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Fußball-Weltmeisterschaft: Diese hessischen Unternehmen profitieren von der WM

Schon lange geht es bei den Fußball-Weltmeisterschaften nicht nur um den Sport. An dem Großereignis verdienen sehr viele Unternehmen ordentlich mit. Auch Produzenten aus Hessen hoffen auf saftige Gewinne.
Verkaufsschlager: Das DFB-Trikot von Adidas. Bilder > Foto: Daniel Karmann (dpa) Verkaufsschlager: Das DFB-Trikot von Adidas.
Frankfurt. 

„Fußball“, stellt Jan Rock fest, „ist einfach ein Bier-Ereignis.“ Kaum ein Fan steht ohne Plastikbecher vor der Public-Viewing-Leinwand. Selbst die weiblichen Fußball-Fans, eigentlich die Basiszielgruppe von Rocks Arbeitgeber, dem Wiesbadener Sekthersteller Henkell , trinken während der Weltmeisterschaft lieber Bier oder Radler als „Fürst von Metternich“. Und daher resümiert Pressesprecher Rock: „So richtig merken wir die Fußball-WM in unserem Jahresumsatz nicht – außer wir gewinnen den Titel.“

Bei der Frankfurter Binding-Brauerei dagegen sorgt das Bier-Ereignis naturgemäß für Jubelstimmung. „Die Fußball-Weltmeisterschaft kann durchaus positive Effekte auf den Absatz auf dem deutschen Biermarkt haben – also auch für uns“, sagt Unternehmenssprecherin Claudia Geisler. Allerdings sei der WM-Effekt maximal vier Wochen bemerkbar, weshalb man noch auf einen anderen, längerfristigen Faktor hofft: „Gutes Wetter ist der beste Bierverkäufer.“

Dieselbe Hoffnung auf das Wetter hat man in der Commerzbank-Arena . 181 000 Fans haben während der WM in Brasilien die Spiele der deutschen Elf beim Public Viewing im Frankfurter Stadion verfolgt. Bei Kartenpreisen um die zehn Euro erwirtschaftete die Stadion Frankfurt Management GmbH 2014 Umsätze im Millionenbereich. Allerdings ist der Veranstalter, der nur die Spiele der deutschen Mannschaft zeigt, stark von deren Erfolg abhängig. „Das lief 2014 natürlich optimal“, sagt Sprecher Urs Pfeiffer.

Weniger optimal läuft es während der diesjährigen WM für Adidas und Puma. Normalerweise wird bereits vor Beginn einer Fußball-WM in den Zentralen der Sportartikelhersteller kräftig gejubelt. Das galt in der Vergangenheit besonders für Adidas . Diesmal spricht der zweitgrößte Sportkonzern der Welt, einer der Hauptsponsoren des Turniers, dagegen von einem „gedämpften WM-Effekt“. Der finanzielle Einfluss werde „begrenzt“ sein, erklärt Adidas-Chef Kasper Rorsted. Den Anteil des WM-Geschäftes am gesamten Umsatz beziffert er mit nur noch drei Prozent. Wichtig sei die Veranstaltung vor allem für das Markenimage.

Adidas rüstet zwölf der 32 Nationalmannschaften aus, darunter die Mitfavoriten Deutschland und Spanien. Klar ist, dass umso mehr Trikots verkauft werden, je weiter ein Team im Turnier kommt. Beim Titelgewinn der Löw-Elf in Brasilien verkaufte die Marke mit den drei Streifen drei Millionen Shirts mit dem Deutschland-Adler auf der Brust.

Ein großes Zusatzgeschäft ist 2018 auch für Puma nicht zu erwarten. Italien, die zugkräftigste Puma-Mannschaft, ist bereits in der WM-Qualifikation ausgeschieden, mit dem Sponsoring von Mannschaften wie Serbien oder Senegal wird man den Trikotverkauf wohl kaum spürbar ankurbeln können.

Bei den Sportartikelhändlern dagegen ist auch dieses Jahr alles beim Alten. Intersport etwa rechnet ähnlich wie bei den letzten Turnierjahren mit einem Umsatzplus von ein bis zwei Prozent, seit November hat die Handelskette bereits 90 000 DFB-Trikots verkauft. „Je weiter das deutsche Team kommt, umso besser läuft es für unsere Händler“, erklärt Tim Bielohoubeck, Ressortleiter Strategic Brands. „Trikots mit dem fünften Stern auf der Brust wären natürlich besonders stark nachgefragt.“

Auch der hessische Einzelhandelsverband blickt zuversichtlich auf das bevorstehende Turnier. „Während der WM verkaufen wir eigentlich von allem mehr“, sagt Geschäftsführer Michael Kullmann. „Das geht von Überraschungseiern und Haribo bis hin zu Trikots und Fußballschuhen.“ Während der WM-Monate Juni und Juli, verzeichnet der Verband dadurch Umsatzsprünge zwischen fünf und sechs Prozent.

Eine andere Branche hofft dagegen besonders auf den 15. Juli. „An keinem anderen Tag wurden bei den letzten Turnieren mehr Wetten abgeschlossen als am Finaltag“, sagt Tipico -Sprecher Dominic Sauer. „Und das, obwohl nur ein Spiel stattfindet.“ Auch in der Vor- und Ko-Runde würde es bereits überdurchschnittlich viele Menschen in die Wettbüros ziehen. „Wir haben während Welt- und Europameisterschaften deutlich mehr Neukunden“, berichtet der Tipico-Sprecher. Allerdings sei auch das Interesse der Tipper davon abhängig, wie weit die deutsche Mannschaft kommt.

Bereits aus Eigeninteresse hoffen also viele deutsche und hessische Unternehmer auf einen erneuten Erfolg des DFB-Teams in Russland. Sollten Neuer, Boateng & Müller tatsächlich den fünften Titel holen, jubeln auch Bierbrauer und Sekthersteller.

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