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Währung: Der Euro bringt mehr Mäuse

Noch vor kurzem sorgten sich alle um den Euro. Doch verschiedene Gründe sorgen dafür, dass es der Gemeinschaftswährung wieder deutlich besser geht. Dabei spielt auch die Weltpoltik eine Rolle.
Spaß für Kinder im Disneyland – das wird mit einem starken Euro wieder für USA-Reisende erschwinglicher. Bilder > Foto: epa Armando Arorizo (EPA) Spaß für Kinder im Disneyland – das wird mit einem starken Euro wieder für USA-Reisende erschwinglicher.
Königstein. 

Wer hätte das zum Jahresbeginn gedacht: Von 1,04 US-Dollar für einen Euro Ende 2016, stieg die Gemeinschaftswährung um zehn Prozent, auf aktuell über 1,14 US-Dollar. Und das, obwohl es für alle großen Investmentbanken – allen voran Goldman Sachs – ausgemachte Sache war, dass der Kurs des Euro in 2017 deutlich unter der magischen Marke von 1,00 US-Dollar fallen würde. Nun wurden bzw. werden fast alle Profis eines Besseren belehrt.

Uwe Eilers
Der Autor: Uwe Eilers

Unser Gastautor ist einer der Inhaber von Geneon Vermögensmanagement in Königstein, die sich auf sichere Anlagestrategien und innovative Vergütungsmodelle spezialisiert hat.

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Es gibt verschiedene Anzeichen dafür, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist, sondern möglicherweise der Beginn einer längeren Reise. Die Gründe:

  Brexit: Aktuell stärkt der Brexit erheblich den Zusammenhalt der verbliebenen EURO-Länder, was das Vertrauen in die Währung bedeutend verfestigt. Dies könnte sich im Laufe der Zeit, während der Verhandlungen mit der britischen Regierung, noch verstärken.

  EZB-Politik : Zudem wurde Draghi in den letzten Tagen dahingehend interpretiert, dass die Wirtschaft im Euro-Raum deutlich anziehen werde. Aus dem Grund wurde gemutmaßt, dass die EZB die Anleihekäufe bald deutlich zurückfahren könnte und dadurch ein Zinsanstieg möglich wird. Die EZB ist danach zwar zurückgerudert, aber die Märkte stellen sich auf einen weiteren Zinsanstieg ein.

  Trump: Die Politik unter Trump isoliert die USA. Das Land wird immer mehr der Lächerlichkeit preisgegeben, das Vertrauen in Amerika und seine Währung schwindet immer mehr. „America First“ wird immer mehr zum Bumerang für die US-Wirtschaft, da sich ausländische Unternehmen lieber andere Absatzmärkte suchen, statt sich unnötige Risiken im Land der „unbegrenzten Strafen“ einzukaufen.

  Europäische Wirtschaft: Die europäische Wirtschaft erhält immer mehr Rückenwind. Schließlich profitieren die hiesigen Unternehmen erheblich von den weiterhin niedrigen Rohstoffpreisen, dem nach wie vor günstigen Euro und von den enorm günstigen Zinsen. Investitionen und Übernahmen können billigst finanziert werden.

  Krisenländer: Die Krisenländer aus Südeuropa erholen sich ebenfalls von der langen Talfahrt. Neben Spanien und Portugal kommt sogar Griechenland wirtschaftlich voran und kann mit guten Wachstumsraten rechnen. In Frankreich herrscht nach der Macron-Wahl eine Aufbruchsstimmung in der Wirtschaft. Neben einem Aufbrechen des verkrusteten Arbeitsmarkts erhoffen sich viele eine deutliche Entbürokratisierung, was sich langfristig sehr positiv auswirken sollte.

Aufgrund der wirtschaftlich positiven Aspekte und der Rückkehr des Vertrauens in „Old Europe“ kann dem Euro noch einiges zugetraut werden. 1,25 US-Dollar pro Euro sind im Bereich des Möglichen und selbst 1,40 Dollar sind in einem Zeitraum von 18 Monaten keine Utopie mehr.

Als Anleger kann man vielfältig profitieren und Gefahrenstellen meiden. Es profitieren Unternehmen, die einen hohen Anteil an Importen, beispielsweise Rohstoffe haben oder aber in Lokalwährungen einkaufen. Dazu zählen unter anderem Fluggesellschaften wie die Lufthansa, Reisekonzerne wie TUI oder große Betreiber von Kohlekraftwerken wie etwa RWE.

Unternehmen, die einen großen Teil ihrer Waren in den Dollarraum exportieren, sollte man eher meiden, ebenso wie Fremdwährungsanleihen, wo die Währungsverluste mögliche Zinsvorteile mehr als auffressen könnten. Eine Reise in das Land der Donalds und Mickey Mäuse wird mit einem starken Euro als Reiseziel wieder erschwinglicher. Man kann dort nunmehr surreale Welten nicht nur in Disneyland, sondern auch in Washington bestaunen.

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