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Andere Dimension: Die "neue" Frankfurter Volksbank

Von Die Frankfurter Volksbank hat auch die Fusionen Nummer 19 und 20 erfolgreich umgesetzt. Die Vertreterversammlungen haben die Zusammenlegung mit der Vereinigten Volksbank Maingau und der Volksbank Griesheim abgesegnet. Der Blick nach vorn eröffnete Überraschendes: „Bei uns ist eins plus zwei nicht drei, sondern vier“, verriet Vorstandschefin Eva-Wunsch-Weber.
Sie haben die jüngste Dreier-Fusion gestemmt (v.li.): Michael Mengler (Maingau), Eva Wunsch-Weber (Frankfurt) und Armin Pabst (Griesheim). Foto: www.katrindenkewitz.de Sie haben die jüngste Dreier-Fusion gestemmt (v.li.): Michael Mengler (Maingau), Eva Wunsch-Weber (Frankfurt) und Armin Pabst (Griesheim).
Frankfurt. 

Das, was aus dieser Fusion entstehe, sei mehr als die Summe der Einzelteile. Dank Kunden- und Geschäftswachstum, einer deutlichen Ausdehnung des Geschäftsgebietes in der Fläche des Rhein-Main-Gebietes und dem Ausschöpfen sogenannter Synergieeffekte, die Einsparungen in Millionenhöhe ermöglichten, wachse die Frankfurter Volksbank in eine neue Dimension, unterstrich die Vorstandsvorsitzende Wunsch-Weber. Die nach Bilanzsumme zweitgrößte Volksbank in Deutschland sieht sich für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet.

Den fusionierten Partner-Volksbanken schrieb sie ins Stammbuch: „Maingau bleibt Maingau und Griesheim bleibt Griesheim.“ Konkret bedeutet das, dass die Namen, die Marken, die Standorte mit sämtlichen Filialen und SB-Standorten erhalten bleiben. Für die Kunden ändere sich nichts, betonten die Verantwortlichen. Die Mitarbeiter profitieren durch eine umfassende Arbeitsplatzgarantie.

Mit Stolz verwies Wunsch-Weber darauf, dass das neue Institut mit rund 260 000 Eigentümern künftig die mit Abstand mitgliederstärkste deutsche Volksbank sei. Nach dem Zusammenschluss wird die neue Frankfurter Volksbank über eine Bilanzsumme von 11,6 Milliarden Euro verfügen. Die Kundeneinlagen belaufen sich dann auf 9,4 Mrd. Euro, das Kundenkreditvolumen auf 6,3 Mrd. Euro. Mit Eigenmitteln von 1,5 Mrd. Euro erfüllt sie als eine der kapitalstärksten Banken in Deutschland alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Über 1700 Mitarbeiter werden zukünftig die 600 000 Kunden in 110 Geschäftsstellen und 60 SB-Stellen betreuen.

300 Mitarbeiter weniger

Der größte Teil der erwarteten Kosteneinsparungen resultiere aus dem geplanten Personalabbau, erklärte die Volksbank-Chefin. In den kommenden Jahren klopften insgesamt 300 Mitarbeiter an die Tür zur Rente. Deren Stellen würden nicht mehr eins zu eins besetzt. Die Demografie ermögliche einen stetigen Personalabbau ohne Kündigungen. Das bedeute aber nicht, dass keine neuen Mitarbeiter eingestellt würden. Ganz im Gegenteil, betonte Wunsch-Weber. Es würden ständig qualifizierte Arbeitskräfte gesucht, die in Zeiten der Digitalisierung die technischen Herausforderungen eines Finanzinstitutes meistern könnten. Zudem werde der eigene Nachwuchs nach Kräften gefördert. Durch ein berufsbegleitendes Studium eröffneten sich den ausgelernten Bankkaufleuten beste Karrierechancen.

Der Vorstand der Frankfurter Volksbank werde fusionsbedingt für einige Jahre anwachsen, so die Chefin. Insgesamt acht Vorstandsmitglieder zählt das Führungsgremium um Wunsch-Weber und ihren neuen Co-Chef Michael Mengler. Die künftige Doppelspitze demonstrierte auf ihrer ersten gemeinsamen Pressekonferenz große Geschlossenheit. „In Fragen der Strategie sind wir absolut deckungsgleich“, betonte Mengler, der weiterhin seinen Schreibtisch in Maingau behalten wird. Inhaltlich gibt es eine klare Zuordnung: Wunsch-Weber ist für die Unternehmenssteuerung verantwortlich, Mengler für die Risikosteuerung der Bank.

Vorbild DZ Bank

Auch das große genossenschaftliche Zentralinstitut, die DZ Bank in Frankfurt, werde von einer Doppelspitze geführt. Bei der Volksbank in Darmstadt habe man damit gute Erfahrungen gemacht, hieß es. Doppelt besetzt werden für eine Übergangszeit von bis zu acht Jahren auch die Führungspositionen der zweiten Ebene. Dies solle helfen, den Integrationsprozess reibungslos durchzuführen.

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