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Finanzmärkte und Wirtschaft nach Trump-Ausagen verunsichert

Die Erwartungen waren groß, doch die jüngsten Aussagen des künftigen US-Präsidenten lassen die Finanzwelt eher ratlos zurück. Donald Trump sorgt eher für Verunsicherung als für Aufbruchstimmung.
Nach Einschätzung von Ökonomen gibt es aber keine Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Foto: Evan Vucci Nach Einschätzung von Ökonomen gibt es aber keine Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Foto: Evan Vucci
Frankfurt/Main. 

Die erste Pressekonferenz mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump seit den Wahlen hat die Finanzmärkte enttäuscht. Der Dollar verlor an Wert, die Kurse an den Börsen gaben nach und Anleger flüchteten in als sicher geltende Anlagehäfen.

Zwar betonte Trump, er werde „der größte Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat”. Nach Einschätzung von Ökonomen gibt es aber keine Klarheit über die künftige Wirtschaftspolitik. „Insgesamt ist die Pressekonferenz aus Investorensicht als Enttäuschung zu verbuchen”, sagt Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank.

Die Hoffnungen auf ein milliardenschweres Konjunkturprogramm und Steuersenkungen wurden gedämpft, weil davon keine Rede war. Dabei waren es genau diese Erwartungen, die die Kurse an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen angeschoben hatten. Vor der Pressekonferenz hatte sich der US-Leitindex Dow Jones Industrial sogar an die noch nie erreichte Marke von 20 000 Punkten herangetastet.

Während Trumps Auftritt geriet der Dow Jones aber unter Druck. Die schlechte Stimmung der Börsianer wirkte bis nach Deutschland nach. Der Leitindex Dax verlor am Donnerstag nach Handelsstart fast ein halbes Prozent. Die Enttäuschung über Trumps Auftritt zeigte sich auch am Kurs des US-Dollar. Er gab zu anderen wichtigen Währungen deutlich nach. Der Euro stieg im Gegenzug am Donnerstagvormittag auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn bei 1,0665 Dollar.

Außerdem sorgte Trump beim mexikanischen Peso für Bewegung, indem er einmal mehr gegen Mexiko wetterte und ankündigte, mit dem Bau der Mauer zum südlichen Nachbarland möglichst bald zu beginnen. Der Peso fiel auf ein neues Rekordtief. Wegen der hohen Abhängigkeit Mexikos vom Handel mit den USA reagiert die Währung besonders stark auf politische Entwicklungen im nördlichen Nachbarland. Seit dem Wahlsieg Trumps im November hat der Peso etwa 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Auch die deutsche Industrie macht sich weiter Sorgen über Trumps Pläne. „Ich hatte die Hoffnung, dass er seine Wahlkampfrhetorik ein klein wenig zurückdreht”, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, im rbb-Inforadio. „Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.” Unternehmen bräuchten Sicherheit. „Für wirtschaftliche Investitionen gibt es kein größeres Gift als Unsicherheit”, betonte der BDI-Präsident.

Während Anleger den Dollar und Aktien mieden, setzten sie auf als sicher geltende Anlagehäfen - ein klares Zeichen für Verunsicherung. Der als besonders sichere Währung geltende japanische Yen legte kräftig zu. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kletterte am Donnerstag erstmals seit sieben Wochen wieder über 1200 US-Dollar. Auch die Kurse von als sicher geltenden Staatspapieren wie deutschen Anleihen legten zu.

(dpa)
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