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Erweiterungsbau auf dem Frankfurter Gelände geplant – Aussehen noch offen: Ein Turm für die Bundesbank?

Von Die Bundesbank sucht ein Ausweichquartier für rund 2200 Beschäftigte. Das Hauptgebäude in Frankfurt soll saniert und durch einen Erweiterungsbau ergänzt werden.
Die Bundesbank-Zentrale mit ihrer markanten Fassade aus Sichtbeton soll von Ende 2019 an grundlegend saniert werden. Foto: Arne Dedert (dpa) Die Bundesbank-Zentrale mit ihrer markanten Fassade aus Sichtbeton soll von Ende 2019 an grundlegend saniert werden.
Frankfurt. 

Die EZB hat vor rund zwei Jahren ihr schickes neues Hauptgebäude am Mainufer bezogen, das die historische Großmarkthalle und einen ohne Antenne 185 Meter hohen Turm vereint. Die Bundesbank residiert nach wie vor in ihrem von 1967 bis 1972 errichteten Betonriegel im Stile des Brutalismus am „Diebsgrund“. „Jeder Schadstoff, der in den 60er und 70er Jahren erfunden wurde, ist hier drin“, sagt der zuständige Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann.

Nun soll das Hauptgebäude erst mal grundlegend saniert – und möglicherweise ebenfalls um ein bis zu 180 Meter hohes Hochhaus ergänzt – werden. Die Planungen stehen noch ganz am Anfang: „Alles ist völlig offen, wir schließen nichts aus“, sagt Beermann. Bei der Stadtverwaltung hat er nach eigener Aussage bereits angefragt, was auf dem Gelände im Nordwesten Frankfurt möglich wäre; dem Vernehmen nach soll es bei Gesprächen zwischen Stadt und Zentralbank auch darum gegangen sein, ob ein Hochhaus genehmigungsfähig wäre. Beermann: „Wir versuchen, eine Lösung gemeinsam mit der Stadt zu finden.“

Auf dem Bundesbank-Gelände sind 1600 Mitarbeiter im Haupthaus und weitere 600 in kleineren Gebäuden tätig. Beermann würde gerne die 1600 bisher auf Standorte in der Frankfurter Innenstadt (Trianon, Skyper) verteilten Mitarbeiter ebenfalls aufs Gelände holen, wofür Erweiterungsbauten notwendig wären. Das vermeide unnütze Wege und sei kostengünstiger.

Baustart ab Ende 2019

Die Arbeiten starten keinesfalls vor Ende übernächsten Jahres und sollen möglichst bis 2027, spätestens aber 2029 beendet sein. „Solidität geht vor Schnelligkeit. Wir als Bundesbank haben einen Ruf zu verlieren“, sagt das Vorstandsmitglied. Ob zunächst mit der Sanierung des Hauptgebäudes oder mit Neubauten begonnen wird, ist noch ebenso unklar wie die Höhe der Kosten. Zunächst soll ein Architekten-Wettbewerb die Möglichkeiten ausloten – er könnte Anfang nächsten Jahres starten und bis Mitte 2018 einen Entwurf liefern.

Auf jeden Fall soll laut Beermann die „Physiognomie“ – also das Gesicht – des Hauptgebäudes, obwohl es im Innern komplett neu aufgebaut wird, erhalten bleiben: „Das ist die Bundesbank.“ Angesichts der langen Planungs- und Bauphase sagt der Ressourcenmanagement-Experte Jens-Uwe Fischer von der Universität Leipzig vorher, dass eine Verkleidung der Fassade mit Styropor dann ohnehin nicht mehr zeitgemäß sein dürfte; stattdessen wären integrierte Solarpanel oder Fassaden-Begrünung denkbar. Auch Beermann meint: „In zehn Jahren werden wir ganz andere Bürowelten haben.“ Ob auf dem Gelände ein Hochhaus oder bis zu vier kleinere Neubauten entstünden, sei „erst mal nicht relevant“.

Erst einmal sucht die Bundesbank für die Bauzeit ab Ende 2019 aber ein Ausweichquartier für mindestens sieben Jahre – alle Mitarbeiter der Zentrale sollen ausziehen. Infrage kommen laut Beermann Gebäude ab 35 000 Quadratmetern Mietfläche in Frankfurt, am Flughafen oder „was man landläufig als Frankfurt versteht“. Eschborn oder Offenbach will er also nicht ausschließen, obwohl laut Gesetz Frankfurt Sitz der Bundesbank ist; eine Aufteilung auf zwei Gebäude ist aus Kostengründen ebenfalls möglich. „Wir sehen gute Chancen, ein geeignetes Objekt zu finden“, sagt Beermann.

Das Gold bleibt

Nicht verlagert werden soll während der Bauphase aber der Goldschatz der Bundesbank: „Das wäre zu umständlich.“ Rund 1700 Tonnen Goldbarren lagern in dem – mit 1100 Quadratmetern Fläche, also etwa 30 mal 36 Metern, relativ kleinen – unterirdischen Tresorraum auf dem Gelände; folglich wird auch die Bundespolizei dauerhaft präsent bleiben. Auch das gerade wiedereröffnete Geldmuseum bleibt bestehen.

Verbesserungsfähig wäre die Anbindung der Bundesbank-Zentrale an den öffentlichen Nahverkehr, beispielsweise über eine Verlängerung der U-Bahn-Linie U4. Auch darüber hat Beermann bereits mit der Stadtverwaltung gesprochen. Nicht infrage kommt jedoch eine Anschub-Finanzierung durch die Bundesbank – das könnte als verbotene „monetäre Staatsfinanzierung“ ausgelegt werden.

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