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EZB-Präsident Draghi deutet Anleihekäufe an

EZB-Präsident Mario Draghi hat weitere Unterstützung für die Krisenstaaten der Eurozone signalisiert und die Finanzmärkte damit in Jubelstimmung versetzt.
EZB-Chef Mario Draghi signalisiert weitere Unterstützung für die Krisenstaaten der Eurozone. Foto: Fredrik von Erichsen / Archiv EZB-Chef Mario Draghi signalisiert weitere Unterstützung für die Krisenstaaten der Eurozone. Foto: Fredrik von Erichsen / Archiv
London/Frankfurt. 

EZB-Präsident Mario Draghi hat weitere Unterstützung für die Krisenstaaten der Eurozone signalisiert und die Finanzmärkte damit in Jubelstimmung versetzt.

"Die EZB wird im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag bei einer Rede in London. "Und glauben Sie mir - es wird ausreichen." Die Finanzmärkte reagierten regelrecht euphorisch auf die Äußerungen. Der Eurokurs schoss um mehr als 1,5 Cent in die Höhe und übersprang die Marke von 1,23 US-Dollar.

Wichtiger noch als die demonstrative Entschlossenheit werteten Händler Aussagen Draghis, die auf eine Wiederaufnahme des seit März ruhenden Anleihekaufprogramms der EZB hindeuten könnten. Der Notenbankchef sagte, sollte der Transmissionsmechanismus für die Wirkung der Geldpolitik durch das hohe Zinsniveau gestört werden, falle dies in den Aufgabenbereich der Notenbank. Mit ähnlichen Formulierungen hatte die EZB bereits früher Eingriffe am Anleihemarkt begründet.

"Die Notenbank dürfte Draghis Andeutungen nun auch Taten folgen lassen", sagte Thomas Amend, Experte des Bankhauses HSBC Trinkaus. Auch dem deutschen Leitindex Dax verhalfen die Draghi-Aussagen am Donnerstagmittag ins Plus. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 1,45 Prozent höher bei knapp 6500 Punkten.

Am stärksten profitierten jedoch die angespannten Anleihemärkte der Krisenstaaten Spanien und Italien, also der Krisenherd, auf den die mutmaßlichen Eingriffe der EZB zielen würden: Im längeren und richtungsweisenden Laufzeitbereich von zehn Jahren sank die Rendite für spanische Staatsanleihen erstmals seit einer Woche wieder unter die kritische Marke von sieben Prozent. Bei kurzlaufenden Titeln von zwei Jahren gaben die Renditen sowohl in Spanien als auch Italien noch kräftiger um mehr als einen halben Prozentpunkt nach.

(dpa)
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