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Mächtiger Banker: Der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer wird heute 80 Jahre alt

Er prägte über Jahre den Finanzplatz Frankfurt und die Deutsche Bank. Ein Satz kam ihn und seinen Arbeitgeber teuer zu stehen. Zum 80. Geburtstag blickt Rolf Breuer auf bewegte Zeiten zurück.
Rolf Breuer, der Ex-Chef der Deutschen Bank. Foto: Andreas Arnold (dpa) Rolf Breuer, der Ex-Chef der Deutschen Bank.
Frankfurt. 

Im Schatten der Deutsche-Bank-Türme hat Rolf Breuer sein Büro. Zwei bis drei Vormittage pro Woche arbeitet der Ex-Chef des größten deutschen Geldhauses im Herzen Frankfurts – Tür an Tür mit Vorgänger Hilmar Kopper und weiteren alten Bekannten aus den goldenen Zeiten der Finanzbranche.

„Mr. Finanzplatz“, „Strippenzieher der Deutschland AG“ – Breuer, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, sammelte in seiner Karriere viele Attribute. Mit dem Namen des gebürtigen Bonners ist der Aufstieg der Bank unter die führenden Finanzkonzerne der Welt verbunden – aber auch das teuerste Interview der deutschen Wirtschaftsgeschichte. „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen“ – im Februar 2002 sprach Breuer in einem New Yorker Hotelzimmer in ein Reportermikrofon, was viele über Leo Kirchs Medienimperium dachten.

Gut zwei Monate nach dem Interview reichte Kirch-Media Insolvenzantrag ein. Kirch gab Breuer („Der Rolf hat mich erschossen“) und dessen Arbeitgeber die Schuld. Die Beschuldigten wiesen die Vorwürfe stets zurück. Ein teurer Vergleich stoppte Anfang 2014 die Prozesslawine: Die Bank zahlte den Kirch-Erben 925 Millionen Euro.

Dauerstreit vor Gericht

Breuer steuerte als Schadensbeteiligung 3,2 Millionen Euro bei. Was ihn der Dauerstreit insgesamt kostete, habe er nie zusammengezählt.

Einen Schlussstrich unter die Causa Kirch kann der promovierte Jurist noch immer nicht ziehen: Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) über die Freisprüche des Landgerichts München aus dem April 2016 steht aus. In diesem Verfahren ging es um den Vorwurf, Breuer hätte Aussagen vor Gericht abgesprochen, um Schadenersatz-Zahlungen abzuwenden.

„Ich bin nie in ein Loch gefallen, ich habe bis heute eine Fülle von Mandaten“, so Breuer. „Das hat dafür gesorgt, dass ich mich nicht gelangweilt habe. Ich habe jedenfalls immer vermieden, zu Hause über die Schnur des Staubsaugers zu fallen.“ Breuer ist in zweiter Ehe verheiratet. Das Paar hat einen Sohn und zwei Töchter. Seine Frau brachte aus erster Ehe zwei weitere Kinder mit. „Fünf Kinder, elf Enkel – alle kommen zum Geburtstag.“

Bei der Deutschen Bank landete Breuer, dessen vollständiger Vorname Rolf-Ernst ist, eher aus Zufall. „Mein Vater hätte gerne gewollt, dass ich Chemiker werde, weil er von diesem Berufszweig das größte Potenzial erwartete. Er hat mich in ein Praktikum geschickt und das hatte zum Ergebnis: kein Talent.“

„Ich hatte keine Ausnahmebegabung: Ich war kein großer Musiker, der daraus hätte einen Beruf machen können. Auch zum Regisseur hat es trotz Lust und Engagement nicht gereicht“, resümiert Breuer, der in jungen Jahren Cello spielte. Und weiter: „So bin ich aus Not oder Zufall oder Verlegenheit Jurist geworden und Banker. Ich habe nach dem Abitur erst eine Banklehre gemacht, weil mein Vater auch eine gemacht hatte. Und das war die Deutsche Bank, so dass ich in meinem Leben nie einen anderen Arbeitgeber gehabt habe.“

Als Breuer im Mai 1997 Hilmar Kopper als Vorstandssprecher beerbt, übernimmt er ein auf Deutschland bezogenes Institut mit Schwerpunkten im Kreditgeschäft und bei Privatkunden. Breuer treibt die Internationalisierung voran und baut das Kapitalmarktgeschäft aus. Eine seiner größten Niederlagen: Auf der Zielgeraden scheitert 2002 die Fusion von Deutscher und Dresdner Bank. Wenig später, im Mai 2002, rückt Josef Ackermann auf den Chefsessel, Breuer wird bis 2006 Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Feier in der Toskana

Dem Finanzplatz Frankfurt blieb Breuer trotz dieser Rückschläge treu: „Frankfurt ist meine Heimat.“ Seinen runden Geburtstag feiert er aber lieber unter südlicher Sonne: „Ich habe meine Familie in die Toskana eingeladen. Am 3. November ist überall schlechtes Wetter, vielleicht in der Toskana nicht. Wir haben ein schönes Programm: Florenz, Siena – es wird auch Kultur geboten.“

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