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Führung: Exklusive Einblicke in die Börse

Von Bis hinunter auf das heilige Parkett der Frankfurter Börse durften 45 Leser dieser Zeitung bei einer exklusiven Führung. Mehr als zwei Stunden nahm sich die Geschäftsführung der Frankfurter Wertpapierbörse Zeit, die wissbegierige Leserschaft durch ihre ehrwürdigen Hallen zu führen. Dabei trafen sie auch auf einen der bekanntesten Finanzexperten und erhielten einen wertvollen Tipp.
Die Schwestern Pia und Lilly Neumann aus Schwalbach verfolgten die Arbeit der Börsenmakler mit neugierigen Blicken. Bilder > Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Die Schwestern Pia und Lilly Neumann aus Schwalbach verfolgten die Arbeit der Börsenmakler mit neugierigen Blicken.
Frankfurt. 

Sie ist das Symbol der europäischen Wirtschaft, die Frankfurter Wertpapierbörse: „Wenn woanders in der Welt über die Wirtschaft in Europa berichtet wird, dann wird unser Saal gezeigt“, berichtet Patrick Kalbhenn, Pressesprecher der Deutschen Börse AG, und zeigt über den Frankfurter Handelssaal.

Es ist ein Bild, das jeder aus dem Fernsehen kennt, doch selbst vor Ort zu sein ist für die 45 Glücklichen, die eine exklusive Führung im altehrwürdigen Börsenhaus gewonnen haben, ein eindrucksvoller Moment. „Das ist ein besonderer Ort, das spürt man sofort“, schwärmt Lars Andersohn, Leser dieser Zeitung aus Niederdorffelden. Nur eines fällt den Lesern sofort auf: In echt wirke der Handelssaal doch deutlich kleiner, als es die Fernsehbilder vermuten lassen.

Ruhe und Gelassenheit

Die Teilnehmer der Führung stehen bei einem kleinen Imbiss auf der Besuchergalerie und haben den Handelssaal genau im Blick. Dass dort selbst zur besten Arbeitszeit an einem Mittwochnachmittag kaum etwas los zu sein scheint, überrascht. Niemand rennt aufgeregt hin und her, wedelt mit Papier oder ruft hektisch Befehle. Knapp 20 Finanzexperten sitzen dort in den runden Tischgruppen unter etlichen Bildschirmen und starren auf Tabellen und Diagramme. Als auf der großen Anzeigentafel die Dax-Kurve abrupt nach unten dreht, kommt bei der Besuchergruppe Unruhe auf. Die Makler auf dem Parkett lässt das jedoch völlig kalt.

„Wild durcheinanderlaufende Händler, das gibt es heute nicht mehr“, erklärt Geschäftsführer Michael Krogmann und zeigt auf zwei Bildschirme auf dem Besucherbalkon. Dort flimmern Zahlen rasant durch verschiedene Tabellen – im elektronischen Handelssystem Xetra findet heute der Aktienhandel statt. 1,7 Millionen Wertpapiere werden so an der größten deutschen Börse gehandelt. Die neugierigen Leser haben Fragen: „Welche Ausbildung muss ein Börsenhändler haben?“, will Marlies Piontek-Klebach wissen. „Börsenmakler ist kein vorgefertigtes Berufsbild“, erklärt Geschäftsführer Cord Gebhardt. So hätten die meisten Makler eine kaufmännische Ausbildung. Lediglich zehn Spezialistenfirmen sind mit ihren Mitarbeitern auf dem Parkett vertreten.

Bei so viel Technik wird Marlies Piontek-Klebach ganz nervös. Sie ist besorgt, dass nach den Hackerangriffen auf den Bundestag so etwas auch an der Börse passieren könnte. „Seit 20 Jahren betreiben wir elektronischen Handel und es ist noch nie etwas vorgekommen“, kann sie Krogmann beruhigen. So seien die wichtigsten Leitungen auch Direktverbindungen und nicht Teil des Internets.

Nach dem ausführlichen Expertenvortrag auf dem Besucherbalkon geht es für die Gruppe weiter in den alten Rentenhandelsraum. Retro-Bildschirme von anno dazumal schmücken den fensterlosen Raum, in dem früher Schuldscheine gehandelt wurden.

„Womit verdient die Börse eigentlich ihr Geld“, möchte dort Andreas Schmitt aus Elz wissen. Die Geschäftsführer erklären: Die deutsche Börse stelle bloß eine Infrastruktur zur Verfügung, auf der der Finanzhandel aufbauen kann. Dafür bekommt die Börse Provision. Den Börsianern ist daher auch egal, ob die Kurse steigen oder fallen: „Hauptsache es ist Bewegung in den Kursen und es wird gehandelt“, ist deren Credo.

Zufällig im Fernsehen

Die Spannung steigt bei den Lesern, gleich werden sie die seltene Gelegenheit bekommen, den Handelssaal zu betreten – das sogenannte „glatte Parkett“. Auf dem Weg dorthin begegnet die Gruppe der sichtlich gestressten ARD-Expertin Anja Kohl, die sich gerade auf den Weg macht, ihren Beitrag für die ARD Sendung „Börse vor acht“ aufzunehmen. Wer ganz genau hinsah, konnte die Gruppe am Mittwoch auch im Hintergrund der Sendung über das Parkett wandeln sehen.

Auf dem Parkett treffen die Leser auf eine weitere Lichtgestalt der Börsenberichterstattung: N24-Moderator Mick Knauff. Der schillernde Journalist hat für die neugierigen Leser auch gleich einen Finanztipp parat: „Auch junge Leute sollten in Aktien investieren“, ist sein Tipp, sonst würde es mit der Rente später nicht reichen. Auch die Geschäftsführer der Börse nehmen sich noch viel Zeit für die Leser und ihre Nachfragen zum Finanzwesen. Mit vielen kleinen und großen Erkenntnissen verlassen die Leser die Frankfurter Börse.

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