertpapiergeschäft konnte die Dekabank fortsetzen. Die Nettovertriebsleistung sank zwar von 19,5 auf 16,9 Milliarden Euro, weil sie im Privatkundengeschäft um ein Drittel auf 7,7 Milliarden zurückging. Das war aber immer noch der zweithöchste Wert seit zehn Jahren. Die Bestände wuchsen, auch wegen Kursgewinnen, von 240 auf 257 Milliarden Euro – ein Plus von 58 Prozent seit 2012. Die Hälfte dieser Assets entfiel auf institutionelle Kunden (meist Sparkassen).

Bei Aktienfonds konnten trotz der Verunsicherung der Privatkunden wegen des Kurseinbruchs zu Jahresbeginn netto (also nach Abzug der Verkäufe) immerhin noch 2,4 Milliarden Euro abgesetzt werden. „Eine Flucht der Privatanleger aus den Märkten hat nicht stattgefunden. Damit haben wir uns klar gegen den Branchentrend gestellt“, sagte Vorstand Georg Stocker; denn insgesamt habe es im Vorjahr Netto-Abflüsse von 1,8 Milliarden gegeben. Zum Netto-Absatz an Privatkunden trugen neben den Aktienfonds auch Immobilienfonds bei und vor allem ein kräftiges Wachstum bei Zertifikaten, die 3,8 Milliarden vom Vertriebsplus ausmachten. Die Dekabank verkauft nach wie vor fast nur Investmentfonds, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) kamen mit rund 400 Millionen nur auf einen relativ geringen Absatz.

Die Sparkassen schlossen im Vorjahr rund 300 000 neue Fondssparpläne ab, die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 3,5 Millionen. Im laufenden Jahr habe sich der Trend zu Fondssparplänen verstärkt, so Stocker: Bis Mitte März seien im Schnitt pro Woche etwa 10 000 neue Deka-Fondssparpläne abgeschlossen worden. Damit sei etwa die Hälfte des letztjährigen Volumens in dieser Kategorie bereits erreicht.

Vorsichtige Prognose

Rüdiger sprach von einem guten Start ins Jahr, die Nettovertriebsleistung habe in den ersten beiden Monaten bei 4,2 Milliarden Euro gelegen, die Gesamtbestände seien auf 263 Milliarden Euro gestiegen. Der Vorstandschef geht aber wegen hoher Belastungen durch die Regulatorik dennoch nur von einem stabilen Ergebnis im Gesamtjahr aus.

Bei Immobilienfinanzierungen, deren Bestände zuletzt geschrumpft sind, will Danne wieder wachsen. Der Rückgang im Vorjahr habe aber nicht am „ausgesprochen regen“ Neugeschäft gelegen, sondern an vorfristigen Rückzahlungen.

Das Digitalmanagement der Dekabank soll eng mit der Sparkassen-Vertriebsstrategie verknüpft bleiben. Doch soll, aufbauend auf den Erfahrungen mit dem zur Jahresmitte 2016 gekauften S-Broker und der eigenen Entwicklungsplattform „bevestor“, zeitnah ein digitales Angebot für Sparkassen und deren Kunden zur Verfügung stehen. „Nein, wir bauen keine Direktbank an den Sparkassen vorbei“, sagte Stocker. Die ebenfalls übernommene LBB Invest soll von Berlin nach Frankfurt umziehen und umbenannt werden.

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