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4000 Beschäftigte streiken: Demonstranten machen Druck

Erstmals gingen die Telekom-Mitarbeiter und die Beschäftigten im öffentlichen Dienst gemeinsam auf die Straße. Sie fordern 5,5 Prozent mehr Lohn.
Symbolfoto Streik Foto: Bodo Schackow/Archiv Symbolfoto Streik
Darmstadt. 

Die Telekom solidarisiert sich mit den Kollegen aus dem öffentlichen Dienst in Südhessen. Das bewiesen sie gestern bei einem Warnstreik der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) in Darmstadt. Morgens versammelten sich rund 4000 Streikende auf dem Gelände des IT-Unternehmens. Angereist waren Angestellte aus der Region Süd-West, aus Südhessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

„Unterirdisches Angebot“

Gemeinsam marschierten die Demonstranten die Rheinstraße entlang bis zum Marktplatz, wo eine Kundgebung stattfand. Thomas Müller, Landesfachbereichsleiter Telekommunikation und Informationstechnologie in Hessen, will weiter Druck auf die Arbeitgeber ausüben. „Die haben uns ein unterirdisches Angebot gemacht.“ Damit spielt Müller auf die dritte Verhandlungsrunde im März in Berlin an, wo das Unternehmen eine Entgelterhöhung von bis zu zwei Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten angeboten hatte.

Die Gewerkschaft fordert jedoch 5,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die vierte Tarif-Verhandlungsrunde soll bessere Ergebnisse bringen, hofft Müller. Die Bühne gehörte am Tag der Jugend jedoch den Auszubildenden der Telekom. Sie liefen in Zwangsjacken gekleidet mit dem Protestzug mit. Die Azubis fordern eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen und der Vergütungen für dual Studierende um jeweils 75 Euro pro Monat.

Ebenfalls eine Forderung der Auszubildenden: eine Übernahme-Garantie. „Ausbildung darf kein Glücksspiel sein“ proklamierten sie auf Bannern. Patrick Butsch, Jugendobman von Verdi, dazu: „Die Angst, arbeitslos zu werden, begleitet uns die ganzen drei Jahre. Wir wollen selbstständig und unabhängig sein.“ Für Jens Ahäuser von Verdi Hessen steht fest: „Wir brauchen einen kräftigen Schluck aus der Pulle und keine Brotkrumen.“ Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fordern ebenfalls 5,5 bis sechs Prozent mehr Lohn. Angestellte in Krankenhäusern, die im Schichtbetrieb arbeiten, sollen mehr freie Tage bekommen; einen höheren Zuschlag von 15 bis 20 Prozent für Nachtarbeit hält Ahäuser für gerechtfertigt.

Vierte Verhandlungsrunde

Heute gehen die Telekom-Mitarbeiter erneut auf die Straße. Gleichzeitig beginnt am Vormittag in Euskirchen die vierte und entscheidende Tarifverhandlungsrunde für die rund 62 000 Tarifangestellten, Auszubildenden und dual Studierenden bei der Deutschen Telekom. Ab dem 15. April verhandelt Verdi den Tarif für den öffentlichen Dienst in Potsdam.

(dit)

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