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Kanzlerin Merkel besucht Lufthansa-Zentrale: Ein Zeichen der Zuversicht

Von Trotz der Terror-Anschläge von Paris und der prekären Sicherheitslage im Inland nahm sich Bundeskanzlerin Merkel die Zeit, um am Lufthansa-Hauptquartier in Frankfurt einen A 380 zu taufen. Für das Unternehmen war der Auftritt der Kanzlerin ein historischer Augenblick mit trauriger Vorgeschichte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte  die Lufthansa in Frankfurt und taufte  einen Airbus A380-800 auf den Namen „Deutschland“. Foto: Boris Roessler (dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte die Lufthansa in Frankfurt und taufte einen Airbus A380-800 auf den Namen „Deutschland“.
Frankfurt. 

Eigentlich hätte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im April nach Frankfurt kommen sollen, um den 14. und vorerst letzten Airbus A380 der Lufthansa-Flotte auf den Namen „Deutschland“ zu taufen. Doch der Absturz der Germanwings-Maschine, bei der am 24. März 150 Menschen in Südfrankreich auf tragische Weise ums Leben kamen, verhinderte den historischen Besuch der Kanzlerin seinerzeit.

Acht Monate später war es also so weit, was Lufthansa-Chef Carsten Spohr veranlasste, von einem „längst überfälligen“ Ereignis zu sprechen. Denn seit Wiederaufnahme des Lufthansa-Flugbetriebs vor 60 Jahren hat noch kein Bundeskanzler den Hauptsitz der Kranich-Airline besucht. „Das ist eine große Ehre für unser Unternehmen und gerade an Tagen wie diesen nicht selbstverständlich“, sagte Spohr.

„Wie nahe wir uns sind, zeigt sich an diesen Schicksalsschlägen“, unterstrich Merkel ihrerseits das enge Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich, dessen Intensität sich sowohl nach dem Absturz der Germanwings-Maschine gezeigt habe, als auch nach den „feigen Anschlägen auf unser aller Freiheit“, die sich am vergangenen Freitag in Paris ereigneten. Doch eine Taufe sei stets auch Zeichen der Zuversicht. Und in diesem Falle gleichfalls „ein Ausweis deutscher, französischer und europäischer Spitzentechnologie“. Um den weiterhin zwischen Bordpersonal und der Lufthansa schwelenden Tarifstreit beizulegen, wünschte Merkel allen Beteiligten „kluge Lösungen für alle anstehenden Konflikte“.

Der zu taufende Airbus befindet sich übrigens bereits seit Frühjahr im Linienbetrieb. Das Flugzeug mit einem Listenpreis von 350 Millionen Euro und Platz für 526 Passagiere kehrte jüngst von einem Umlauf nach Delhi und Los Angeles zurück. Am heutigen Freitag wird es gen San Francisco fliegen.

Rheingauer Winzersekt

Die eigentliche Taufe war schnell erledigt. Bevor Angela Merkel den Inhalt einer Flasche Rheingauer Winzersekt des Weingutes Prinz von Hessen über die Backbord-Seite des Flugzeugs perlen ließ, fragte sie in Richtung der an der Gangway postierten Stewardessen : „Und da kippe ich das einfach hin?“`Hernach wünschte die Kanzlerin allen Lufthanseaten allzeit guten Flug und rief den hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zu einer „kleinen Besteigung des Flugzeugs“ zu sich.

Bereits zuvor nahm Merkel, die eigens aus Berlin angereist kam, sich ein wenig Zeit, um mit den rund 130 anwesenden Lufthansa-Azubis zu reden. Aufgrund leichter Verspätung konnte sie nicht wie geplant mit den Vertretern aller versammelten Berufsgruppen plauschen. Dafür ließ sie sich erklären, wie oft ein Flugzeugreifen gewechselt werden muss (spätestens alle 150 Starts und Landungen) und erkundigte sich, wie ein Filterwechsel in einem Triebwerk funktioniert.

Besonders interessierte sich die Kanzlerin dafür, wie viele Sorten Kartoffelsuppe an Bord einer Luftmaschine serviert werden. Die Antwort: „Zu viel macht alles schwierig“ quittierte sie mit einem wohlwollenden „na ja“. Auch taten sich während des Gesprächs mit den Azubis mache Parallelen zwischen dem Schicksal von Spitzenpolitikern und Flugbegleitern auf. „Vor allem muss man immer freundlich sein, egal, wie die Passagiere sind“, entdeckte Merkel eine Kernkompetenz, die auch auf dem politischen Parkett von Vorteil ist.

Tarif-Spitzengespräch vorgeschlagen

Nach dem einwöchigen Streik der Lufthansa-Flugbegleiter will der Konzern den Tarifkonflikt mit einem Spitzengespräch lösen. Unternehmenschef Carsten Spohr wolle einen Vorschlag von Verdi-Vorstand

clearing

Mit etwa 1500 Auszubildenden ist die Lufthansa einer der größten Ausbildungsbetriebe in Deutschland. In den verschiedenen Konzernbereichen werden mehr als 30 Berufsbilder angeboten, die vom Koch über kaufmännische Berufe (Luftverkehrskauffrau, Kaufmann für Büromanagement) bis zum Fluggerätemechaniker reichen. Die größten Ausbildungskapazitäten gibt es bei den Technikeinheiten in Hamburg und Frankfurt. Flugbegleiter ist kein Ausbildungsberuf. Die Bewerber durchlaufen nur Zwölf-Wochen-Kurse.

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