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Eine Frankfurter Institution: Deutsche Bundesbank wird 60 Jahre alt

Von Unter dem Motto "Machen Sie sich Ihr Bild von der Bundesbank" lädt die Frankfurter Institution zum Tag der offenen Tür ein. Anlass: die Gründung vor 60 Jahren.
Die Vorgänger-Institution: Mitarbeiter der Bank deutscher Länder entladen 1955 in der Taunusanlage einen Geldtransporter. Die Vorgänger-Institution: Mitarbeiter der Bank deutscher Länder entladen 1955 in der Taunusanlage einen Geldtransporter.
Frankfurt. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Deutschland am Boden – bevor die von den USA und Großbritannien betriebene Währungsreform 1948 das „Wirtschaftswunder“ einleitete. Jeder Deutsche bekam am 20 Juni, einem Sonntag, 40 neue D-Mark als „Kopfgeld“. Die DM-Banknoten für die Trizone waren ab September 1947 in der American Bank Note Company in New York und dem Bureau of Engraving and Printing in Washington gedruckt worden. Der geheim gehaltene Transport von 5,7 Milliarden D-Mark mit Namen „Operation Bird Dog“ startete im Februar 1948 – per Schiff nach Bremerhaven und in acht Sonderzügen nach Frankfurt. Lastwagen beförderten die künftige Währung zum ehemaligen Reichsbank-Gebäude in der Frankfurter Taunusanlage, von wo aus sie weiterverteilt wurde zu den Lebensmittelkarten-Ausgabestellen in der Trizone. Von deutscher Seite wurde das Projekt durch die Sonderstelle Geld und Kredit in Bad Homburg unter Leitung von Ludwig Erhard vorbereitet.

Helmut Kohl besichtigt Goldbarren, 1988. Bild-Zoom
Helmut Kohl besichtigt Goldbarren, 1988.

Die Alliierten errichteten parallel die „Bank deutscher Länder“ – dieser Schriftzug stand dann auch auf den ersten Münzen und Scheinen. Ihren Sitz hatte die Zentralbank wiederum in der Frankfurter Taunusanlage 5, sie unterstand noch bis 1951 dem Weisungsrecht der Alliierten. Die bereits im Grundgesetz vorgesehene „Bundesbank“ wurde erst Jahre später gegründet: Das entsprechende Gesetz verabschiedete der Bundestag am 26. Juli 1957, es trat zum 1. August in Kraft – das ist das Gründungsdatum der Notenbank, die rasch zur wohl angesehensten Institution der Bundesrepublik wurde.

Die Stabilität der D-Mark

Ihr Ziel war laut Gesetz die „Sicherung der Währung“, was häufiger für Konflikte sorgte, bis (erst 1997) das Ziel „Preisstabilität“ ins Bundesbankgesetz aufgenommen wurde. Mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,8 Prozent (1948 bis 1998) galt die Deutsche Bundesbank, die 1972 ihre neue Zentrale am Frankfurter Diebsgrund bezogen hatte, in dieser Hinsicht als äußerst erfolgreich – auch wenn diese Ziffer aus heutiger Sicht relativ hoch erscheint. Die D-Mark stieg im Lauf der Jahre zur weltweit zweitwichtigsten (Reserve-)Währung auf – und galt seit 1. Juli 1990 auch in der DDR und später in den neuen Bundesländern.

Die Einführung des Euro

Doch schon 1992 unterzeichneten die damals zwölf Staats- und Regierungschefs der EG-Länder den Vertrag von Maastricht, der das Ende der D-Mark einläutete. 1999 wurde die neue Gemeinschaftswährung, der Euro, zunächst als Buchgeld eingeführt; 2002 folgten die Scheine und Münzen. Für das Ziel Währungsstabilität war von diesem Zeitpunkt an nicht mehr die nationale Zentralbank zuständig, sondern das Eurosystem mit der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Spitze. Die Bundesbank musste deutlich Personal abbauen und ihre Existenzberechtigung öffentlich verteidigen. Vor allem die Kritik der Präsidenten Axel Weber (2004 bis 2011) und Jens Weidmann an der expansiven Geldpolitik der EZB hat öffentliche Resonanz gefunden und die Deutschen wieder mit „ihrer“ Bundesbank versöhnt.

Bilderstrecke Exklusiver Einblick: 3400 Tonnen Gold lagern in der Bundesbank in Frankfurt
"Es ist das Gold der Deutschen." Die Barren im Wert von 107,5 Milliarden Euro lagern in der Bundesbank in Frankfurt.Die Deutsche Bundesbank hat fast 3400 Tonnen des Edelmetalls und damit nach den USA den zweitgrößten Goldschatz der Welt.Bis 2020 will die Bundesbank mehr als die Hälfte ihrer aktuell 3384 Tonnen in den Frankfurter Tresoren lagern.

Und dann wäre da natürlich noch der Goldschatz: Mit 3378 Tonnen in einzeln nummerierten Barren hütet die Bundesbank den zweitgrößten Bestand weltweit. Die Hälfte davon soll in Kürze im Inland lagern. Wo genau auf dem Gelände der Zentrale sich jedoch der unterirdische Tresorraum verbirgt, das ist nach wie vor geheim. Immer wieder war das Edelmetall Ziel der Begehrlichkeit von Bundesfinanzministern, die damit gern Schulden zurückgezahlt oder schlicht Löcher im Haushalt gestopft hätten. Doch die Bundesbank blieb hart: Jährlich verkauft sie in London höchstens sechs Tonnen, damit der Finanzminister Gedenkmünzen aus Gold prägen kann – weitere Goldverkäufe lehnt der Vorstand strikt ab.

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