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Deutschland ist der größte Exportmarkt der Goldmünze: Der Krügerrand wird 50

Die Goldmünze Krügerrand wird in Südafrika unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen produziert. Vor allem deutsche Anleger entscheiden sich für die wertbeständige Münze.
Ein Arbeiter kippt in der Rand Refinery in Germiston bei Johannesburg (Südafrika) Goldgranulat in einen Behälter, um es weiter zu verfeinern. Foto: Philip Mostert (Rand Refinery limited) Ein Arbeiter kippt in der Rand Refinery in Germiston bei Johannesburg (Südafrika) Goldgranulat in einen Behälter, um es weiter zu verfeinern.
Johannesburg. 

Bei knapp 1100 Grad Celsius schmilzt das Gold endlich: Der Schmelztiegel wird angekippt, heraus fließt das wertvolle Edelmetall, feurig schimmernd wie frisch ausgespuckte Lava. Hinter hohen Mauern, elektrischem Zaun, zahlreichen Sicherheitsschleusen und massiven Tresortüren ist das der Alltag in der Rand Refinery, einer der größten Goldschmelzen weltweit. Hier, am Rand von Südafrikas Wirtschaftsmetropole Johannesburg, wird seit genau 50 Jahren die beliebteste Goldmünze der Deutschen hergestellt. Bislang hat sich der Krügerrand gut 60 Millionen Mal verkauft.

„Deutschland ist unser größter Exportmarkt“, erklärt Richard Collocott, Marketingdirektor bei Rand Refinery. Letztes Jahr wurden demnach rund 30 Prozent der Produktion von 1,2 Millionen Goldmünzen nach Deutschland verkauft, dahinter folgen die Schweiz und Österreich, dann erst die USA. „Der Krügerrand ist die Goldmünze der Deutschsprachigen“, sagt Collocott.

Am 3. Juli 1967 wurde der erste Krügerrand zu einer Unze (31,1 Gramm) Feingold geprägt. Derzeit kostet eine Münze im Handel in Deutschland etwa 1136 Euro, rund 20 Euro mehr als ein entsprechender Barren. Auf der Vorderseite der Münze ist eine Springbock-Antilope abgebildet, auf der Rückseite das Konterfei des früheren südafrikanischen Präsidenten und Namensgebers Paul Kruger. Inzwischen gibt es auch günstigere Krügerrand-Münzen, etwa zu je einer halben oder Viertelunze Feingold.

Münze verkratzt nicht

Der Goldmünze ist auch noch eine Kupferlegierung beigemischt, um die Oberfläche gegen Kratzer zu schützen. Der Krügerrand hat daher nur 22 statt 24 Karat. Für Europas größten Goldhändler Degussa ist das ein Vorteil. „Weil ein Krügerrand nicht verkratzt, kann man ihn immer wieder gut verkaufen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Wrzesniok-Roßbach. Goldbarren hingegen würden beim Wiederverkauf oft einen geringeren Preis erzielen.

Alle Münzrohlinge werden bei der Rand Refinery gestanzt. Helikopter liefern das Gold hier direkt aus den Minen in Südafrika an, denn ein Transport auf der Straße wäre zu gefährlich. „Einen Hubschrauber kann man nicht so leicht überfallen“, sagt Collocott. Die Schmelze ist ein kleines Fort Knox. Alle Mitarbeiter müssen täglich beim Verlassen der Schmelze nicht nur durch einen Metalldetektor, sondern werden auch komplett geröntgt. Private Sicherheitsleute sind überall auf dem Gelände sichtbar, doch Details des Sicherheitskonzepts will Collocott lieber nicht verraten. Fotografieren ist streng verboten. Jeden Tag wird hier Gold im Wert von Dutzenden Millionen Euro umgeschlagen – derzeit rund 300 Tonnen pro Jahr. Das Gold kommt von den Minen in Barren an, deren Goldgehalt nur bei etwa 70 bis 90 Prozent liegt. In der Schmelze wird das Gold chemisch gereinigt und zu Granulat verarbeitet, das aus 99,9 Prozent Feingold besteht.

Hoher Rückkaufswert

Die Krügerrand-Rohlinge fliegen zunächst nur knapp 40 Kilometer nach Norden, zur südafrikanischen Münzpräge-Anstalt. Dort werden sie bedruckt, denn der Krügerrand ist in Südafrika auch legales Zahlungsmittel. Die südafrikanische Zentralbank garantiert zu jeder Zeit den Rückkauf der Münze zum Gegenwert von einer Unze Feingold. Bei anderen Münzen garantieren die Zentralbanken oft nur einen deutlich geringeren Rückkaufswert. „Das schafft Vertrauen“, sagt der Geschäftsführer der Münzprägeanstalt, Tumi Tsehlo. Der Krügerrand war nicht sofort ein Renner, aber schon in den 1970er Jahren stellte sich der Erfolg ein. 1978 wurde mit sechs Millionen produzierten Münzen der Höhepunkt erreicht. Doch ein Jahr später kam mit der kanadischen Maple Leaf Münze der erste Konkurrent auf den Markt. 1985 wurden zudem die Sanktionen gegen das rassistische Apartheidregime in Südafrika verstärkt, die Produktion brach um über 90 Prozent ein. Erst als 2007 das Finanzsystem zu wanken begann, ging es wieder bergauf. „Die globale Finanzkrise war ein wichtiger Meilenstein, der sehr geholfen hat“, erklärt Tsehlo. Wieso Gold sich gerade in Deutschland so großer Beliebtheit erfreut, lässt auch die Experten ein Stück weit Rätselraten. Dort gebe es historisch bedingt „ein gewisses Misstrauen gegenüber Papiergeld“, mutmaßt Collocott. Die Finanzkrise und dann die Eurokrise taten vermutlich ebenfalls ihr übriges.

(dpa)
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