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Durchwachsene US-Daten drücken Dax nach Rekordhoch ins Minus

Frankfurt/Main. 

Nach einem Sprung über die Rekordmarke von 9800 Punkten hat der Dax seine Gewinne am Donnerstag nicht verteidigen können. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer schloss mit einem Abschlag von 1,01 Prozent auf 9656,05 Punkte.

Im frühen Handel hatte der deutsche Leitindex noch einen Spitzenwert bei rund 9810 Zählern erreicht und damit seine bisherige Bestmarke von 9794 Punkten aus dem Januar übertrumpft. Durchwachsene Konjunkturdaten aus den USA und die schwache Wall Street drückten den Leitindex aber im Verlauf tief ins Minus. Der MDax fiel um 1,09 Prozent auf 16 349,93 Punkte, der TecDax gab um 0,60 Prozent auf 1231,66 Punkte nach.

Spekulationen über weitere Zinslockerungen und geldpolitische Maßnahmen hatten den Dax bereits in den vergangenen Tagen in Richtung des neuen Rekordhochs getrieben. Den eigentlichen Auslöser für die Bestmarke aber lieferte am Morgen eine positive Konjunkturnachricht: Das deutsche Wirtschaftswachstum hat sich zu Jahresbeginn beschleunigt. «Oberhalb von 9800 Punkten strichen dann Anleger ihre Gewinne ein, die genau auf diese Situation gewartet hatten und denen allein die Spekulation auf neue Geldgeschenke von der Notenbank zu wenig für weitere Kursgewinne ist», schrieb Jens Klatt von DailyFX.

Für den weiteren Abwärtstrend im Dax sorgten dann insbesondere schwache Daten zur Industrieproduktion aus den USA. Diese war im April im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken. Dem stand unter anderem ein überraschend starker Rückgang bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe gegenüber. Die rückläufigen US-Produktionsdaten sollten daher nicht überbewertet werden, schrieb Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba. Das Szenario der wirtschaftlichen Belebung in den USA habe weiter Bestand.

Auf Unternehmensseite sorgte die Berichtssaison weiter für Bewegung. Papiere der Deutschen Post knickten nach Zahlen am Dax-Ende um 5,19 Prozent auf 26,215 Euro ein. Zwar hatte der Bonner Konzern dank des Booms im Geschäft mit Paketen und zeitgenauen Express-Sendungen zum Jahresstart etwas mehr Gewinn erwirtschaftet, allerdings verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck landeten nach anfänglichen Gewinnen am Abend bei minus 0,16 Prozent. Das Unternehmen erzielte zwar im ersten Quartal deutlich mehr Gewinn, dies sei jedoch auch auf positive Einmaleffekte zurückzuführen, sagte Berenberg-Analyst Alistair Campbell. Zudem weckte der Ausblick Börsianern zufolge keine Begeisterung.

Auch eine Reihe im SDax notierter Unternehmen legte Quartalszahlen vor. So war die Fluggesellschaft Air Berlin kurz vor der Finanzspritze ihres arabischen Partners Etihad erneut tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktie brach um rund 8 Prozent ein und war damit größter Index-Verlierer.

Im MDax landeten Salzgitter nach anfänglichen Gewinnen mit einem Verlust von über fünf Prozent auf dem letzten Platz. Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller steckt weiter in den roten Zahlen. Die Titel von Südzucker verloren 4,62 Prozent. Der Nahrungsmittelhersteller will seine Dividende senken.

An der Indexspitze kletterten die Titel des Handelskonzerns Metro um mehr als eineinhalb Prozent. Etwas Auftrieb gab Börsianern zufolge ein Interview mit dem Media-Saturn Mitgründer Erich Kellerhals in der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag). Seinen Aussagen zufolge will Kellerhals das Unternehmen zurückkaufen.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 1,47 Prozent tiefer bei 3163,22 Punkten. Auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten Verluste. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit über einem Prozent im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,16 Prozent am Vortag auf 1,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 135,72 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,25 Prozent auf 146,21 Punkte vor. Der Euro kostete zuletzt 1,3716 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3659 (Mittwoch: 1,3719) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7321 (0,7289) Euro.

(dpa)
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