Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 23°C

Firmenpleiten: Start-up-Verband fordert „Zweite Chance”

Scheitern und danach wieder aufstehen. Die Start-up-Szene empfindet Hinfallen nicht als Makel und fordert mehr Akzeptanz. Dazu passt dieser kleine Trend: In immer mehr Städten wollen sich junge Leute die Geschichten von Pleiteunternehmern anhören.
Insolvenzbeschluss eines Amtsgerichtes. Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 21 518 Firmenpleiten, 2015 noch 23 101. Foto: Oliver Berg Insolvenzbeschluss eines Amtsgerichtes. Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 21 518 Firmenpleiten, 2015 noch 23 101. Foto: Oliver Berg
Berlin/Cottbus. 

Der Bundesverband Deutsche Startups fordert mehr gesellschaftliche Akzeptanz für Firmenpleiten. „Wir brauchen eine Kultur des Scheiterns in Deutschland oder wenn man es optimistischer formulieren möchte: Eine Kultur der zweiten Chance”, teilte der Verband in Berlin mit.

In der Start-up-Szene werde Scheitern bereits als wertvoller Erfahrungsvorsprung verstanden. „Verlässt man allerdings dieses Ökosystem, trifft man immer noch häufig auf Stigmatisierung.”

Als ein Konzept für mehr Mut rund ums Scheitern gelten sogenannte Fuck-up-Nights, bei denen Unternehmer zum Beispiel in Bars oder Clubs von ihren Firmenpleiten berichten. Das vor Jahren in Mexiko entstandene Konzept ist immer häufiger in deutschen Städten zu finden, zuletzt etwa im brandenburgischen Cottbus. Mehrere Redner sprechen dabei nacheinander von ihren gescheiterten Firmen und antworten auf Fragen aus dem Publikum. Fuck up heißt übersetzt ungefähr so viel wie etwas versauen oder Mist bauen.

In Deutschland sind die Zahlen der Firmeninsolvenzen rückläufig. Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 21 518 Firmenpleiten, 2015 noch 23 101.

Die Unternehmensgruppe Creditreform zählt in einer Analyse zu Insolvenzen 2016 risikobehaftete Branchen in einer Top-Ten-Liste auf. An erster Stelle stehen dort Umzugstransporte, gefolgt von Bars, Post- und Kurierdiensten sowie Detekteien. Auch Diskotheken, Restaurants und Cafés sind darunter.

Die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel geht für 2017 weiter von einem Rückgang bei Firmenpleiten aus. Am Jahresende könnte die Zahl etwa bei rund 21 000 liegen, heißt es. Zu den gefährdeten Branchen zählt Bürgel den Textilhandel wegen Konkurrenz aus dem Internet und die Bereiche Logistik sowie Baugewerbe wegen hoher Kosten und Wettbewerbsdruck.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Wirtschaft

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse