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Vielfahrer sind besonders betroffen: Deutsche Bahn erhöht Preise

Trotz günstigen Sprits und Bus-Konkurrenz: Nach langer Zurückhaltung will die Bahn im Fernverkehr wieder spürbar mehr für Fahrkarten verlangen. Und im ICE soll es ab Dezember WLAN für alle geben – mit begrenztem Volumen.
An besonders beliebten Reisetagen müssen sich Bahnfahrer auf einen Aufschlag einstellen. Foto: Paul Zinken (dpa) An besonders beliebten Reisetagen müssen sich Bahnfahrer auf einen Aufschlag einstellen.
Berlin. 

Kunden der Deutschen Bahn müssen von Mitte Dezember an wieder mehr für ihre Fahrscheine bezahlen. Im Fernverkehr werden Tickets ohne Zugbindung zum Flexpreis – dem früheren Normalpreis – 1,9 Prozent teurer. Durchschnittlich steigen die Preise um 1,3 Prozent, wie der Konzern am Freitag in Berlin mitteilte. Damit wird der Tarif erstmals seit zwei Jahren wieder spürbar angehoben– für die zweite Klasse liegt die letzte große Erhöhung drei Jahre zurück.

„Zu einer stabilen Wirtschaftlichkeit gehört auch, dass wir die Preise anpassen“, begründete Fernverkehrschefin Birgit Bohle den Schritt. Dafür versprach sie den Kunden fürs kommende Jahr mehr Reisekomfort und mehr Pünktlichkeit. „Die ICE-Flotte wird bis Jahresende komplett mit WLAN ausgestattet werden“, sicherte Bohle zu. In der zweiten Klasse werde das Datenvolumen aber begrenzt sein. Das Limit hänge von Tests ab.

Zeitkarten deutlich teurer

Die Preisrunde zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember liegt deutlich über der Inflationsrate, die im September bei 0,7 Prozent lag. Die Bahn bittet besonders Stammkunden stärker zur Kasse: Streckenzeitkarten werden 3,9 Prozent teurer, die Bahncard 100 verteuert sich um 2,4 Prozent in der zweiten und 2,9 Prozent in der ersten Klasse. Jedoch bleibt der Preis der Bahncards 25 und 50, die 4,6 Millionen Kunden im Portemonnaie tragen, bei 62 und 255 Euro.

„Auch 2017 wird es wieder 19-Euro-Aktionen geben“, kündigte Bohle an. Mithilfe solcher Aktionspreise hatte die Bahn viele Gelegenheitsfahrer angelockt und ihre Fahrgastzahlen in diesem Jahr weiter steigern können. Und Sparpreise können künftig über alle Vertriebsweg 180 Tage im Voraus gekauft werden – bisher ging dies etwa via Internet nur maximal 90 Tage vor Reisestart. Künftig liegt auch die Storno-Gebühr für die Rückgabe eines Tickets bei 19 Euro; sie steigt um 1,50 Euro.

Erstmals führt die Bahn für den Flexpreis unterschiedliche Tarife an bestimmten Wochenenden ein, zum Beispiel an Pfingsten. Dann soll den Angaben nach etwa die Bahnfahrt Frankfurt-München generell 103 Euro kosten, am reisestarken Freitag 106 Euro, am folgenden Sonntag 100 Euro. Diese Neuerung wird von Januar bis Dezember 2017 getestet. Die Bahn will erreichen, dass sich Reisende gleichmäßiger auf die Züge verteilen.

Das Unternehmen hatte sich in den vergangenen Jahren mit Preiserhöhungen im Fernverkehr deutlich zurückgehalten. Grund waren neben günstigen Spritpreisen für Autofahrer vor allem die starke Konkurrenz durch Billigflieger, Mitfahrzentralen und Fernbusse.

Im vorigen Jahr waren die Tickets nur auf der neuen Schnellfahrstrecke Erfurt-Leipzig/Halle teurer geworden. Vor zwei Jahren gab es lediglich in der ersten Klasse eine Preiserhöhung, jedoch ist dort seitdem auch die Reservierung inklusive.

Die Bahn selbst hatte erst vor zwei Wochen angekündigt, ihr eigenes Fernbus-Geschäft zum Jahresende weitgehend einzustellen. Bohle sprach von einem weiterhin sehr schwierigen Marktumfeld, verwies zugleich aber auf anstehende Investitionen der Bahn, etwa in neue Züge und in die Modernisierung der Bestandsflotte. Bis 2030 investiere der Fernverkehr der Bahn zwölf Milliarden Euro.

Im Regionalverkehr der Bahn steigen die Preise zum Fahrplanwechsel um 1,9 Prozent. Das betrifft jedoch nur etwa jede fünfte Fahrt in den Regio-Zügen. Wer innerhalb von Verkehrsverbünden unterwegs ist, zahlt denjenigen Tarif, den die zugehörigen Kommunen festlegen.

(dpa,afp)
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